Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prozessor auf der Zunge lenkt Blinde

22.02.2013
Elektrische Impulse dienen als Navigationssystem

Ein kleiner Arduino-Prozessor namens "Tongueduino" übermittelt visuelle Informationen anhand von elektrischen Signalen auf der Zungenspitze. Die Leiterplatte, die aus einem drei Mal drei Strahlen-Gitter besteht, schickt dabei lesbare kribbelnde Impulse mit niedriger Spannung, die unter anderem als Kompass für Blinde dienen und als visuelle Prothesen fungieren können.

Eines der neun Felder, das gerade Signale ausschickt, leitet den Nutzer in die jeweilige Richtung. Damit könnten stumme Richtungsanweisungen von einem GPS-Empfänger transportiert werden. Tongueduino ist bisweilen jedoch nur verkabelt anwendbar. Der Prozessor wurde vom MIT Media Lab entwickelt.

"Klick-Sonar-Technik" üblich

"Um Hindernisse wahrzunehmen, können blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen unter anderem die 'Klick-Sonar-Technik' anwenden, indem sie mit der Zunge schnalzen und so den Gegenstand, der das Echo zurückwirft, erkennen", erklärt Raimund Lunzer, Pressesprecher des Blinden- und Sehbehindertenverbands Österreich http://blindenverband.at , im pressetext-Gespräch.

Das innovative System kann zudem an magnetische Sensoren gebunden werden. Dadurch können magnetische Erdfelder und Objekte um den Anwender herum dazu genutzt werden, Daten über die Richtung und Hindernisse zu schicken. Dadurch, dass die menschliche Zunge besonders schnell anpassungsfähig ist, benötigen die User des Prozessors keine besondere Übung, bis sie die Signale identifizieren können.

Ersatz für fehlenden Sinn

Weitere Forschungen zu Tongueduino sollen fortgesetzt werden. Je nach Verlauf und Erfolg soll das Produkt verbessert und zusätzlich eine kabellose Variante entwickelt werden. "Grundsätzlich ist jede technologische Art von Hilfsmitteln für sehbehinderte Menschen begrüßenswert, sobald sie erprobt und zugelassen ist. Die Technologie kompensiert dann einen Teil der fehlenden Sehkraft und ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben", schließt der Experte ab.

Andreea Iosa | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://media.mit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Krankheitserreger im Visier
09.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Wie überleben Nervenzellen? Forschungsteam versucht den Zelltod zu stoppen
04.10.2018 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics