Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berner Zellbiologe erhält 2.4 Millionen Franken EU-Gelder

06.02.2014
Der Zellbiologe Eduardo Moreno untersucht den Informationsaustausch von Zellen – insbesondere, wie Ausfälle bei diesem Austausch-Mechanismus zu Gewebe- und Organkrankheiten führen können. Dafür wird der Professor der Universität Bern vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet und erhält rund 2.4 Millionen Franken.

Der menschliche Körper ist aus Milliarden von Zellen zusammengesetzt, die kooperieren und ihre Aktivitäten koordinieren müssen. Dazu ist ein konstanter Informationsaustausch notwendig.

Diesen zu verstehen, ist das Ziel des mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichneten Projekts von Eduardo Moreno. «Wir sind insbesondere daran interessiert, wie Zellen Informationen über ihren Gesundheitsstatus, also ihre ‹Fitness› austauschen», so der Professor am Institut für Zellbiologie (IZB) der Universität Bern.

Dieser Austausch erfolgt über einen molekularen Code auf der Oberfläche von Zellen, der aus Varia-tionen des sogenannten Flower-Proteins besteht. «Einige Formen des Flower-Proteins markieren gesunde und normale Zellen, andere hingegen sind ein Zeichen für unfitte oder ungesunde Zellen», erklärt Moreno. Indem sie diese Kombination von verschiedenen Proteinen nutzten, seien Zellen in der Lage, unfitte oder beschädigte Zellen zu entdecken, sie zu eliminieren und zu ersetzen. «Es handelt sich somit um einen Zell-Qualitäts-Mechanismus», so Moreno.

Mit seinem Team untersucht der Zellbiologe, wie Ausfälle oder ein Missbrauch dieses Zell-Qualitäts-Mechanismus zu Gewebe- und Organdegenerationen wie etwa Nervenerkrankungen oder Krebs führen können. «Wir versuchen ebenfalls zu verstehen, wie Zellen diese ‹Fitness-Fingerabdrücke› auf der Zell-Oberfläche entdecken können.» Das Ziel bestehe darin, mit Antikörpern gegen bestimmte Flower-Proteine Therapien gegen Krebs entwickeln zu können.

Forschung von Krebsstammzellen bis zu synthetischen Arten

Eduardo Moreno (43) studierte an der Autonomen Universität Madrid Biologie. Nach seiner Promotion und einem Aufenthalt als Postdoc am Centro de Biología Molecular Severo Ochoa in Madrid war er von 2001 bis 2005 an der Universität Zürich tätig. Anschliessend wechselte er als Projektleiter ans Nationale Krebsforschungszentrum Spaniens. Seit 2011 ist Moreno am Institut für Zellbiologie der Universität Bern als Forschungsgruppenleiter tätig.

Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter einem ERC Starting Grant und dem «Nobelpreis der Krebsforschung» der Dr. Josef Steiner Krebsstiftung. Seine Forschungsinteressen umfassen unter anderem frühe Stadien von Krebs sowie Krebsstammzellen, den Flower-Code und wie Stammzellen ihre Fitness vergleichen, synthetische Arten, die Evolution von multizellulären Organismen sowie die Evolution der menschlichen Kultur.

Die ERC Grants aus Brüssel

Der von der Europäischen Union 2007 gegründete «European Research Council» (ERC) ist die erste gesamteuropäische Förderagentur für Spitzen-Grundlagenforschung. Die Aufgabe und der Anspruch des ERC ist die Unterstützung der freien Forschung der besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Europas. Berner Forschende wurden bisher zwölf Mal mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Mit dem ERC Consolidator Grant erhält Eduardo Moreno über eine Laufzeit von fünf Jahren insgesamt 2.4 Millionen Franken.

Nathalie Matter | Universität Bern
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics