Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gitterdynamiken in ionischen Leitern

18.10.2017

Freude über neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Physikalisch-Chemischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen

In Batterien, Brennstoffzellen und Sensoren sind feste Ionenleiter mit hohen Leitfähigkeiten nicht mehr wegzudenken. Um die große Palette der unterschiedlichsten Anwendungen langfristig erweitern zu können, ist ein besseres grundlegendes Verständnis von ionischem Transport im Festkörper wichtig. In einer neuen Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Dr. Wolfgang Zeier wird es in erster Linie darum gehen, solch zukunftsträchtige Energietechnologien nachhaltig zu verbessern.


Dr. Wolfgang Zeier im Labor im neuen Chemie-Gebäude

JLU-Pressestelle / Rolf K. Wegst

Die neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Gitterdynamiken in ionischen Leitern“ reiht sich bestens ein in das Forschungsspektrum des Physikalisch-Chemischen Instituts der JLU. Die Freude insbesondere im Institut, aber auch am gesamten Fachbereich 08 – Biologie und Chemie über die Bewilligung ist dementsprechend groß. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt im Rahmen ihres renommierten Emmy-Noether-Programms Personal- und Sachmittel in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung.

Bei Ionenleitern denkt der Laie zunächst an Flüssigkeiten oder auch Gase; in diesem Fall geht es jedoch um Festkörper und die Verbesserung der Leitfähigkeit. Klassische Ansätze, um die Leitfähigkeit fester Ionenleiter positiv zu beeinflussen, beinhalten typischerweise die Erweiterung von kristallographischen Diffusionswegen („Tunneln“) in einem statischen Gitter oder die Optimierung der Anzahl beweglicher Ionen, erläutert Dr. Zeier. Er bringt seinen Forschungsansatz auf den Punkt:

„Wir wollen den Einfluss der Natur der Tunnel auf das bewegliche Ion ergründen.“ Die Idee, dass sanftere Wechselwirkungen mit dem Tunnel einen besseren Ionenfluss erzeugen, existiere bereits seit den 1970-er Jahren. Mittels chemischer Intuition seien schon seit vielen Jahren weiche, polarisierbare Anionenteilgitter mit guter Ionenbeweglichkeit im Festkörper in Verbindung gebracht worden.

Jetzt sei endlich auch der Nachweis dieses Einflusses gelungen. Die neue Emmy-Noether-Gruppe werde hierfür den Einfluss der Gitterdynamik auf die Ionenleitfähigkeit von Festelektrolyten untersuchen. Das Forschungsvorhaben der Emmy-Noether-Gruppe strebe ein grundlegendes Verständnis von Ionenbewegung im Festkörper an und werde dabei das Wissen und die Werkzeuge aus dem Bereich der Thermoelektrik mit dem Gebiet der Ionenleiter vereinen, ergänzt der Projektleiter weiter.

Kooperationspartner sind u.a. Dr. Geoffroy Hautier, Université catholique de Louvain (UCL)
Louvain-la-Neuve, Belgien, und Prof. Dr. Jürgen Janek, Physikalisch-Chemisches Institut der JLU Gießen.

Dr. Wolfgang Zeier

Wolfgang Zeier promovierte 2013 in Anorganischer Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er sich mit dem thermoelektrischen Transport in quaternären Seleniden und Zintl Phasen beschäftigte. Als Postdoktorand absolvierte er Aufenthalte an der University of Southern California und am California Institute of Technology mit dem Schwerpunkt der Festkörperchemie von Ionenleitern und Thermoelektrika. Dr. Zeier ist seit Juli 2015 an der JLU, wo er bereits eine Arbeitsgruppe leitet, und jetzt mit seiner erweiterten Emmy-Noether-Gruppe an den Start gehen kann. Seine Forschungsinteressen beinhalten die grundlegenden Struktur-Eigenschaftsbeziehungen von Materialien mit Blick auf Thermoelektrika und festen Ionenleitern für verschiedene Anwendungen.

Emmy Noether-Programm

Das Emmy Noether-Programm der DFG möchte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Promovierte Forscherinnen und Forscher erwerben durch eine in der Regel fünf-, neuerdings bis zu sechsjährige Förderung die Befähigung zum Hochschullehrer durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen über internationale Forschungserfahrung verfügen. Benannt ist das Programm nach der Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935).

Kontakt

Dr. Wolfgang Zeier
Emmy Noether Research Group
Physikalisch-Chemisches Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen
Heinrich-Buff-Ring 17, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99 34508; Fax: 0641 99 34509
E-Mail: Wolfgang.G.Zeier@phys.Chemie.uni-giessen.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-giessen.de/fbz/fb08/Inst/physchem/zeier

Lisa Dittrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert neun neue Forschungsgruppen und eine Klinische Forschungsgruppe
07.12.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Erfolg mit dem Schnelltest auf Malaria
04.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Im Focus: Three components on one chip

Scientists at the University of Stuttgart and the Karlsruhe Institute of Technology (KIT) succeed in important further development on the way to quantum Computers.

Quantum computers one day should be able to solve certain computing problems much faster than a classical computer. One of the most promising approaches is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Großes Interesse an erster Fachtagung

07.12.2018 | Veranstaltungen

Entwicklung eines Amphibienflugzeugs

04.12.2018 | Veranstaltungen

Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

04.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erstmalig in Deutschland: Erfolgreiche Bestrahlungstherapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

07.12.2018 | Medizintechnik

Nicht zu warm und nicht zu kalt! Seminar „Thermomanagement von Lithium-Ionen-Batterien“ am 02.04.2019 in Aachen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Seminar „Magnettechnik - Magnetwerkstoffe“ vom 19. – 20.02.2019 in Essen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics