Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Historiker Jürgen Kocka erhält den internationalen Holberg Gedächtnispreis 2011

15.03.2011
Professor Jürgen Kocka wird mit dem internationalen Holberg Gedächtnispreis 2011 geehrt. Die Verleihung des mit 4,5 Millionen Kronen (ca. 575.000 Euro) dotierten internationalen Holberg Gedächtnispreises an Jürgen Kocka findet am 8. Juni in Bergen statt.

Jürgen Kocka, Professor für Geschichte, ist heute als Permanent Fellow am Internationalen Geisteswissenschaftlichen Kolleg „Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive“ der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.

Im Kolleg gehen internationale Gastwissenschaftler dem Beziehungs- und Wechselverhältnis von Arbeit und Lebenslauf komparativ und verflechtungsgeschichtlich nach, um Haupttrends zu bestimmen und die gegenwärtige Situation historisch einzukreisen.

In diesem Zusammenhang verfasst Jürgen Kocka aktuell ein Buch über den Kapitalismus und dessen Entwicklung in den vergangenen zweihundert Jahren.

Aus der Begründung des Fachkomitees für den Holberg-Preis heißt es: „Jürgen Kocka ist ein hervorragende Historiker, der durch die Öffnung zu den Nachbarwissenschaften hin entscheidend an einem Paradigmenwechsel der deutschen Historiographie mitgewirkt und die Bedeutung transnationaler, komparativer Annäherung aufgezeigt hat. Seine Geschichtsforschung stellt einen monumentalen Einsatz auf dem Gebiet des europäischen Bürgertums, der Arbeitswelt und der Betriebsorganisation dar. Er untersucht die vielfältigen Seiten sozialer Stratifikation und die sich unablässig verändernde Erwerbsarbeit.”

Jürgen Kocka hat entscheidenden Einfluss auf zentrale theoretische und methodologische Problemstellungen der Geschichtswissenschaft ausgeübt. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten greift er Fragen auf, die Historiographie und Ethik zum Inhalt haben und das politische und kulturelle Selbstverständnis Deutschlands und seiner Rolle in Europa vor und nach der Wiedervereinigung berühren.

Gemeinsam mit Hans-Ulrich Wehler begründete Jürgen Kocka die so genannte Bielefelder Schule, die eine Historische Sozialwissenschaft gegen die traditionelle Geschichtswissenschaft setzte. Der Einbezug sozialwissenschaftlicher Theorien war ein Kernstück dieses Ansatzes, der in den 1970er Jahren in der Historiographie kontrovers diskutiert wurde vor allem der historischen vergleichenden Literaturwissenschaft zu wichtigen Impulsen verhalf.

Zu den Themenschwerpunkten Jürgen Kockas gehören die Geschichte der Arbeiter und der Arbeit, die Geschichte des europäischen Bürgertums, Sozialgeschichte der DDR sowie theoretische Abhandlungen zur Sozialgeschichte und zur historischen Komparatistik.

Der Internationale Holberg-Gedenkpreis wird von der norwegischen Universität Bergen für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Theologie, Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften verliehen. Die Auszeichnung ist nach dem norwegisch-dänischen Schriftsteller Ludvig Holberg (1684–1754) benannt. Sie wurde 2004 erstmals vergeben und wird von der Ludvig-Holberg-Gedenkstiftung finanziert.

Interviews, Texte und Bilder des Preiströgers unter: http://www.holbergprisen.no

WEITERE INFORMATIONEN
Trine Kleven
Projektleiterin des Holbergpreises
Tel. +47 55 58-69 92
E-Mail: trine.kleven@holbergprisen.no
Constanze Haase
Humboldt-Universität zu Berlin
PR-Referentin für Geistes- und Sozialwissenschaften
Tel. 030 2093-2332
E-Mail: constanze.haase@uv.hu-berlin.de

Constanze Haase | idw
Weitere Informationen:
http://www.holbergprisen.no
http://www.hu-berlin.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics