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Dresdner Forscher erhält „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates

04.07.2012
Dr. Markus Schubert vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) wurde vom Europäischen Forschungsrat für einen „ERC Starting Grant“ ausgewählt.
Er hat erfolgreich an einer Ausschreibung für die europäische Nachwuchsforscherelite teilgenommen. Mit der beantragten Fördersumme von fast 1,2 Mio. Euro will der Wissenschaftler die komplexen Strömungen in Chemiereaktoren erstmals sichtbar machen und deren Einfluss auf das Betriebsverhalten untersuchen. Die Strömungen beeinflussen stark die Energieeffizienz von Chemieanlagen.

Für einen „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (European Research Council ERC) können sich herausragende europäische Nachwuchsforscher bewerben. Neben einem exzellenten Forschungsantrag müssen die Wissenschaftler eine bisher beeindruckende und weiterhin vielversprechende wissenschaftliche Laufbahn nachweisen. Dr. Markus Schubert vom Institut für Fluiddynamik ist dies gelungen. Er ist der erste Forscher am HZDR, der mit einem „ERC Starting Grant“ ausgezeichnet wird.

Markus Schubert studierte Verfahrenstechnik und promovierte in diesem Wissenschaftsgebiet an der TU Dresden. Seit 2007 arbeitet er am HZDR, unterbrochen von einem einjährigen Forschungsaufenthalt in Québec/Kanada. Mit der durch den Europäischen Forschungsrat in Aussicht gestellten Förderung will er eine eigene Forschergruppe aufbauen, die sich mit chemischen Mehrphasenreaktoren und den darin ablaufenden komplexen Strömungsprozessen beschäftigt.
Viele Alltagsgüter durchlaufen Chemiereaktoren

„Eine Vielzahl von Produkten und Gütern, die wir täglich verwenden, wie beispielsweise schwefelarme Kraftstoffe oder Kunststoffe, durchlaufen in ihrem Herstellungsprozess derartige Chemiereaktoren. Doch was läuft eigentlich bei den Prozessen ab, die durch meist druckfeste Behälterwände bisher kaum zugänglich sind? Ist die Strömung so eingestellt, dass der Prozess optimal läuft? Hier gibt es erheblichen Forschungsbedarf und genau da wollen wir ansetzen. Mit neuen Untersuchungsmethoden wollen wir die Strömungsdynamik in solchen Reaktoren aufklären und damit Simulationsmodelle weiterentwickeln“, sagt Schubert. „Letztendlich geht es darum, Beiträge zu liefern, wie man solche Prozesse und Anlagen bestmöglich auslegen und damit den Umsatz der gewünschten Produkte verbessern kann, um Ressourcen und Energie zu sparen“, so der Wissenschaftler weiter. Die chemische Industrie ist der drittgrößte Industriezweig des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.

Markus Schubert will die Strömungen unter industrienahen Bedingungen vorerst in einem ganz bestimmten Typ von Chemieapparaten, einem Blasensäulenreaktor, grundlegend untersuchen. In diesen Anlagen wird Gas in einer Flüssigkeit möglichst gleichmäßig verteilt und zur Reaktion gebracht. Der Nachwuchsforscher wird für seine Experimente die Forschungsinfrastruktur am Institut für Fluiddynamik nutzen und die Strömungen mit Röntgenstrahlung sichtbar machen.
Weitere Informationen
Dr. Markus Schubert
Institut für Fluiddynamik
Tel. 0351 260-2627 | m.schubert@hzdr.de

Pressekontakt
Anja Weigl
Tel. 0351 260-2452
a.weigl@hzdr.de | www.hzdr.de
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Bautzner Landstr. 400 | 01328 Dresden
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Materie, Gesundheit und Energie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
- Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
- Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
- Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden fünf Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist seit 1.1.2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter – davon ca. 400 Wissenschaftler inklusive 140 Doktoranden.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de

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