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Supraleiter soll Iter mit Strom versorgen

05.01.2006


Forscher entwickeln Kabel, das 75.000 Ampere verlustfrei transportiert



Wissenschaftler des Forschungszentrums Karlsruhe haben ein Kabel entwickelt, das 75.000 Ampere Strom verlustfrei transportieren kann. Das Hightech-Kabel besteht aus so genannten Hochtemperatur-Supraleitern und soll in Zukunft die Magneten des Fusionsreaktors Iter mit Strom versorgen, berichtet Heise Online.



Supraleiter sind Materialien, die beim Unterschreiten einer bestimmten Temperatur fast sprunghaft ihren elektrischen Widerstand verlieren und Magnetfelder bis zu einer bestimmten Stärke aus ihrem Inneren verdrängen. Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler schon daran, solche Supraleiter herzustellen. Vor knapp 20 Jahren galten Oxidkeramiken als die Supraleiter der Zukunft. Allerdings war sowohl die Produktion als auch das widerspenstige Werkstoffverhalten ein Problem.

Seit August 2005 ist der weltweit erste Generator mit Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) im Systemprüfhaus für Großantriebe der Siemens AG in Nürnberg erfolgreich in Betrieb. Der Generator leistet rund 4000 kVA bei 3600 U/min. Der Generator ist nur halb so groß und schwer wie ein gewöhnlicher Elektromotor und könnte künftig auf einem Schiff für den Bordstrom sorgen.

Heise berichtet, dass American Superconductor nach eigenen Angaben zudem kurz davorsteht, YBCO-Drähte mit einer Länge von immerhin 100 Metern zu fertigen, die nur ein Fünftel des der heutigen Wismut-Supraleiter kosten sollen. Diese Low-Cost-Supraleiter sollen 2007 auf den Markt kommen. Wie wichtig die Entwicklung solcher Supraleiter für die Stromkabelproduktion ist, wird am Beispiel von New York City deutlich. Dort verbindet ein 660 Meter langes 30. Mio. Dollar teures Keramikkabel in einem unterirdischen Kabelkanal Long Island mit den Elektrizitätswerken von New Jersey und überbrückt einen derzeitigen Engpass im Leitungssystem.

Auch Forscher der Universität Innsbruck arbeiten seit einigen Jahren erfolgreich an der Herstellung von Supra-Leitern (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=041122035 ). Den Forschern ist es bereits gelungen, Elektronen in Metallen zu geordneten Bewegungen entlang vorgegebener Bahnen zu zwingen. Dieses in Metallen bisher noch nie beobachtete Verhalten, liefert wichtige Erkenntnisse über die Wechselbeziehungen von Elektronen und über das Phänomen der Supraleitung.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

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