Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Werkzeuge, starke Wirkung

30.03.2016

Team um Freiburger Chemiker erhält knapp 900.000 Euro, um einen Ansatz zur Erforschung eines Biopolymers zu entwickeln

Methoden der synthetischen organischen Chemie, Technologien zur Freisetzung von Wirkstoffen sowie Ansätze aus der Zell- und Tierbiologie miteinander kombinieren, um wirkungsvolle Werkzeuge zum Verständnis des Biopolymers Polyphosphat (polyP) zu entwickeln:


Prof. Dr. Henning Jessen

Foto: privat

Für dieses Forschungsvorhaben erhält Prof. Dr. Henning Jessen eine Förderung der International Human Frontier Science Program Organization (HFSPO) von knapp 900.000 Euro. Der Freiburger Chemiker koordiniert ein internationales Projekt mit Beteiligung der Stanford University/USA sowie des Center for DNA Fingerprinting and Diagnostics in Hyderabad/Indien.

In den nächsten drei Jahren wird das Team versuchen, die Wirkweisen von polyP in Säugetieren zu entschlüsseln. Ein besonderer Fokus soll darauf liegen, die Funktion von polyP bei der Blutgerinnung aufzuklären. Auch die Entwicklung neuartiger Antibiotika wäre mit den Ergebnissen möglich.

polyP, ein chemischer Stoff, der aus einer langen Kette von Phosphatgruppen besteht, erfüllt wichtige Funktionen: Bei Bakterien ist er beispielsweise an der Reaktion auf Stress, der Bildung von Biofilmen sowie an Antibiotikaresistenzen beteiligt.

Auch bei Säugetieren könnte das Biopolymer für entscheidende Vorgänge zuständig sein. Studien legen nahe, dass es bei der Blutgerinnung oder bei der Übermittlung von neuronalen Signalen eine Rolle spielt. Derzeit fehlen jedoch signifikante Informationen, da Forscherinnen und Forscher bisher noch nicht das Enzym identifiziert haben, das polyP in menschlichen Zellen synthetisiert. Zudem ist unbekannt, wie es dort transportiert wird.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Paul Wender aus den USA und Dr. Rashna Bhandari aus Indien will Jessen neue Technologien entwickeln, mit denen sich polyP herstellen, verändern, analysieren und transportieren lässt – zunächst im Reagenzglas, später auch in lebenden Zellen. Die Gruppe will damit einen grundlegenden Beitrag zur weiteren Erforschung des Biopolymers in Säugetieren leisten.

Die internationale Organisation HFSPO fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und neuartige Forschungsansätze. In dem Wettbewerb hat sich das Team um Jessen gegen mehr als 800 Anträge von Mitbewerberinnen und Mitbewerbern aus 64 Ländern durchgesetzt. An der Albert-Ludwigs-Universität hat er die Professur für Bioorganische Chemie inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der bioorganischen Phosphorsäurechemie, insbesondere auf der Funktion spezieller hochphosphorylierter zellulärer Signalmoleküle.

Henning Jessens Arbeitsgruppe an der Universität Freiburg
http://www.jessen-lab.uni-freiburg.de

Kontakt:
Prof. Dr. Henning Jessen
Institut für Organische Chemie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6073
E-Mail: henning.jessen@oc.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/personalia/jessen-biopolymer

Rudolf-Werner Dreier | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Wie aus Erfindungen Innovationen werden: HZDR-Innovationsfonds fördert erfolgreich Technologietransferprojekte
09.07.2020 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Einstieg in die Nanowelt
22.06.2020 | Hochschule Aalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics