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Radiochemotherapie des Speiseröhrenkarzinoms

28.09.2005


Bösartige Tumore der Speiseröhre (Ösophaguskarzinome) haben eine sehr ungünstige Prognose. Deshalb gab es in den letzten Jahren umfangreiche Anstrengungen, das Ergebnis der Standardtherapie (operative Entfernung) durch eine Kombination verschiedener Therapieverfahren (Chemotherapie, Strahlentherapie, Chirurgie) zu verbessern. Dabei zeigte sich, dass die Kombinationstherapie gegenüber der Standardtherapie lediglich bei den Patienten eine Verbesserung erbringt, die unter der Strahlentherapie oder Chemotherapie eine deutliche Tumorverkleinerung aufweisen. Eine optimierte Therapieplanung setzt daher die Kenntnis von Faktoren voraus, die Einfluss darauf nehmen, ob sich ein Tumor unter Strahlen- oder Chemotherapie rückbildet oder nicht.


Entscheidend dafür sind wahrscheinlich molekulare Veränderungen in den Tumorzellen, die für deren Wachstumsverhalten verantwortlich sind. Eine wichtige Rolle in der Wachstumssteuerung von Tumorzellen besitzt der so genannte TGF-ß1 Signalweg, der eine Vielzahl von Molekülen mit wachstumshemmender oder wachstumsstimulierender Funktion umfasst. In dem von der Wilhelm-Sander-Stiftung unterstützten Forschungsprojekt wird unter Verwendung modernster molekularbiologischer Methoden, der Einfluss von Molekülen des TGF-ß1 Signalwegs auf das Ansprechen von Ösophaguskarzinomen unter Chemo- und Strahlentherapie geprüft. Die dabei erhobenen Daten sollen die Grundlage für eine künftige, unter Berücksichtigung molekularer Tumoreigenschaften gesteuerte Therapieplanung und damit für eine Prognoseverbesserung bei diesem Tumortyp bilden.

Kontakt:

Prof. Dr. Mario Sarbia
Institut für Allgemeine Pathologie
Technische Universität München
Ismaninger Str. 22
81675 München
Tel: 089/41404166
Fax:: 089/41406106
E-mail: mario.sarbia@lrz.tum.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über € 150.000. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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