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Zahnmedizin: Neue Keramik soll Brücken weiter verbessern

12.02.2003


Das zur Herstellung einer Klebebrücke verwendete Metallgerüst hat hier zu einer unschönen Verfärbung der Nachbarzähne und damit zu einem ästhetisch unbefriedigenden Ergebnis geführt. Foto: Ries


Bei diesem Patienten fehlte ein seitlicher Schneidezahn. Die Lücke wurde mit einer einflügeligen, vollkeramischen Klebebrücke geschlossen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Fotos: Ries


Im Gebiss klafft eine Lücke, die Zähne direkt daneben sind in Ordnung: In diesem Fall gilt bei jugendlichen Patienten eine so genannte Klebebrücke als das bislang beste Mittel, um die Lücke zu schließen. Zahnmediziner von der Uni Würzburg prüfen nun in einer klinischen Studie, ob sich diese Art von Zahnersatz weiter verbessern lässt.

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Einzelzahnlücke in der Gebissfront stellt hohe Anforderungen an die Ästhetik. Dabei ist es auch wichtig, die gesunde Zahnsubstanz zu schonen. Mit Implantaten gelingt das besonders gut. Allerdings können diese künstlichen Zähne erst dann eingesetzt werden, wenn das Körperwachstum des Patienten abgeschlossen ist.

Bei Jugendlichen mit Einzelzahnlücken und defektfreien Nachbarzähnen hat sich aus diesem Grund die Klebebrücke - von den Zahnmedizinern auch Adhäsivbrücke genannt - bewährt. "Während bei herkömmlichen Brücken die Zähne neben der Lücke als Pfeiler dienen und stark beschliffen werden müssen, ist das bei Klebebrücken gar nicht oder nur minimal nötig", sagt Dr. Stefan Ries von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Uni Würzburg.


Eine gängige Klebebrücke besteht aus einem Gerüst aus Nichtedelmetall, dessen Brückenglied keramisch verblendet ist. Ihr Einsatz führt laut Ries aber mitunter zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen. Grund: Die zwei metallischen Klebeflügel können eine unschöne Grauverfärbung der Pfeilerzähne auslösen.

Eine viel versprechende Alternative sind Klebebrücken aus Keramik. Anfang der 90er-Jahre wurde damit begonnen, solche Brücken aus Aluminiumoxid-Gerüstkeramiken herzustellen. Doch diese Konstruktionen hatten ebenfalls einen Nachteil, denn sie brachen relativ häufig.

Dr. Ries: "Neuere Studien geben jetzt aber Anlass zur Annahme, dass Adhäsivbrücken mit nur einem Klebeflügel möglicherweise nicht so oft brechen wie solche, die mit Hilfe von zwei Klebeflügeln ins Gebiss integriert werden." Zudem könnten auch mit dieser Technik ästhetisch hochwertige Behandlungsergebnisse erreicht werden.

In Kooperation mit der Ivoclar Vivadent GmbH (Ellwangen) untersucht Dr. Ries nun in einer klinischen Studie, ob sich eine neue Keramik zur Anfertigung einflügeliger Klebebrücken in der Oberkieferfront eignet. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, ob bei der Bruchfestigkeit ein Unterschied zu den zweiflügeligen Konstruktionen besteht.

Weitere Informationen:

Dr. Stefan Ries
Telefon 0931 - 20173080
Fax 0931 - 2017300
E-Mail: stefan.ries@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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