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Auszeichnung für zwei Magdeburger Kardiologen

14.05.2003


Auf der 69. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie "Herz- und Kreislaufforschung" wurden zwei Magdeburger Kardiologen, Privatdozent Dr. Christoph Geller und OA Dr. Sven Reek, für ihre wissenschaftliche Arbeit mit Forschungspreisen ausgezeichnet.



Mit dem erstmals verliehenen Wolfgang-Trautmann-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie "Herz- und Kreislaufforschung "wurden der Magdeburger Kardiologe Privatdozent Dr. J. Christoph Geller und Dr. Stefan Kääb aus München für ihre wissenschaftliche Arbeit auf der 69. DGK-Jahrestagung Ende April in Mannheim ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Interventionellen Elektrophysiologie aus.



PD Dr. Geller wurde für seine Forschungsarbeit, die sich mit den anatomischen und pathophysiologischen Grundlagen der so genannten AV-Knoten Tachykardie beschäftigt, geehrt. Hier handelt es sich um eine sehr häufige Form von anfallsweise auftretendem Herzrasen, die insbesondere Frauen im jüngeren und mittleren Lebensalter betrifft. Diese Form von Herzrasen ist heute mit Hilfe einer speziellen Katheterbehandlung, einer so genannten Ablation, heilbar. Die neuen Ergebnisse der ausgezeichneten Arbeit verbessern das Verständnis der für die Rhythmusstörung verantwortlichen Grundlagen und tragen so u.a. zur Reduktion der Dauer der Katheter-Untersuchung bei und helfen unnötige Behandlung zu vermeiden.

Zur Person: Priv. Doz. Dr. med. J. Christoph Geller, Jahrgang 1959, hat von 1978 bis 1985 an der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität in Bonn und an der Universität in Basel, Schweiz, Medizin studiert. Bereits während des Studiums entwickelte sich sein Interesse für Kardiologie und insbesondere für Rhythmusstörungen und Elektrokardiogramm. Forschungsaufenthalte absolvierte er Anfang der neunziger Jahre am Department of Pharmacology der Columbia Universität in New York und an der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio in den USA und beschäftigte sich dort sowohl mit zellulären als auch mit klinischen elektrophysiologischen Untersuchungen zur Entstehung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Seit 1995 ist er Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Leiter der klinischen Elektrophysiologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und hat hier in den vergangenen Jahren eine große Arbeitsgruppe etabliert, die sich mit der Diagnostik und der Behandlung von Herzrhythmusstörungen beschäftigt. Schwerpunkt ist dabei die nicht-medikamentöse Behandlung von Rhythmusstörungen. Vor kurzem erhielt PD Dr. Geller einen Ruf auf eine C3-Professur für Innere Medizin/Kardiologie/Klinische Elektrophysiologie an die Universität Rostock.

Mit dem erstmals verliehenen Michel-Mirowski-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie "Herz- und Kreislaufforschung" wurden der Magdeburger Kardiologe Dr. Sven Reek und Dr. Christian Butter aus Berlin für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet klinisch tätige Wissenschaftler aus, deren Arbeiten sich mit der Therapie des Plötzlichen Herztodes, unabhängig von den Grunderkrankungen, beschäftigen.

Dr. Sven Reek wurde für seine Forschungsarbeit, die sich mit den elektrophysiologischen Grundlagen von Kammertachykardien befasst, geehrt. Hierbei handelt es sich um lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, die insbesondere bei Patienten nach Myokardinfarkt auftreten und häufig dem plötzlichen Herztod vorausgehen. Die Untersuchungen an einem Tiermodell mit einem neuartigen Mapping-Verfahren dienen der Erprobung neuer Technologien zur Therapie und Prävention von Kammertachykardien in der chronischen Infarktphase.

Zur Person: Dr. Sven Reek, Jahrgang 1964, studierte von 1986 bis 1992 an der Medizinischen Akademie Magdeburg. Anschließend absolvierte er seine Ausbildungszeit als "Arzt im Praktikum" in seiner Heimatstadt am Städtischen Krankenhaus sowie am Uni-Klinikum. Mitte der neunziger Jahre erhielt Dr. Reek ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, das ihm einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der University of Alabama at Birmingham ermöglichte. Seit 1994 ist er an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg tätig, 2000 wurde der Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie Oberarzt der Kardiologischen Klinik. Seine wissenschaftlichen Aktivitäten sind vor allem auf die Diagnostik und Therapie spezieller Herzrhythmusstörungen einschließlich der Prävention und Risikobestimmung gerichtet.

Kornelia Suske | idw

Weitere Berichte zu: Herzrhythmusstörung Kardiologie

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