Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege in der Arbeits- und Umweltmedizin

25.01.2001


Wie kann der Mensch vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffen am Arbeitsplatz geschützt werden? Um das Maß der Schadstoffbelastung und das daraus resultierende Gesundheitsrisiko abschätzen zu können, bedienen sich
Arbeits- und Umweltmediziner des Biological Monitoring. Damit ist ein Bündel von chemisch-analytischen Methoden zur Bestimmung von Arbeitsschadstoffen und ihrer Stoffwechselprodukte im menschlichen Organismus gemeint.

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Möglichkeiten des Biological Monitoring frühzeitig erkannt und die Grundlagenforschung kontinuierlich gefördert - mit dem Ergebnis, dass die deutsche Forschung auf diesem Gebiet auch international eine Vorreiterrolle gewonnen hat. So gibt die Kommission seit 1976 eine Sammlung zuverlässiger Analysenverfahren für das Biological Monitoring heraus (seit 1985 auch in englischer Sprache). Diese ist die Grundlage für die Aufstellung der biologischen Arbeitsstofftoleranzwerte (BAT-Werte), anhand derer das Gesundheitsrisiko des Einzelnen abgeschätzt werden kann. Zusammen mit den MAK-Werten bilden diese Publikationen unverzichtbare Instrumente der Arbeitsmedizin und des Arbeitsschutzes.

Die Kommission hat jetzt eine Bestandsaufnahme zu den gegenwärtigen und zukünftigen Möglichkeiten des Biological Monitoring vorgelegt. Grundlage ist das Rundgespräch "Biomarker", das im März 2000 Toxikologen, Arbeits- und Umweltmediziner, Allergologen und Humangenetiker sowie Chemiker zusammenführte. Die Vortragstexte und Diskussionsergebnisse des Rundgesprächs und der Kolloquien bieten eine aktuelle, interdisziplinär ausgerichtete Informationsquelle zu Methoden- und Perspektivenfragen des Biological Monitoring in der Arbeits- und Umweltmedizin.

Das Zentralergebnis ist, dass die deutsche Forschung sich auf dem Feld des Biological Monitor-Ring nur dann behaupten kann, wenn es gelingt, die neuen Möglichkeiten des Effektmonitorring zu nutzen und weiter auszubauen. Waren bislang vorrangig die Dosis und das Maß der inneren Belastung durch Schadstoffe untersucht worden, so kommt es jetzt darauf an, neue biochemische und biologische Parameter zu erfassen, um biochemischen und biologischen Effekten von Schadstoffen auf die Spur zu kommen. Noch ist über das diagnostische Potenzial dieser Effektmarker zu wenig bekannt. Neue und zukunftsweisende Ergebnisse werden nur in der interdisziplinären Zusammenarbeit möglich sein.


Deutsche Forschungsgemeinschaft
Biological Monitoring
Heutige und künftige Möglichkeiten in der Arbeits- und Umweltmedizin. Rundgespräche und Kolloquien
Herausgegeben von Jürgen Angerer
2001, 208 S., Preis DM 148,--
WILEY-VCH Verlag GmbH, Weinheim

Hinweis für Redaktionen:
Redaktionen können bei nachgewiesenem Bedarf ein kostenloses Rezensionsexemplar beim Pressereferat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn,
Fax: 0228/885-2180, Tel.: 02228/885-2210 oder -2109, anfordern.

Jutta Höhn | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Kommunikation und Schutz vor Austrocknung: Schmelzverhalten erklärt biologische Funktion der Wachsschicht von Ameisen
19.02.2020 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Flexibles Fügen und wandlungsfähige Prozessketten: der Schlüssel für effiziente Produktion
17.02.2020 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

10.000-mal schnellere Berechnungen möglich

20.02.2020 | Physik Astronomie

Darmkrebs: Erhöhte Lebenserwartung dank individueller Therapien

20.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Krebsstammzellen nachverfolgen

20.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics