Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fälschungssichere Medikamente durch RFID - Verbesserte Herkunftsnachweise in der Pharmabranche

24.03.2010
Eine detaillierte Nachweispflicht und eine verbesserte Sicherheit vor Fälschungen von pharmazeutischen Produkten sind in Zeiten, in denen Medikamente auch online bestellt werden können, von zunehmender Bedeutung.

Vor allem aus Gründen des Patientenschutzes wächst der gesetzgeberische Druck, Fehlmedikationen und Medikamentenfälschungen durch eine lückenlose Rückverfolgung von einzelnen Medikamentenverpackungen zu verhindern. Moderne Identifikationsverfahren wie RFID (Radio Frequenz Identifikation) können für Transparenz in der Pharmalogistik sorgen.

Allerdings erschweren die für Medikamente oft verwendeten Metallverpackungen, wie Tuben oder Blister, die Erfassung. Wissenschaftler des Instituts für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart (IFT) erforschen im Projekt "RadioPharm" Möglichkeiten für eine praktikable und vollständige Erfassung.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen der Pharmabranche setzen RFID bisher kaum ein. Grund sind neben den Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung die damit verbundenen hohen Kosten. Um bei einer Gesetzesänderung zur Nachweispflicht vorbereitet zu sein und einen kostengünstigen Einsatz von RFID in der Pharmalogistik zu entwickeln, arbeiten die Stuttgarter Forscher mit Pharma-Unternehmen, einer Stuttgarter und einer Versand-Apotheke und weiteren Unternehmen zusammen. Sie prüfen die gesamte Wertschöpfungskette ausgewählter Medikamente vom Arzneimittelhersteller über den Großhändler bis hin zur Apotheke und damit zum Verbraucher.

Die Logistiker bauten ein Identifikationssystem für verschiedene Verkaufsverpackungen von Medikamenten auf. Neuartig an diesem System ist, dass jede Medikamentverpackung und nicht nur größere Umverpackungen oder Paletten mit einem Transponder (in diesem Fall mit Schreib- und Lesezugriff) versehen ist. Zudem sollte, trotz störender Einflüsse von Flüssigkeiten oder Metallen, der Schreib-Lese-Zugriff auf jeden einzelnen Transponder möglich sein - eine neue Anforderung an die RFID-Technologie, die speziell im Pharmabereich zum Tragen kommt. Um die technische Machbarkeit des von ihnen entwickelten Systems nachzuweisen, bauten die Mitarbeiter des IFT eine Mess- und Prüfstrecke als Demonstrator. Mit diesem kann untersucht werden, ob auf die mit Transpondern ausgestatteten Einzelverpackungen unabhängig von der Medikamenten-Darreichungsform (wie Flüssigkeiten, Tabletten, Salben) zuverlässig zugegriffen werden kann, sowohl für die Einzelidentifikation als auch für größere Mengen (Pulklesung). Damit ist nicht nur die Abbildung einer Produktionslinie eines Arzneimittelherstellers, sondern auch der Prüfprozess nach der Auftragszusammenstellung beim Großhändler möglich. Durch den Einsatz solcher Systeme ergibt sich für den Verbraucher mehr Sicherheit beim Medikamentenkauf.

Das Projekt RadioPharm wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert und von der Bundesvereinigung Logistik e.V. betreut.

Ansprechpartner: Alexander Hoppe, Institut für Fördertechnik und Logistik, Tel. 0711/685-83698, e-mail: alexander.hoppe@ift.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht TU Ilmenau entwickelt intelligente Sensorik zur Verarbeitung von Big Data
21.10.2019 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria
18.10.2019 | Fraunhofer Austria Research GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Studenten entwickeln einen Koffer, der automatisch auf Schritt und Tritt folgt

22.10.2019 | Innovative Produkte

Chemikern der Universität Münster gelingt Herstellung neuartiger Lewis-Supersäuren auf Phosphor-Basis

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics