Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Inspektionen in der Tiefe: Tauchfahrzeug "Seebär" seeklar

02.03.2001



Wo für Menschen das Risiko unkalkulierbar wird, liegen die zukünftigen Einsatzgebiete des mobilen Unterwasserfahrzeugs "Seebär": Seine Systeme untersuchen Flussläufe, Talsperren oder Küstengewässer bis zu einer Tiefe von 300 m. Nächstes Ziel der Entwickler aus Ilmenau und Bremen: unbemannte autonome Unterwasserfahrzeuge.

Das elektrisch getriebene und über Lichtleitkabel geführte Unterwasserfahrzeug wird im Rahmen einer Kooperation mit der Bundesanstalt für Wasserbau und der Thüringer Talsperrenverwaltung deutschlandweit zunächst zur Inspektion von Flüssen, Kanälen, Talsperren, Küstengewässern und Wasserbauten eingesetzt. Die jetzige Anfangsausstattung erlaubt Tauchgänge bis zu einer Tiefe von 3oo m und einer Entfernung von 1000 m vom Leitsystem und Operateur. Bildgebende Systeme wie Farbkameras und Sonar untersuchen die Zielgebiete und Zielbauten. Fünf Antriebe verleihen dem "Seebär" eine maximale Geschwindigkeit von sechs Knoten. Das mobile Fahrzeug ergänzt und erweitert wesentlich die Arbeit von Tauchern und wird in den Unterwasserbereichen eingesetzt, in denen Menschen aus gesundheitlichen und Gründen der Sicherheit nicht mehr agieren können.

Entwickelt und gefertigt wurde der "Seebär" in einer Forschungskooperation der TU Ilmenau (Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik) mit dem Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau, der Firma SEI system engineering ilmenau GmbH und der Bremer STN ATLAS Elektronik GmbH. Mit dem Einsatz des "Seebär" nimmt das Entwicklungsteam einen internationalen Spitzenplatz ein. Das technologische Niveau der STN ATLAS Elektronik GmbH auf dem Gebiet unbemannter Wasserfahrzeuge und die Entwicklung neuer Strategien für die Steuerungsebenen Mission, Manöver und Autopilot durch die TU Ilmenau werden diese Position sichern. Mit der Integration eines Lasermess-Systems und von Ultraschall-Sensoren werden in einem weiteren Entwicklungsschritt die Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs erweitert.

Das Projektteam aus Ilmenau und Bremen wird die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei in der Entwicklung unbemannter autonomer Systeme. Die Herausforderungen der Autonomie liegen in den Umwelt- und Gewässerbedingungen (z.B. Tiefe, Strömungen) und den begrenzten Energiemengen; vor allem aber in den fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Unterwasserfahrzeug und der daraus resultierenden Systemfähigkeit zum eigenen Handeln aufgrund nicht vorhersehbarer Situationen.

Das Projektteam lädt ein zur Präsentation des Unterwasserfahrzeugs "Seebär" am Dienstag, dem 13. März 2001, um 10.30 Uhr in der Bundesanstalt für Wasserbau, Dienststelle Ilmenau, Am Ehrenberg 8. Die Gesprächspartner werden sein: Prof. Wernstedt, TU Ilmenau; Dipl.-Phys. Hornfeld, STN ATLAS Elektronik GmbH Bremen; Dr.-Ing. Koch, SEI system engineering ilmenau GmbH; Dipl.-Ing. Bruns, Bundesanstalt für Wasserbau.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau


Fakultät für Informatik und Automatisierung
Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik
Prof. Jürgen Wernstedt

Tel. +49/(0)3677-69 2814/ -69 28 15
Fax +49/(0)3677-69 14 34
E-Mail: juergen.wernstedt@systemtechnik.tu-ilmenau.de

M.A. Wilfried Nax | idw

Weitere Berichte zu: Atlas Elektronik Inspektion STN Unterwasserfahrzeug Wasserbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Krankheitserreger im Visier
09.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Wie überleben Nervenzellen? Forschungsteam versucht den Zelltod zu stoppen
04.10.2018 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics