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Familientherapie hilft Kindern mit Kopfschmerzen

16.08.2005


Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) für Forschungsarbeit über die Rolle der Familie bei kindlichen Kopfschmerzen.



Beinahe alle Kinder und Jugendlichen haben Erfahrungen mit "primären" Kopfschmerzen, die nicht von anderen Erkrankungen oder einem Unfall herrühren. Behandelt werden diese Schmerzen in Deutschland bisher meist nur mit Medikamenten, selten mit Entspannungstraining oder Verhaltenstherapie; ein "familienorientiertes Vorgehen" ist fast nie anzutreffen. Der in diesem Jahr erstmals vergebene Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) zeichnet jetzt eine Arbeit aus, die aufzeigt, dass der Familie eine entscheidende Rolle für die Bewältigung von Kopfschmerzen bei Kindern zukommen kann.

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Die Veränderung von familiären Beziehungsmustern - wie Überfürsorglichkeit oder Reizüberflutung - durch Familiengespräche und Elternabende erhöht den Behandlungserfolg bei Kinderkopfschmerz wesentlich. Dies ist ein Ergebnis verschiedener Studien, die Preisträger Matthias Ochs im Rahmen seiner Promotionsarbeit "Kindliche Kopfschmerzen im Familienleben" durchgeführt hat. Die innerhalb eines Forschungsprojekts am Universitätsklinikum in Heidelberg erhobenen Daten zeigen, dass Eltern von Kopfschmerzkindern mit ihrer Partnerschaft deutlich weniger zufrieden sind als Eltern von Kindern ohne Kopfschmerzen. Sowohl die Kopfschmerzkinder als auch deren Väter und Mütter bewerteten ihren Körper weniger positiv als Kinder und Eltern aus einer gesunden Vergleichsstichprobe. Zudem hatten sie ein geringeres Maß an "innerer Körperaufmerksamkeit".

Im Rahmen der Promotionsarbeit wurde außerdem eine "lösungs- und ressourcenorientierte Familienkurzzeitberatung" bei Fällen von leichtem bis mittlerem Kinderkopfschmerz entwickelt und erfolgreich erprobt. Bei dieser Beratung über nur drei Sitzungen geht es beispielsweise um "gute Gründe" für Kopfschmerzen oder die Anregung einer "familiären Entspannungskultur" und eigener kreativer Wege zur Bewältigung der Schmerzen. Bei schweren Schmerzen wurden gute Erfolge erzielt mit einer längeren Familientherapie. Da die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Therapieerfolgs bei Kinderkopfschmerzen steigt, wenn sich "kopfschmerzassoziierte familiäre Beziehungsmuster" parallel verändern, empfiehlt Ochs eine systematische Berücksichtigung der "familienmedizinischen Perspektive" in der Kopfschmerztherapie bei Kindern.

Der DGSF-Forschungspreis ist mit 3000 Euro dotiert und wird bei der wissenschaftlichen Jahrestagung der DGSF Anfang Oktober in der Universität Oldenburg verliehen.

Bernhard Schorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

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