Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Europäisierung des alltäglichen Lebens: Kick-off der EUCROSS-Umfrage

28.06.2012
Wer ist am meisten involviert in die sozialen und kulturellen Aspekte der europäischen Integration? Erzeugen grenzüberschreitende Aktivitäten Solidarität, die eine gemeinsame Identität als ‚Europäer‘ stärkt?

EUCROSS wird diese Themen durch eine große Stichprobe an EU-Bewohnern und mithilfe von quantitativen und qualitativen Analysen über die grenzüberschreitenden Aktivitäten und individuellen Identitäten untersuchen.

Bei der europäischen Integration geht es um mehr als öffentliche Finanzen und Budgets. Während politische Institutionen in Brüssel und den Hauptstädten der Mitgliedsländer über Staatsanleihen, Eurobonds und den Fiskalpakt diskutieren, leben europäische Bürger ein ‚profaneres‘ Europa als Bestandteil ihres Alltags.

Europäische Bürger fliegen kostengünstig nach Griechenland, chatten mit Freunden in Italien, planen Sprachkurse in Irland und shoppen online auf französischen Webseiten. Das zeigt, dass es ein anderes Europa gibt, ein Europa der alltäglichen grenzüberschreitenden Interaktionen, die durch fast 50 Jahre europäische Integration möglich gemacht wurden.

Wie sieht der von Europa geformte Alltag aus? Wer ist Teil davon? Und erzeugen diese grenzüberschreitenden Aktivitäten Solidarität, die eine gemeinsame Identität als ‚Europäer‘ stärkt? Antworten auf diese Art von Fragen werden vom EUCROSS Forschungsprojekt gesucht, welches durch das 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördert wird.

Derzeit führt das Forschungskonsortium (Zusammensetzung siehe unten) eine große Telefonumfrage in sechs Ländern durch (Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Dänemark und Rumänien). Diese beruht auf einer Zufallsstichprobe von mehr als 8.000 EU-Bürgern. Zusätzlich zu den nationalen Stichproben werden dabei zwei Migrantengruppen, nämlich rumänische und türkische Staatsbürger, in den genannten Ländern befragt.

Das Ziel der Umfrage ist es, individuelle grenzüberschreitende Aktivitäten auszumachen, die durch die europäische Integration und die Globalisierung befördert werden. Grenzüberschreitende Aktivitäten können sich sowohl in physischer als auch in virtueller Form vollziehen. Durch dieses Projekt soll bestehendes Wissen erweitert werden, z.B. über das Reiseverhalten von EU-Bürgern, welches sich als höchst unterschiedlich erweist – so sind 86% der Dänen mindestens einmal im Jahr 2009 geschäftlich oder privat gereist, wohingegen dies nur für 58% der Italiener und für 51% der Rumänen zutrifft (laut Eurobarometer 2010). In einem weiteren Schritt werden die Wissenschaftler den Einfluss dieser grenzüberschreitenden Aktivitäten auf das Verständnis der Befragten von Europa und die europäische Solidarität untersuchen.

Das Forschungsthema ist insbesondere aufgrund der ökonomischen Krise in der Eurozone, dem Anstieg von radikalem Nationalismus und der Verbreitung von Euroskeptizismus in der öffentlichen Meinung aktuell.

Wer ist am meisten involviert in die sozialen und kulturellen Aspekte der europäischen Integration? EUCROSS wird diese Themen durch eine große Stichprobe an EU-Bewohnern und mithilfe von quantitativen und qualitativen Analysen über die grenzüberschreitenden Aktivitäten und individuellen Identitäten untersuchen.

Kontakt:
Steffen Pötzschke
Abteilung SDM
GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
B 2,15
68072 Mannheim
Tel.: 0621-1246-222
E-Mail: steffen.poetzschke@gesis.org
Christian Kolle
Abteilung Kommunikation
GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Unter Sachsenhausen 6-8
50667 Köln
Tel.: 0221-47694-138
Fax: 0221-47694-564
E-Mail: christian.kolle@gesis.org
Über EUCROSS:
Das EUCROSS Forschungsprojekt (der volle Titel lautet: The Europeanisation of Everyday Life: Cross-Border Practices and Transnational Identifications Among EU and Third-Country Citizens) wird koordiniert durch Professor Ettore Recchi von der italienischen Universität Chieti-Pescara.Das Forschungskonsortium besteht zudem aus GESIS-Leibniz Institut für Sozialwissenschaften (Mannheim, Deutschland; Professor Michael Braun), der Universität von Aarhus (Dänemark; Professor Adrian Favell), dem Institut für Internationale Studien Barcelona (IBEI) (Spanien; Professor Juan Díez Medrano), der Universität von York (Großbritannien; Professor Mike Savage) und der Universität von Bukarest (Rumänien; Professor Dumitru Sandu).
Über GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften:
Als die größte deutsche Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften steht das GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Forscherinnen und Forschern auf allen Ebenen ihrer Forschungsvorhaben mit seiner Expertise und seinen Dienstleistungen beratend zur Seite, so dass gesellschaftlich relevante Fragen auf der Basis neuester wissen¬schaftlicher Methoden, qualitativ hochwertiger Daten und Forschungsinformationen beantwortet werden können. GESIS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und unterhält institutionelle und projektbezogene Kooperationen mit diversen Universitäten. GESIS ist an wichtigen europäischen Projekten wie u.a. dem European Social Survey (ESS), der European Value Study (EVS), dem europäischen Archivverbund CESSDA und dem OECD-Projekt Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) beteiligt.

Christian Kolle | idw
Weitere Informationen:
http://www.eucross.eu
http://www.gesis.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Wie lassen sich soziale Innovationen messen?
01.07.2020 | Institut Arbeit und Technik

nachricht Ähnlicher als gedacht: Männer und Frauen gleichen ihr Gesundheitsverhalten nach Einschnitt an
04.05.2020 | Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics