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INTERNEURO - Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissenschaften

18.10.2004


INTERNEURO ist das Kurzwort für das gerade bestätigte Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissenschaften", für das die Deutsche Forschungsgemeinschaft gut 2,25 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Das Graduiertenkolleg hat in der Anfang 2005 beginnenden 1. Förderperiode eine Laufzeit von 4 ½ Jahren und soll 14 Doktoranden und einem Postdoktoranden die Qualifikation ermöglichen. Den Doktoranden wird ein systematisch angelegtes Studienprogramm mit Vorlesungen, Seminaren, Kolloquien und Praktika geboten, zu denen international ausgewiesene Gastwissenschaftler als Referenten eingeladen werden sollen. "Besonderer Wert", erklärt Prof. Andreas Reichenbach, Leiter der Abteilung Neurophysiologie am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig und Sprecher des Graduiertenkollegs, "legen wir auf das Training der wissenschaftlichen Kommunikation."

Die Themen des Graduiertenkollegs sind ausnahmslos interdisziplinär angelegt. "Das Wort ,interdisziplinär’ ist bei uns wirklich Programm", bekennt Prof. Reichenbach. "Wir verbinden aktuelle Fragen der Neurowissenschaften mit innovativen naturwissenschaftlichen Technologien und mathematischen Modellen." Dabei geht es den Wissenschaftlern sowohl um die Modellierung von zellulären Vorgängen als auch um die Bearbeitung klinisch bzw. biotechnologisch relevanter Fragestellungen. "Wir verstehen uns schon als Grundlagenforscher", meint Prof. Reichenbach, "aber wir verlieren das praktische Anliegen nicht aus den Augen."

Allein die beteiligten Einrichtungen kennzeichnen den interdisziplinären Charakter des Graduiertenkollegs: Die Medizinische Fakultät, einschließlich dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), die Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, die Fakultät für Physik und Geowissenschaften (alle Universität Leipzig) und das Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften Leipzig. "Mit dieser Symbiose ist es uns möglich, zelluläre Vorgänge zu modellieren, die man dann wieder im Experiment testen kann.", so Reichenbach. Im Vordergrund stehen dabei Untersuchungen zur Retina als visuelles Organ sowie akustische Informationsverarbeitungssysteme.

Das Vorhaben umfasst 14 Projekte, in der jeweils eine medizinische bzw. biologische Arbeitsgruppe mit einer physikalischen bzw. mathematischen vernetzt ist. In ihrer Pressemitteilung hebt die DFG hervor: "Die Verknüpfung von Biowissenschaften und Biophysik ist geeignet, die hochkomplexen neurowissenschaftliche Fragestellungen mit speziellen Methoden zu bearbeiten." Das Graduiertenkolleg ist so angelegt, dass jeder Doktorand von zwei Hochschullehrern betreut wird, immer von einem lebenswissenschaftlichen und einem der physikalisch-mathematischen Richtung.

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

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