Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Auszeichnung für Krebsforscher: Wilhelm-Warner-Preis geht an Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar

28.05.2010
Professor Dr. Jürgen Ruland, Leiter des Instituts für Molekulare Immunologie am Klinikum rechts der Isar der TU München, hat heute den Wilhelm-Warner-Preis 2009 der gleichnamigen Stiftung erhalten. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Ruland wurde für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung ausgezeichnet.

Die Preisverleihung durch Professor em. Dieter K. Hossfeld, den Vorsitzenden der Wilhelm-Warner-Stiftung und ehemaligen Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, fand in Hamburg statt. In seiner Preisrede sprach Prof. Ruland über „Chromosomale Translokationen bei Lymphomen: Signaltransduktion und therapeutische Zielstrukturen“.

Die Wilhelm-Warner-Stiftung wurde im Jahr 1961 gegründet. Sie vergibt den Preis jährlich an Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die Herausragendes bei der Erforschung und Therapie-entwicklung von Krebs- und Leukämieerkrankungen geleistet haben. Die Auszeichnung ging bereits an renommierte Forscher wie Georges J. F. Köhler, Nobelpreisträger 1984, und Prof. Harald zur Hausen, Nobelpreisträger 2008.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Hossfeld Prof. Ruland „für seine geradezu atemberaubenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Molekulargenetik und Molekularbiologie, der Hämatopoese (Blutbildung) und der hämatopoetischen Neoplasien. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt gleichermaßen auf dem Gebiet von Hämatologie/ Onkologie, Immunologie mit Mikrobiologie, Parasitologie sowie Virologie und Toxikologie.“ Hossfeld hob auch Rulands umfangreiches Publikationsverzeichnis hervor, das mehrere Veröffentlichungen in Nature, Nature Immunology, Journal of Experimental Medicine, New England Journal of Medicine beinhaltet.

Ruland erhält den Wilhelm-Warner-Preis für Forschungsarbeiten zur molekularen Pathogenese von malignen Lymphomen. Er konnte Mechanismen aufklären, die bei den so genannten MALT-Lymphomen das Wachstum der Tumorzellen treiben. Weiterhin gelang es ihm, auch bei aggressiven Lymphomen Strategien zu entwickeln, die wesentliche Überlebenssignale unterbrechen. Durch eine selektive Hemmung der Protease MALT1 kann bei einer aggressiven Form des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms der Tod von Tumorzellen herbeigeführt werden. Eine Weiterentwicklung dieser Strategien kann zu neuen spezifischen Therapien bei malignen Lymphomen führen.

Über Prof. Dr. med Jürgen Ruland
Prof. Dr. med. Jürgen Ruland ging nach dem Medizinstudium und klinischer Tätigkeit an der Technischen Universität München und der Universität Freiburg 1997 an das Ontario Cancer Institute in Toronto, wo er sich im Labor von Prof. Tak Mak mit Immunologie und Apoptose (Zelltod) im experimentellen System beschäftigte. 2003 kehrte er nach Deutschland zurück, um als klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der III. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar zu arbeiten. Aufgrund seiner exzellenten Vorleistungen erhielt er von der Deutschen Krebshilfe die Förderung einer Max-Eder-Nachwuchsgruppe. Ruland klärte unter anderem Zusammenhänge auf, wie Pilze, Grippeviren und Bakterien Alarm im Immunsystem auslösen. Diese Erkenntnisse lassen sich etwa für bessere Impfstoffe nutzen. Er habilitierte 2005 und ist Direktor des neu gegründeten Instituts für Molekulare Immunologie am Klinikum rechts der Isar.
Die Wilhelm-Warner-Stiftung
Die Wilhelm-Warner-Stiftung wurde 1961 in Hamburg gegründet und hat nach dem Willen des Stifters zwei Aufträge:
• Sie unterstützt Kinder, insbesondere Waisen und Vollwaisen mit dauernden Leiden oder Behinderungen, die aufgrund ihrer sozialen Situation bedürftig sind, finanziell

• Sie fördert die Krebsbekämpfung durch die jährliche Auszeichnung von verdienten Wissenschaftlern

Pressekontakt:
Tanja Schmidhofer
Klinikum rechts der Isar der TU München
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089 / 4140 2046
Fax: 089 / 4140 4929
E-mail: schmidhofer@lrz.tum.de

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovativ durch Forschung
22.07.2020 | time4you GmbH

nachricht Sicherheitsspezialist dormakaba mit dem Goldenen PROTECTOR Award ausgezeichnet
21.07.2020 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics