Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SCOR-Preise 2003 vergeben

18.11.2003


Scor Deutschland, eine Tochtergesellschaft des französischen Rückversicherungskonzerns Scor, eines der weltweit führenden Unternehmen der Branche, hat wie schon in den Vorjahren auch im Jahr 2003 drei Preise zur Förderung des aktuarwissenschaftlichen Nachwuchses aus dem deutschsprachigen Raum mit einer Gesamtdotation von 12.000 Euro vergeben. In Zusammenarbeit mit der Universität Ulm wurden Arbeiten prämiert, die sich mit aktuellen Themen aus der Produkt- und Tarifentwicklung in der Personenversicherung und der Sachversicherung beschäftigen. Die Preisverleihung fand am 12. November statt. Die Preisträger sind Alexander Kling (Universität Ulm, 1. Preis), Andreas Reuß (Universität Ulm, 2. Preis) und Claudia Garschhammer (Technische Universität München, 3. Preis). Insgesamt wurden 17 Arbeiten für den diesjährigen Scor-Preis eingereicht, die allesamt ein hohes Niveau haben und damit ein vorteilhaftes Bild von der Situation der Aktuarwissenschaften im deutschsprachigen Raum zeichnen.



Den 1. Preis erhielt Alexander Kling für seine Untersuchungen zur "Analyse und Bewertung der Beitragsfreistellungsoption bei Riester-Investmentfonds-Sparplänen". Nach § 1 des Gesetzes über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen (Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz, AltZertG) müssen die Anbieter von zertifizierten und damit staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten garantieren, daß zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge zur Verfügung steht. Durch das Recht, zu jeder Zeit während der Ansparphase eines Riester-Vertrags seinen Vertrag beitragsfrei stellen zu können, ohne dadurch die Garantie der nominalen Kapitalerhaltung zu verlieren, besteht für den Kunden die Möglichkeit aktiver Spekulation. Die wissenschaftliche Analyse dieser Garantie beweist, daß diese Option des Kunden den Wert der nominalen Kapitalerhaltung erheblich steigert. Für seine Analysen verwendete Alexander Kling moderne finanzmathematische Methoden. Seine bemerkenswerten Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse, die auch für die aufsichtsrechtliche Frage nach ausreichender Risiko-Vorsorge für derartige Verträge von Bedeutung sind.

... mehr zu:
»Kapitalerhaltung


Andreas Reuß, zweiter Preisträger, hat sich mit der "Statistical Prediction of Cancellation Behavior of Motor Insurance Contracts in Germany" auseinandergesetzt. Die Kfz-Versicherung stellt einen der ökonomisch bedeutsamsten Zweige der deutschen Versicherungsgesellschaft dar. Da die Kfz-Haftpflichtversicherung eine Pflichtversicherung ist, wird sie von vielen Unternehmen als Einstieg verwendet, um mit dem Kunden in Kontakt zu kommen und diesen für andere Produkte zu interessieren. Gleichzeitig ist der Kfz-Haftpflichtmarkt der preissensibelste Versicherungsmarkt in Deutschland. Da die Verträge jeweils eine Laufzeit von einem Jahr haben und dann gekündigt werden können, haben derartige Storni erhebliche finanzielle Auswirkungen für das Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund untersucht Andreas Reuß die Frage, inwieweit kündigungsanfällige Verträge mit Hilfe statistischer Verfahren aus dem Datenbestand des Versicherers herausgefiltert werden können. Zu diesem Zweck wendet er zwei moderne statistische Verfahren auf einen realen Datenbestand an: zum einen das parametrische Verfahren der logistischen Regression, und zum anderen das nichtparametrische Verfahren der Klassifikationsbäume. Zwar erweisen sich beide Modelle als gut geeignet, um Kunden mit hoher Stornowahrscheinlichkeit herauszufinden, doch zeigt sich, daß Klassifikationsbäume für diese Analyse einfacher zu handhaben sind und rascher interpretiert werden können. Reuß kommt deshalb zum Schluß, daß eine sinnvolle Vorgehensweise darin bestehen könnte, zunächst eine Analyse mit Hilfe von Klassifikationsbäumen durchzuführen und deren Ergebnisse dann als Basis zur Entwicklung eines parametrischen Modells zum feineren Studium der Abhängigkeiten zu entwickeln. Die Untersuchungen erlauben bei praktischen Fragestellungen eine deutlich raschere Vorgehensweise als bisher verwendete Verfahren.

Den 3. Preis erhielt Claudia Garschhammer. In ihrer Arbeit hat sie "Ein stochastisches Modell zur Ertragsoptimierung eines Sachversicherers" entwickelt. Neben der Einrichtung von Frühwarnsystemen, die entstehende Risiken rechtzeitig aufzeigen, und der Einführung adäquater Risikomanagementprozesse und Guidelines sollte die komplette Kapital-Allokation eines Unternehmens anhand eines ausgewogenen bzw. optimierten Chance-Risiko-Profils erfolgen, mit dem Ziel, den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern, ohne dabei zu hohe Risiken einzugehen. Die Entwicklung eines mathematischen Modells zur Beschreibung und Umsetzung dieses Unternehmenszieles wird in der Arbeit von Claudia Garschhammer gut gelöst. Sie entwickelt dazu ein bestehendes Modell durch die Einführung einer Nutzenfunktion und die Einbeziehung der Spätschadenreserve bei stochastischen Zinsen mit der Zerlegbarkeit in zwei praktisch interpretierbare Risikoanteile wesentlich fort. Dabei gelingt es ihr, sowohl den Anforderungen aus der Praxis als auch denen der Theorie gerecht zu werden.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Kapitalerhaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Weltweit einzigartige Femtosekundenlaseranlage eingeweiht
21.06.2018 | Hochschule RheinMain

nachricht Stahl-Innovationspreis 2018: Mikro-Dampfturbine ausgezeichnet
21.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics