Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühe Warnzeichen für den Wahn

11.08.2000


... mehr zu:
»Wahn »Warnzeichen
Kölner Psychotherapeuten erforschen Schizophrenie-Risiken

Jeder hundertste Deutsche erkrankt an Schizophrenie. In einem Modellprojekt fahndet jetzt ein Forscherteam unter der Leitung von Dr.

Martin Hambrecht, bundesweit erster Professor für die Früherkennung psychischer Krankheiten, an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Köln bei Jugendlichen nach frühen Warnzeichen für den Wahn. (Abb. 1) Darüber berichtet das "Kölner Universitäts-Journal" in seiner jüngsten Ausgabe. Das Heft bietet eine breite Palette von Themen aus der Forschung an der Universität zu Köln.

Den Tumor mit Nadeln attackiert
Patienten mit Prostatakrebs im Frühstadium raten die Ärzte in der Regel zur Operation. Doch die operative Entfernung des bösartigen Tumors ist nicht unproblematisch. Zwischen 60 bis 80 Prozent der Männer werden durch den Eingriff impotent; bis zu zehn Prozent leiden danach an unfreiwilligem Harnabgang. Mit zwei hochmodernen Bestrahlungsmethoden, die neuerdings an der Urologischen Klinik der Universität zu Köln eingesetzt werden, lassen sich die gefürchteten Nebenwirkungen nach Worten der Mediziner um etwa die Hälfte reduzieren, wie es in einem weitere Beitrag heißt.

Ein jüdischer Millennium-Mann
Als die israelische Tageszeitung Ha’Aretz kürzlich eine Umfrage startete, welches das für das Judentum wichtigste Buch der vergangenen tausend Jahre sei, tendierten die Antworten zugunsten zweier Schriften des Maimonides, jenes jüdischen Gelehrten, der aus dem muslimischen Spanien des 12. Jahrhunderts geflohen war und in Fustat bei Kairo seine beiden Hauptwerke verfasst hatte: Moreh Nebukhim (der bahnbrechende religionsphilosophische "Führer der Unschlüssigen") und Mishneh Torah ("Wiederholung der Lehre"), die bis heute vorbildhafte Kodifizierung talmudischer Gesetzesauslegung. Offensichtlich räumt man dem herausragenden Gelehrten knapp 800 Jahre nach seinem Tod den Stellenwert eines jüdischen "Millennium-Mannes" ein. Doch am Martin Buber Institut für Judaistik der Universität zu Köln beleuchtet Professor Dr. Gerrit Bos zur Zeit eine weitere Seite dieses bedeutenden Denkers - eine, die bisher kaum durch Schlagzeilen bekannt wurde - seine Tätigkeit als Arzt, wie einem weiteren Beitrag zu entnehmen ist. (Abb. 2)

Bilderberg in Namibia
Mit 2.600 Metern Höhe ist der Brandberg nicht nur die höchste Erhebung Namibias, vor dessen Felslandschaft sich die Wüste ausbreitet, vielmehr zog sein überlebenswichtiges Wasserreservoir bereits vor Urzeiten Sammler und Jäger der Region an. Meist in Dürrezeiten suchten sie den kreisrunden Inselberg, Durchmesser 25 Kilometer, auf. In Jahrtausenden, von denen noch zahlreiche Felszeichnungen berichten, verwandelten sie ihn in eine blühende Kulturlandschaft. Eine Reise zum Brandberg führt in eine andere Zeit. Dr. Tilmann Lenssen-Erz und die Grabungstechnikerin Marie-Theres Erz vom Heinrich-Barth-Institut der Universität zu Köln präsentieren in dem Bildband "Brandberg - Der Bilderberg Namibias" eine Auswahl der rund 45.000 Felsenzeichnungen, die in jahrzehntelanger Arbeit von dem Grafiker Harald Pager an rund 900 Plätzen des Berges gesammelt und kartographiert wurden. (Abb. 3)

Kultur als Standortfaktor
Theaterbesucher sind mobiler als bisher angenommen. Wenn das Kulturangebot attraktiv ist, nehmen sie einen Fahrtweg bis zu einer Stunde in Kauf, um einen geselligen Abend zu verbringen. Denn 47 Prozent von ihnen verabreden sich mit Freunden und verbinden den Kulturgenuss mit einem Gastronomiebesuch. Entgegen vieler Vermutungen hat die finanzielle Situation eines Theatergastes keine Auswirkung auf seinen Kulturkonsum. Auch bei knapper Kasse leisten sich die Leute durchschnittlich Karten zwischen knapp 20 Mark (ermäßigt) und 45 Mark, und geben anschließend fürs Bierchen zwischen zehn und 20 Mark aus. Dies sind Ergebnisse der Untersuchung "Kultur als Standortfaktor", die Birgit Schmidt am Geographischen Institut der Universität zu Köln erstellt hat. (Abb. 4)

Studieren mit harten Bandagen
Morgens kämpfen sie um den freien Stehplatz an der Wand des Hörsaals, mittags verstecken sie viel gefragte Bücher in der Bibliothek voreinander, und abends bedrängen sie den Assistenten, sie doch noch auf die Sprechstundenliste des Professors zu setzen. Auch Studenten leben nicht stressfrei, der Konkurrenzkampf unter den Kommilitonen gehört schon seit langem zum studentischen Alltag. Professor Dr. Jörg Fengler von der Heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln kennt solche Szenen. Er hat sich ausführlich mit dem Thema Konkurrenz an der Hochschule beschäftigt. (Abb. 5)

Die Abbildungen sowie die Bildlegenden sind unter URL http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/08_2000/110_00.htm
herunterladbar.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

Für die Übersendung eines Belegexemplares wären wir Ihnen dankbar.

 

Anneliese Odenthal |

Weitere Berichte zu: Wahn Warnzeichen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wenn Blutgefäße zu durchlässig sind
01.10.2019 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Sensoren aus bioinspirierten Nanoporen
27.09.2019 | Technische Universität Darmstadt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Das Stromnetz fit für E-Mobilität machen

21.10.2019 | Förderungen Preise

Kompakt, effizient, robust und zuverlässig: FBH-Entwicklungen für den Weltraum

21.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics