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Für den Deutschen Zukunftspreis 2001 nominiert

27.11.2001


Die Mitbegründer von TERAKLIN und Erfinder der künstlichen Leber MARS(R), Dr. Jan Stange, Dr. Steffen Mitzner und Dr. Stephan Aldinger, sind für den Deutschen Zukunftspreis 2001 - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation - nominiert worden. Die Auszeichnung wird am 29. November 2001 durch Bundespräsident Johannes Rau verliehen. Der Deutsche Zukunftspreis zeichnet einen Einzelnen oder ein Team für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus.

Vier Kandidaten und Teams wurden von einer hochkarätigen Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Endauswahl benannt. Am 29. November 2001 treten die Juroren nochmals zusammen und entscheiden über den Preisträger. Anschließend findet um 19:30 Uhr im neuen Max Delbrück Communications Center in Berlin-Buch die Preisverleihung statt. Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation wird jährlich vergeben und ist mit 500.000 DM dotiert.

Das Therapiesystem der TERAKLIN AG - MARS(R) (Molecular Adsorbents Recirculating System) - ist eine weltweit einzigartige Methode in der Behandlung des akuten und chronischen Leberversagens. Es übernimmt die Entgiftungsfunktion der Leber, wenn diese so weit geschädigt ist, dass sie das Blut nicht mehr selbständig reinigen kann. MARS(R) kann dabei den Ausfall des Organs in einzelnen Fällen über mehrere Wochen überbrücken und die Regeneration der geschädigten Leber unterstützen.

Die MARS(R)-Therapie ist die einzige auf Dauer erfolgreiche Therapiealternative zur Lebertransplantation.

Die Funktionsweise des Systems ähnelt dem Dialyseprinzip: Das Blut des Patienten wird in einen externen Kreislauf geleitet. Blut und Reinigungsflüssigkeit strömen aneinander vorbei und sind durch eine Membran getrennt. Deren Poren sind so fein, dass sie nur von eiweißgebundenen und wasserlöslichen Giftstoffen (Toxine) aus dem Blut durchdrungen werden können. In der Reinigungsflüssigkeit befinden sich genau die Transporteiweiße, die im Körper die Entgiftungsfunktion übernehmen. Mit ihrer Hilfe werden die mit Giftstoffen beladenen Eiweiße im Blut sozusagen "ausgetrickst": Sie werden an die Membran "herangelockt" und geben die Toxine dort frei. Die Giftstoffe wandern durch die Membran hindurch in die Reinigungslösung, wo sie an die körperähnlichen Trägereiweiße gebunden werden. Die Eiweiße, die dem Körper erhalten bleiben sollen, lässt die Membran dagegen nicht durch. So werden die Giftstoffe selektiv entfernt und das gereinigte Blut ohne Kontakt zu dem Entgiftungsmedium wieder zurück in den Körper geleitet. In einem zweiten Kreislauf wird die Reinigungsflüssigkeit von den Giftstoffen befreit und kann erneut zur Blutentgiftung eingesetzt werden. Dieser Prozess gewährleistet eine kontinuierliche Therapie und spart Behandlungskosten.

Das Leberunterstützungssystem MARS(R) hat alle klinischen Tests mit Erfolg absolviert. Eine Studie konnte nachweisen, dass durch den Einsatz des MARS(R)-Systems die Sterblichkeit im Multiorganversagen um ca. 30 Prozent gesenkt werden konnte. MARS(R) ist mit nahezu allen Dialysegeräten kompatibel und kann dadurch in den meisten Intensiv- bzw. Dialysestationen angewendet werden. Über 1.000 Patienten sind bisher weltweit mit der künstlichen Leber behandelt worden. Die Geräte sind inzwischen in zahlreichen europäischen und asiatischen Ländern im Einsatz. Die Zulassung der FDA für den nordamerikanischen Raum wird für 2002 erwartet.

Die TERAKLIN AG wurde 1998 gegründet. Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit liegt auf dem Gebiet des künstlichen Organersatzes durch die Blutbehandlung außerhalb des Körpers. Im Bereich der Leberunterstützungssysteme ist TERAKLIN weltweit führend.

Ein Zukunftsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung eines medizinischen Bioreaktors für die Behandlung der Blutvergiftung (Sepsis). Die erste klinische Anwendung dieses Therapiesystems wird für 2002 erwartet.

TERAKLIN ist in 25 Ländern geschäftlich tätig und unterhält Tochtergesellschaften bzw. Repräsentanzen in Frankreich, Spanien, England, Polen, China und den USA. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 67 Mitarbeiter, davon 57 in Deutschland.

Dr. Stephan Aldinger | ots

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