Inspektionen in der Tiefe: Tauchfahrzeug "Seebär" seeklar

Wo für Menschen das Risiko unkalkulierbar wird, liegen die zukünftigen Einsatzgebiete des mobilen Unterwasserfahrzeugs „Seebär“: Seine Systeme untersuchen Flussläufe, Talsperren oder Küstengewässer bis zu einer Tiefe von 300 m. Nächstes Ziel der Entwickler aus Ilmenau und Bremen: unbemannte autonome Unterwasserfahrzeuge.

Das elektrisch getriebene und über Lichtleitkabel geführte Unterwasserfahrzeug wird im Rahmen einer Kooperation mit der Bundesanstalt für Wasserbau und der Thüringer Talsperrenverwaltung deutschlandweit zunächst zur Inspektion von Flüssen, Kanälen, Talsperren, Küstengewässern und Wasserbauten eingesetzt. Die jetzige Anfangsausstattung erlaubt Tauchgänge bis zu einer Tiefe von 3oo m und einer Entfernung von 1000 m vom Leitsystem und Operateur. Bildgebende Systeme wie Farbkameras und Sonar untersuchen die Zielgebiete und Zielbauten. Fünf Antriebe verleihen dem „Seebär“ eine maximale Geschwindigkeit von sechs Knoten. Das mobile Fahrzeug ergänzt und erweitert wesentlich die Arbeit von Tauchern und wird in den Unterwasserbereichen eingesetzt, in denen Menschen aus gesundheitlichen und Gründen der Sicherheit nicht mehr agieren können.

Entwickelt und gefertigt wurde der „Seebär“ in einer Forschungskooperation der TU Ilmenau (Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik) mit dem Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau, der Firma SEI system engineering ilmenau GmbH und der Bremer STN ATLAS Elektronik GmbH. Mit dem Einsatz des „Seebär“ nimmt das Entwicklungsteam einen internationalen Spitzenplatz ein. Das technologische Niveau der STN ATLAS Elektronik GmbH auf dem Gebiet unbemannter Wasserfahrzeuge und die Entwicklung neuer Strategien für die Steuerungsebenen Mission, Manöver und Autopilot durch die TU Ilmenau werden diese Position sichern. Mit der Integration eines Lasermess-Systems und von Ultraschall-Sensoren werden in einem weiteren Entwicklungsschritt die Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs erweitert.

Das Projektteam aus Ilmenau und Bremen wird die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei in der Entwicklung unbemannter autonomer Systeme. Die Herausforderungen der Autonomie liegen in den Umwelt- und Gewässerbedingungen (z.B. Tiefe, Strömungen) und den begrenzten Energiemengen; vor allem aber in den fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Unterwasserfahrzeug und der daraus resultierenden Systemfähigkeit zum eigenen Handeln aufgrund nicht vorhersehbarer Situationen.

Das Projektteam lädt ein zur Präsentation des Unterwasserfahrzeugs „Seebär“ am Dienstag, dem 13. März 2001, um 10.30 Uhr in der Bundesanstalt für Wasserbau, Dienststelle Ilmenau, Am Ehrenberg 8. Die Gesprächspartner werden sein: Prof. Wernstedt, TU Ilmenau; Dipl.-Phys. Hornfeld, STN ATLAS Elektronik GmbH Bremen; Dr.-Ing. Koch, SEI system engineering ilmenau GmbH; Dipl.-Ing. Bruns, Bundesanstalt für Wasserbau.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau
Fakultät für Informatik und Automatisierung
Institut für Automatisierungs- und Systemtechnik
Prof. Jürgen Wernstedt
Tel. +49/(0)3677-69 2814/ -69 28 15
Fax +49/(0)3677-69 14 34
E-Mail: juergen.wernstedt@systemtechnik.tu-ilmenau.de

Media Contact

M.A. Wilfried Nax idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung

Aktuelle Meldungen und Entwicklungen aus fächer- und disziplinenübergreifender Forschung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Mikrosystemforschung, Emotionsforschung, Zukunftsforschung und Stratosphärenforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Neues Konzept der bakteriellen Genregulation entdeckt

Bakterien sind unsere stetigen Begleiter: Die winzigen Lebewesen sind in und auf dem menschlichen Körper zu finden, ebenso wie auf dem von Tieren und Pflanzen.

MINT²KA: Neue Ideen für einen innovativen und forschungsnahen Unterricht in den MINT-Fächern

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) können uns helfen, die Welt besser zu verstehen und Lösungen für Schlüsselprobleme der…

Leben am Limit

Alles Leben braucht Energie. Wo diese nicht in ausreichendem Maß verfügbar ist, kann es kein Leben geben. Doch wie viel ist ausreichend?