Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoch dotierter Wissenschaftspreis geht an Mikrobiologen an der Universität Tübingen

22.08.2012
Samuel Wagner erforscht, wie Bakterien Infektionen auslösen.

Der Sofja Kovalevskaja-Preis, einer der höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreise, geht in diesem Jahr an den Mikrobiologen Prof. Dr. Samuel Wagner, der seit Februar 2012 als Juniorprofessor an der Universität Tübingen arbeitet. Dies gab die Alexander von Humboldt-Stiftung soeben bekannt. Die Preissumme beträgt bis zu 1,65 Millionen Euro pro Preisträger; insgesamt zeichnet die Stiftung in diesem Jahr 14 Personen aus.

Der Preis ermöglicht den ausgezeichneten Forschern wissenschaftliche Arbeit zu einzigartigen Konditionen: Fünf Jahre lang können sie – unabhängig und ohne administrative Zwänge – ein eigenes Forschungsprojekt an einem Institut ihrer Wahl in Deutschland durchführen und eigene Arbeitsgruppen aufbauen.

Samuel Wagner wird sein Projekt am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Ingo B. Autenrieth durchführen. "Es hat mich natürlich sehr gefreut, diesen Preis verliehen zu bekommen, da er zum einen eine großartige Anerkennung meiner bisherigen Arbeit ist, als auch die bestmöglichen Forschungsvoraussetzungen für die nächsten fünf Jahre schafft“, so kommentiert Samuel Wagner die Verleihung des Preises und weiter:

„Ich habe mich für Tübingen entschieden, da die Universität einen exzellenten Ruf genießt und insbesondere in der Mikrobiologie mit einem Sonderforschungsbereich, einem Graduiertenkolleg und als Partnerstandort des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung sehr stark aufgestellt ist. Darüber hinaus hat mir sehr imponiert, wie sehr sich die Universität für meine Gewinnung eingesetzt und meine Juniorprofessur mit einer attraktiven Ausstattung und einer Tenure Track Option versehen hat."

Das Projekt

Bakterien wirken durch eine Vielzahl von Mechanismen auf ihre Umwelt ein. Ein Beispiel sind Typ III Sekretionssysteme, eine Art Bio-Nanomaschinen, mit denen Bakterien toxische Proteine wie mit einer Spritze in ihre Wirtszellen injizieren. Samuel Wagner erforscht an Salmonellen, wie diese bakteriellen Injektionsnadeln auf molekularer Ebene funktionieren und wie beispielsweise die Proteine durch die innere bakterielle Membran gelangen, um anschließend in die Wirtszelle abgegeben zu werden. Da Salmonellen und andere Bakterien ohne diesen Mechanismus keine Infektion auslösen können, birgt Wagners Arbeit großes Potential für die Entwicklung neuartiger Antibiotika, die diese Apparate hemmen. Würde ihre Funktionsweise entschlüsselt, wäre es außerdem denkbar, sie umzufunktionieren und zu verwenden, um nützliche Proteine gezielt in Zellen zu transportieren.

Biographisches zu Prof. Dr. Samuel Wagner:

Geboren 1978 in Marburg, Studium in Marburg, Wechsel ans Karolinska Institut/Schweden, dort Master und später Promotion an der Universität Stockholm (2008). Gastaufenthalte an der Cornell University, Ithaca/USA, Postdoktorand an der Yale University, New Haven/USA. 2008 Gründung der Firma Xbrane Bioscience in Stockholm. Seit Juni 2012 als Kovalevskaja-Preisträger an der Universität Tübingen.

Benannt wurde der Preis nach der 1850 geborenen russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja. Sie wurde 1874 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation „Zur Theorie der Partiellen Differentialgleichungen“ promoviert und erhielt 1889 eine ordentliche Professur für Mathematik an der Universität in Stockholm. Ziel des nach ihr benannten Preises ist es, international umworbene Forschertalente bereits zu Beginn einer vielversprechenden Karriere in Kooperationen mit Wissenschaftlern in Deutschland einzubinden.
Kontakt:
Prof. Dr. Samuel Wagner
Universität Tübingen
Medizinische Fakultät
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Telefon +49 7071 29-84238
samuel.wagner@med.uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht GFOS-Innovationsaward 2019: Anmeldung ab sofort möglich
13.12.2018 | GFOS mbH

nachricht Röhrchen statt Platten: 2,5 Millionen Euro für Entwicklung neuartiger Elektrolysezelle
13.12.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics