Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs-Patienten bundesweit optimal versorgen

17.01.2008
'Leitlinienprogramm Onkologie' vorgestellt

Krebs-Patienten haben das Recht auf eine bestmögliche Versorgung, unabhängig von Wohnort, Alter und Versicherungsstatus. Die Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Krebskrankheiten sollte im Sinne der höchsten Versorgungsqualität nach einheitlichen Leitlinien ablaufen.

Bislang gibt es allerdings in der Onkologie noch zu wenige methodisch hochwertige, interdisziplinäre Leitlinien mit entsprechender wissenschaftlicher Evidenz, an denen sich die behandelnden Ärzte und Patienten orientieren können. Daher haben die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe eine Vereinbarung getroffen, um die Voraussetzungen für die Erstellung und Einführung von onkologischen Leitlinien in Deutschland zu verbessern.

"Es darf nicht sein, dass ein Krebs-Patient in Kiel anders behandelt wird als in Konstanz, im Saarland anders als in Sachsen", darin waren sich Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, Professor Dr. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und Professor Dr. Albrecht Enke, Präsident der AWMF, einig. Sie unterzeichneten heute, am 17. Januar 2008, in Berlin die gemeinsame Vereinbarung zum 'Leitlinienprogramm Onkologie'. "Die Diagnostik und Behandlung der nach wie vor potentiell tödlichen Krankheit Krebs muss in jedem Fall auf Basis der modernsten wissenschaftlichen Erkenntnisse erfolgen", so Janssen. Zu dieser wichtigen und notwendigen Standardisierung tragen evidenzbasierte Leitlinien bei. Sie sind eine wichtige Entscheidungshilfe für Ärzte und Patienten und ermöglichen eine leistungsfähige, qualitätsgesicherte Patientenversorgung. "Die Deutsche Krebshilfe ist bereit, die Erstellung von Leitlinien mit entsprechender wissenschaftlicher Evidenz mit einem gesonderten Programm zu fördern", sagte Janssen.

... mehr zu:
»AWMF »Onkologie

Die AWMF, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben im Rahmen des vereinbarten 'Leitlinienprogramms Onkologie' einen gemeinsamen Lenkungsausschuss eingerichtet, um die Voraussetzungen für die Entwicklung und Einführung interdisziplinärer Leitlinien für die Krebsmedizin zu schaffen. "Dieser Lenkungsausschuss soll künftig alle Leitlinienvorhaben auf dem Gebiet der Onkologie - unter Hinzuziehung von externen wissenschaftlich/medizinischen Experten - prüfen und fachlich beurteilen", erläuterte Bamberg. "Ziel ist es, über alle thematisch beteiligten Fachgesellschaften die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Gebieten Diagnostik, Therapie und Nachsorge zusammenzutragen und interdisziplinär zu bewerten."

"Aus Sicht der Gesundheitspolitik ist das 'Leitlinienprogramm Onkologie' im Sinne der verbesserten Patientenversorgung ein großer Schritt nach vorne", betonte Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit. "Leitlinien sorgen dafür, dass Interdisziplinarität und Qualitätssicherung in der klinischen Versorgung krebskranker Menschen zur Selbstverständlichkeit werden. Das Ministerium für Gesundheit begrüßt die gemeinsame Initiative von AWMF, Deutscher Krebsgesellschaft und Deutscher Krebshilfe."

Die Erarbeitung von Leitlinien ist aufwändig und zeitintensiv: "Die Sichtung der weltweit erhobenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Aufarbeitung dieser Daten und die Durchführung von Konsensuskonferenzen dauern oft Monate", erläuterte Enke. Nach der Veröffentlichung einer Leitlinie muss diese sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten bekannt gemacht werden, damit sie allen Beteiligten als Entscheidungshilfe im diagnostischen und therapeutischen Prozess dienen kann. "Gerade in der Versorgung von Krebs-Patienten mit ihren oft vielschichtigen Problemen spielen Leitlinien eine wichtige Rolle. Sie können wesentlich dazu beitragen, mehr Klarheit und Transparenz für Arzt und Patient zu schaffen und im vertrauensbildenden Dialog die Arzt-Patient-Kommunikation gleichberechtigt zu gestalten", berichtete Bamberg aus dem klinischem Alltag. "Die Deutsche Krebshilfe wird das 'Leitlinienprogramm Onkologie' mit jährlich 1,4 Millionen Euro fördern", sagte Janssen in Berlin.

Infokasten: Krebs in Deutschland
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 420.000 Menschen neu an Krebs, 211.400 starben im Jahr 2005 an den Folgen dieser Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Männer erkranken besonders häufig an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten durch Verzicht auf das Rauchen, gesunde Ernährung, Sport und einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermieden werden können. Früh erkannt, haben viele Krebserkrankungen eine große Heilungschance.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: AWMF Onkologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Mikrobiota im Darm befeuert Tumorwachstum
18.09.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fester Platz im Unternehmen - 36 Auszubildende und Studierende der Friedhelm Loh Group erhalten Zeugnisse

19.09.2018 | Unternehmensmeldung

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics