Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Wally“ hebt ab: Jacobs-Tiefseeroboter wird von Helmholtz-Allianz ROBEX weiterentwickelt

16.10.2012
Anfang Oktober ging die von der Helmholtz-Gemeinschaft mit 30 Mio. Euro für fünf Jahre geförderte Forschungsallianz „Robotische Erkundung unter Extrembedingungen“ (ROBEX) an den Start, die in Deutschland erstmals Erfahrungen aus der Monderkundung und der Tiefseeforschung zusammenbringt.
Ein ROBEX-Projekt ist die Weiterentwicklung des Tiefseeroboters „Wally“ der Jacobs University durch neue Antriebs- und intelligente Steuerungstechnologie. Bislang rollt Wally mit Raupenantrieb über den Meeresgrund und liefert von dort Daten und Videos. Gelenkt wird er von Forschern via Internet-Verbindung. Bald soll Wally schwebend Hindernisse überwinden und sich autonom ohne externe Steuerung bewegen.

Unter Federführung des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung beteiligen sich an ROBEX das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, sechs deutsche Universitäten sowie zwei weitere Forschungsinstitute. Ziel der Allianz ist es, Technologien zu identifizieren und bis zur Einsatzreife weiterzuentwickeln, die die Erforschung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen erlauben wie Tiefsee, die Polarregionen oder andere Planeten. Im Fokus steht der Aufbau einer Infrastruktur aus einzelnen Roboter-Modulen, die bis zu einem gewissen Grad autonom agieren können.

Forscher und Studenten der Jacobs University arbeiten unter Leitung von Laurenz Thomsen, Professor of Geosciences, in der ROBEX-Allianz mit. Zusammen mit Kollegen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Bremen planen sie eine schrittweise Weiterentwicklung des Jacobs-Roboters Wally. Als erster Internet-gesteuerter Roboter der Meeresforschung ist dieser seit fast drei Jahren erfolgreich unter den extremen Umweltbedingungen der kanadischen Tiefsee vor Vancouver Island im Einsatz. Im Februar 2011 wurde er als Meilenstein der Tiefseeerkundung im Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Idee“ ausgezeichnet.

Wally in der kanadischen Tiefsee in 1000 Meter Wassertiefe vor Vancouver Island : Zusätzliche intelligente Programmierung und ein erweitertes Antriebssystem im Rahmen der ROBEX Helmholtz-Allianz sollen ihn unabhängiger und geländegängiger in machen.

Foto: NEPTUNE Canada / Jacobs University

Laurenz Thomsen: „Mitte nächsten Jahres soll es einen ersten modifizierten Wally geben. Ein erweitertes Antriebssystem soll ihm erlauben, vom Meeresgrund abzuheben und in die Wassersäule aufzusteigen, damit er größere Barrieren umschwimmen kann.“ In einem zweiten Schritt, anvisiert für 2014, gilt es, den Roboter so zu programmieren, dass er sich ohne externe Steuerung auf dem Meeresgrund bewegen kann. „Wally soll schließlich in der Lage sein, Missionen durchzuführen, ohne dass wir vorm PC die ganze Zeit dabei sein müssen – vergleichbar etwa mit der Autonomie des Mars-Roboters Curiosity“, erläutert Thomsen. Nach jeder Mission soll er dann selbständig zu einer Zentralstation zur Datenübergabe und Energieaufnahme zurückkehren. Die Parallele zur Planetenforschung zieht Wallys geistiger Vater nicht ohne Grund. „Bei der ROBEX-Allianz geht es gerade darum, Steuerungstechnologien und Datenübertragungssysteme, die sich bereits in der Tiefsee bewährt haben, auch an andere Extrembedingungen, wie auf sie auf Planeten oder im Polarkreis herrschen, anzupassen“, so Thomsen.

Zum Einsatz kam Wally bislang als Bestandteil des NEPTUNE Canada-Tiefseeobservatoriums, das über ein Kabelsystem am Meeresgrund Messdaten verschiedener Sonden, Fotos und Videos ins Internet speist. Auch bei den anstehenden Demo-Missionen im Rahmen des ROBEX-Projekts wird Jacobs-Professor Thomsen wieder mit den kanadischen Wissenschaftlern kooperieren. Zum geplanten Kick-Off Meeting der Helmholtz-Allianz im November in Bremen ist daher auch Bennoit Pirenne, stellvertretender Direktor für Datenverarbeitung von NEPTUNE Canada, geladen. Die Bremer Firma Titanium Solutions, die das korrosionsfeste Titangerüst des Jacobs-Roboters herstellte, wird am „schwimmenden“ Wally ebenfalls wieder mitarbeiten.

Helmholtz-Allianzen, in denen Helmholtz-Zentren mit Universitäten und anderen Forschungspartnern ihre Kompetenzen bündeln, bieten den beteiligten Wissenschaftlern die Möglichkeit, neue Forschungsfelder mit der erforderlichen kritischen Masse zu initiieren sowie bestehende Ansätze innovativ weiterzuentwickeln. Durch die Vernetzung vieler Forschergruppen entfalten die Allianzen eine große Hebelwirkung im jeweiligen Forschungsfeld und stärken so die internationale Wettbewerbsposition der deutschen Forschung.

Fragen zur Jacobs-Beteiligung an ROBEX beantwortet:
Laurenz Thomsen | Professor of Geosciences
Email: l.thomsen@jacobs-university.de | Tel.: 0421 200 – 3254
ROBEX-Partner:

Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Köln
GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Kiel

Universitäten:
Universität Bremen
Jacobs University Bremen
Technische Universität München
Technische Universität Kaiserslautern
Technische Universität Berlin
Technische Universität Dresden

Forschungsinstitute:
MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Bremen
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Bremen

Dr. Kristin Beck | idw
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Mysterium Bermuda: Geologen entdecken im Vulkangestein eine bisher unbekannte Region des Erdmantels
16.05.2019 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Submarine CO2-Speicherung in der Nordsee – Chance oder Risiko?
14.05.2019 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Im Focus: A step towards probabilistic computing

Working group led by physicist Professor Ulrich Nowak at the University of Konstanz, in collaboration with a team of physicists from Johannes Gutenberg University Mainz, demonstrates how skyrmions can be used for the computer concepts of the future

When it comes to performing a calculation destined to arrive at an exact result, humans are hopelessly inferior to the computer. In other areas, humans are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

Chemie – das gemeinsame Element

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Integrierte Zuckermoleküle schonen Zellkulturen

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Erstmals Einsatz von gefäßschützendem Antikörper bei kardiogenem Schock

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Additive Maschinen lernen Superlegierungen kennen

17.05.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics