Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schrödinger-Preis 2002: Polymere machen Tenside effizienter

17.07.2002


Tenside sorgen in Waschmitteln für mehr Reinigungskraft. Wie sie wesentlich effizienter wirken können, fanden fünf Physiker, Physiko-Chemiker und Chemiker aus Jülich und Köln heraus. Sie erhalten dafür den Erwin Schrödinger-Preis für herausragende interdisziplinäre Forschung. Er wird auf Vorschlag der Helmholtz-Gemeinschaft vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen.

... mehr zu:
»Physik »Polymer »Tenside

Polymere machen Tenside effizienter

Der Erwin Schrödinger-Preis für herausragende interdisziplinäre Forschung wird in diesem Jahr an eine Arbeitsgruppe von Physikern, Physiko-Chemikern und Chemikern aus Jülich und Köln verliehen: Dr. Jürgen Allgaier, Professor Dr. Gerhard Gompper, Professor Dr. Dieter Richter - alle vom Institut für Festkörperforschung des Forschungszentrums Jülich in der Helmholtz-Gemeinschaft - sowie Dr. Thomas Sottmann und Professor Dr. Reinhard Strey vom Institut für Physikalische Chemie der Universität zu Köln. Die Forscher werden für ihre Arbeiten zur Effizienzsteigerung von Tensiden ausgezeichnet.


Tenside sorgen in Waschmitteln für mehr Reinigungskraft und werden unter anderem in der Kosmetik- und Arzneimittelindustrie benutzt, um Emulsionen herzustellen. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alljährlich vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft auf Vorschlag der Helmholtz-Gemeinschaft verliehen.

Die Mischung macht’s

Durch enge Zusammenarbeit haben theoretische Physiker und experimentell arbeitende Forscher aus Physik und Chemie einen neuen Lösungsansatz für ein altes Problem gefunden: die schwierige Vermischung von Öl und Wasser. Dieser Prozess hat für viele Anwendungen, unter anderem bei der Produktion von Reinigungsmitteln für die Metall- und Druckindustrie sowie bei der Lack- und Schmierstoffherstellung, große Bedeutung. Um das Vermischen, das auch bei der Cremes- und Salbenproduktion oder bei der Herstellung von Speisen wichtig ist, zu erleichtern, arbeitet man mit Zusätzen, die die Oberflächenspannung der beteiligten Substanzen herabsetzen, den so genannten Tensiden. Dabei ist es das Ziel, eine optimale Vermischung unter Zugabe einer möglichst geringen Menge von Tensiden zu erreichen. Genau dafür fanden die Forscher aus Jülich und Köln eine Lösung und anschließend auch die theoretische Erklärung. Dass sie für die Untersuchungen am Jülicher Reaktor FRJ 2 (Forschungsreaktor Jülich 2) Neutronen als Sonden nutzen konnten, leistete ihnen wertvolle Dienste.

Dialogisches Prinzip beispielhaft praktiziert

Ursprünglich hatten die Forscher in Jülich vor, die molekularen Kräfte und die Strukturbildung in langkettigen Polymeren, die eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie die wesentlich kleineren Tensidmoleküle besitzen, zu erkunden. Dabei tauchte die Frage auf, ob die in Jülich entwickelten langkettigen Polymere in der Lage seien, wie Tenside Öl-Wasser-Emulsionen zu bilden. Man zog die Experten aus Köln hinzu. Bei Versuchen mit einem Gemisch aus Tensiden und dem neuen Polymer erlebten die Forscher dann eine Überraschung: Eine geringe Zugabe des Polymers steigerte die Effizienz der Tenside erheblich. Nun waren wieder die Physiker am Zug, um zu klären, wie das Polymer wirkt. Im Wechselspiel von Neutronenstreu-Experimenten und Theorie gelang es, dieses unerwartete Phänomen zu verstehen. Man fand heraus, wie das Polymer an der Grenzfläche von Öl und Wasser ansetzt und deren Eigenschaften verändert. Das theoretische Verständnis ermöglichte es, die Effizienzsteigerung aus den Polymereigenschaften vorherzusagen und damit den gewünschten Effekt zu verstärken.

Nicht nur die hohe Anwendungsrelevanz und die Exzellenz des wissenschaftlichen Ergebnisses, auch das dialogische Prinzip dieser Arbeiten, hat die Gutachter beeindruckt und fand international Anerkennung.

Der Erwin Schrödinger-Preis wird bei der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 10. Oktober 2002 in Bonn verliehen.


Cordula Tegen
Kommunikation und Medien
Helmholtz-Gemeinschaft
Telefon: 0228 30818-21, Telefax: 0228 30818-40

Ansprechpartner:
Cordula Tegen, E-Mail: cordula.tegen@helmholtz.de
sowie im Forschungszentrum Jülich GmbH
Peter Schäfer; E-Mail: p.schaefer@fz-juelich.de
Telefon: 02461 6180-28, Fax: 02461 6146-66 und
Dr. Jürgen Allgaier; j.allgaier@fz-juelich.de
Telefon: 02461 6125 -41, Fax: 02461 6126-10


Cordula Tegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Physik Polymer Tenside

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht dormakaba mit 4 Architects' Darling in Gold ausgezeichnet
13.11.2019 | dormakaba Deutschland GmbH

nachricht Gemeinsam siegen: Gold für Innovo Cloud und Rittal bei den IT-Awards
08.11.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mehr digitale Prozesse für den Mittelstand

13.11.2019 | Unternehmensmeldung

dormakaba mit 4 Architects' Darling in Gold ausgezeichnet

13.11.2019 | Förderungen Preise

Effiziente Motorenproduktion mit der neuesten Generation des LZH IBK

13.11.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics