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Internationales Projekt zu Krankenversicherung für Arme

14.11.2005


Studierende der Universität zu Köln werten Haushaltsbefragung in Indien aus



Eine außergewöhnliche Verbindung von Forschung und Lehre beginnt heute in Neu Delhi in einem internationalen Forschungsprojekt zum Thema Krankenversicherung für ärmere Menschen in Indien unter Kölner Beteiligung. Dreißig Studierende aus Deutschland, den Niederlanden und Indien treffen sich in der indischen Hauptstadt mit Professoren, internationalen Experten und hochrangigen indischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft, um die bisher größte vergleichende Haushaltsbefragung zu diesem Thema auszuwerten. Das Projekt mit dem Namen "Strengthening Micro Health Insurance Units for the Poor in India" wird von der Europäischen Kommission finanziert. Die Universität zu Köln (Koordinatorin des Projekts), die Erasmus Universität in Rotterdam, die Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI) und das Birla Institute of Management Technology (BIMTECH) nehmen daran teil.

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Die Ausweitung von angepasster Krankenversicherung auch für arme Bevölkerungsgruppen ist ein hochaktuelles Thema in Indien. Einer Weltbankstudie aus dem Jahr 2002 zufolge, fällt jeder vierte Inder durch die Kosten nach einem Krankenhausaufenthalt in die Armut zurück. Ein Umstand, der durch Versicherung leicht zu vermeiden ist; jedoch sind die Erreichbarkeit der Zielgruppe und ihre besonderen Bedürfnisse eine Schwierigkeit. Im Rahmen der durchgeführten Studie, die auch von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) unterstützt wurde, sind 4.900 indische Haushalte in sieben verschiedenen Regionen untersucht worden. In jeder dieser Regionen ist bereits ein sog. Kleinstversicherer aktiv, so dass aus den gewonnenen Daten der bisher größte empirische Vergleich auf diesem Gebiet möglich geworden ist. Dabei geht es beispielsweise um Themen wie Nachfrage nach Versicherungsleistungen, Angebot, Regulierung oder Rückversicherung von Kleinstversicherern. Ziel der Untersuchung ist es, vorhandene Kleinstversicherer zu stärken und Erkenntnisse zu gewinnen, wie in Zukunft unter entwicklungspolitischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten Krankenversicherungen für die Armen sinnvoll gestaltet werden können. Dabei stützt sich das Projekt auf theoretische Vorarbeiten für eine finanzielle und administrative Unterstützungsinstitution, die 2002 unter dem Namen "Social Reinsurance" veröffentlicht wurden (Dror/Preker (Hrsg.): Social Reinsurance. ILO/Weltbank, 2002). Bei dem Projekt geht es vorrangig darum, eine nachhaltige Wirkung sicherzustellen. Politikberatung, die Entwicklung einer Managementsoftware für Kleinstversicherungen und angepasste Instrumente zur Unterstützung der Kleinstversicherung stehen im Vordergrund. Die Einbindung der Studierenden in das Projekt stellt sicher, dass Nachwuchskräfte qualifiziert werden, die in Zukunft auf diesem Gebiet weiter forschen möchten oder in entwicklungspolitischen Berufen ihr gewonnenes Wissen anwenden können. Die dreißig Projektstudenten treffen sich für vier Wochen zu einem internationalen Workshop auf dem Campus von BIMTECH bei Delhi. Der Aufenthalt beinhaltet für jeden Studierenden außerdem eine einwöchige Reise zu einem der beteiligten Kleinstversicherer. Auf dem Programm stehen Expertenbefragungen, Diskussionen mit indischen Versicherten und ökonomische Experimente. Die Studierenden werden nach ihrer Rückkehr je eine Diplomarbeit oder Master Thesis über ein Unterthema der Studie schreiben.

Angesehene Experten unterstützen das Projektteam vor Ort, wie beispielsweise Professor Dr. Ruth Koren von der Tel Aviv University oder Dr. Marion Danis von den National Institutes of Health (USA). Beide begleiten die Gruppe für einen längeren Zeitraum. Zusätzlich werden eine Reihe weitere Experten mit Vorlesungen die Diskussion bereichern und hochrangige indische Regierungsvertreter in Austausch mit der Gruppe treten.

Das Programm des Workshops in Indien sowie weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite (www.microhealthinsurance-india.org) oder per Email vom Koordinator des Projekts, Ralf Radermacher (ralf.radermacher@uni-koeln.de) oder dem wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr. David Dror (daviddror@socialre.org).

Verantwortlich: Anneliese Odenthal

Anneliese Odenthal | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/

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