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Nanotechnologie in Nordrhein-Westfalen

10.08.2004


Warum NRW in der Welt der Zwerge ein Riese ist



Die Nanotechnologie ist der Forschungsbereich, dem in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weltweit das größte Entwicklungs- und Wachstumspotential prognostiziert wird. Nordrhein-Westfalen hat das bereits vor mehr als zehn Jahren erkannt und die Entwicklung dieser Zukunftsbranche gezielt gefördert. Mit einem Netzwerk auf drei Säulen - je einem NanoCluster für Informationstechnik, Nanoanalytik und Energie - will NRW seine führende Position auf dem Gebiet nun weiter ausbauen. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und Professor Dr. Heinrich Kurz, Leiter des Instituts für Halbleitertechnik der RWTH Aachen, stellten heute (10.8.) in Düsseldorf die erste Säule vor - das NRW-NanoCluster für Informationstechnik.



Ministerin Kraft: "Nanotechnologie gilt als die Zukunftstechnologie. Das wissen wir in NRW schon lange und werden mit den drei NanoClustern in Aachen, Münster und Duisburg/Essen deshalb künftig das vorhandene wissenschaftlich hervorragende Know-how noch stärker in einem gemeinsamen Netzwerk bündeln. So soll das enorme Potenzial auch verstärkt der Wirtschaft nutzbar gemacht werden."

Nano (griechisch für Zwerg) beschreibt in der Wissenschaft als Vorsilbe die Größenordnung von einem millionstel Millimeter. Entsprechend feinschichtig durchdringt die Nanotechnologie eine Vielzahl wissenschaftlicher Bereiche, wie Chemie, Physik, Mikroelektronik, Biologie, Ingenieurwissenschaften oder Medizin und erfordert so zunehmend deren Vernetzung. Aus der Welt der kleinen Dinge entwickeln sich neue Produkte oder Produkteigenschaften mit extrem hohem Nutzen - leistungsfähigere Handys, selbstreinigende Fenster oder Stoffe, die Schweißgeruch nicht mehr annehmen. Und das weltweite Wachstumspotenzial ist enorm: So schätzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Marktvolumen in diesem Bereich auf 350 Milliarden Euro.

NRW hat durch den Aufbau interdisziplinär zusammengesetzter Forschungs¬verbünde schon vor vielen Jahren seine führende Stellung in den Nanowissen¬schaften begründet. Über neun Millionen Euro direkte Forschungsfördermittel hat das Wissenschaftsministerium allein in den vergangenen fünf Jahren gezielt im Bereich Nanotechnologie eingesetzt. "In der ’Welt der Zwerge’ ist NRW inzwischen ein Riese," erklärte Kraft. Die große Breite und Interdisziplinarität der Nanotechnologie macht die Aufteilung des Netzwerks in drei Cluster, drei klar trennbare große Bereiche, erforderlich, die an die jeweiligen Zentren und Hochschulen angebunden sind:

* Nano/Informationstechnik am Standort Aachen
* NanoBio/Nanoanalytik am Standort Münster
* Nano/Energie am Standort Duisburg/Essen

Der Aufbau des Netzwerks der drei Cluster hat mit je einem Workshop zur Nano/Informationstechnologie (Dezember 2003 in Aachen) und NanoBio/Nanoanalytik (Juni 2004 in Münster) begonnen. Der Startschuss für die dritte Säule "Nano/Energie" ist mit einem Workshop Ende des Jahres in Duisburg/Essen geplant. Die drei Säulen werden dann zu einem Netzwerk zusammengeführt, in dem gegenseitiger Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch im Hinblick auf Kooperationen mit der Industrie stattfinden soll.

Die Vernetzung ist auch eine wichtige Basis für die weiterhin erfolgreiche Einwerbung von EU-Forschungsfördermitteln, die mittlerweile zunehmend eine verbesserte Forschungsstruktur voraussetzen. Im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramms hat die EU mit Blick auf den Wettbewerb mit den USA und Japan einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich der Nanotechnologien gesetzt. Von den 117 Millionen Euro, die NRW bisher aus dem Programm eingeworben hat, rechnet man etwa ein Drittel dem Bereich Nanotechnologie zu. Die vernetzte Struktur der drei Cluster bietet nun große Chancen, den Anteil für den Hochschulbereich erheblich auszuweiten.

NRW NanoCluster für Informationstechnik

Professor Kurz, Geschäftsführer der Aachener Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH (AMO), stellte als Sprecher des Netzwerks das NRW-NanoCluster für Informationstechnik vor: "Ziel dieses Clusters ist es, durch Bündelung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und Nutzung der damit verbundenen Synergieeffekte die Nanotechnologie im Bereich der Informationstechnik zu fördern und ihren Platz in der Spitzenforschung des Landes weiter zu festigen." Das Cluster setzt sich aus zehn Universitäten und einer außeruniversitären Einrichtung zusammen, die im Bereich Nanotechnologie in NRW eine entscheidende Rolle spielen.

Um einen ersten Überblick über das in NRW bereits vielfältig vorhandene Know-how zu geben, hat das Wissenschaftsministerium eine Broschüre in Auftrag gegeben, die "an konkreten Beispielen aus der Forschung die wissenschaftliche Kompetenz der beteiligten Gruppen anschaulich darstellt. Zielgruppe ist neben dem Fachpublikum besonders auch die interessierte Öffentlichkeit und die Wirtschaft," wie Kurz betonte. Die Broschüre des NRW-NanoClusters wird in naher Zukunft durch die der Cluster Nano/Bio und Nano/Energie ergänzt werden. Weiterführende Informationen sind über die Geschäftsstelle des NRW-NanoClusters für Informationstechnik, Frau Dipl.-Kff. Maike Meyer, AMO GmbH, Huyskensweg 25, 52074 Aachen, Tel. 0241-8867 121, Fax. 0241-8867 573 Email: meyer@amo.de

Ralf-Michael Weimar | idw
Weitere Informationen:
http://www.amo.de/nrwnanocluster.html
http://www.nano.nrw.de

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