Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr als 120 Teilnehmer beim Bundeswettbewerb Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung

13.02.2008
Der vom Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam ausgeschriebene Bundeswettbewerb für Naturschutzgroßprojekte ist auf große Resonanz gestoßen. Bis zum Stichtag 31. Januar 2008 reichten 121 Bewerber ihre Ideenskizzen für neue, großräumige Naturschutzprojekte ein. Das sind mehr als doppelt so viele, wie zum Start des Wettbewerbs erwartet wurden.

"Ein solches Echo ist sensationell. Der Wettbewerb setzt damit neue Zeichen für einen integrierten, mit wirtschaftlicher Entwicklung verbundenen Naturschutz in Deutschland", sagte Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Die hohe Beteiligung stehe für ein starkes regionales Engagement im Naturschutz und zeige, welches Potenzial für innovative Konzepte in Deutschland vorhanden sei. Die Grundidee des Wettbewerbs, Naturschützer und Naturnutzer zur Entwicklung gemeinsamer Strategien zusammen zu bringen, könne schon jetzt als voller Erfolg gewertet werden, so Jessel.

"Offensichtlich erkennen viele Menschen die Chancen, die eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und regionaler Entwicklung eröffnet, für den Erhalt der Natur wie auch in ökonomischer Hinsicht", sagte die BfN-Präsidentin.

Der vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz in Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschriebene Wettbewerb soll neue zukunftsweisende Konzepte für Naturschutzgroßprojekte liefern, die zugleich wirtschaftliche Perspektiven für ländliche Regionen erschließen.

In der ersten Stufe des Wettbewerbs waren potentielle Teilnehmer aufgerufen, Ideenskizzen für ein neues Naturschutzgroßprojekt in ihrer Region einzureichen. Dabei mussten die Konzepte zu einem von drei Themenschwerpunkten passen, die bislang im BMU-Förderprogramm zu Naturschutzgroßprojekten unterrepräsentiert bzw. ganz neu sind: "Wälder", "Moore" oder "Urbane/industrielle Landschaften".

Auf der nun geschlossenen Bewerberliste sind alle Bundesländer außer Bremen mit Projekten vertreten. Eine besonders hohe Zahl von Beiträgen kommt jeweils aus Bayern und Niedersachsen. Fast zwei Drittel der Antragsteller sind private Träger wie Naturschutzverbände, Fördervereine, Planungsbüros oder Einzelpersonen. Die übrigen Projektvorschläge kommen von öffentlich-rechtlichen Trägern wie Landkreisen, Städten, Gemeinden und Zweckverbänden. Nach einer ersten Sichtung entfallen etwa 75 % der Ideenskizzen auf die Themenschwerpunkte "Wälder" und "Moore" und immerhin rund 25 % der Wettbewerbsbeiträge beziehen sich auf "Urbane/industrielle Landschaften". Dies ist umso bemerkenswerter, als es noch sehr wenige Erfahrungen mit dem großräumigen Naturschutz in urban und industriell genutzten Räumen gibt, auf die die Teilnehmer zurückgreifen könnten.

In den kommenden Wochen wird die Ermittlung der zehn besten Ideenskizzen erfolgen. Die abschließende Entscheidung einer interdisziplinär besetzten Jury ist für den 18. April 2008 vorgesehen. Das elfköpfige Gremium setzt sich aus Vertretern von Kommunen und Naturschutzverbänden, Land-, Forst- und Tourismuswirtschaft sowie Wissenschaft und Medien zusammen. Die Auswahl erfolgt auf der Grundlage einer fachlichen Vorprüfung durch die beiden Bundesministerien sowie das Bundesamt für Naturschutz. Die jeweils zuständigen Länderministerien werden ebenso daran beteiligt.

Alle zehn Preisträger erhalten eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro. Die Auszeichnung wird ihnen am 15. Mai 2008 im Rahmen eines Festaktes übergeben. Anschließend geht der Wettbewerb in eine zweite Phase: Die prämierten Teilnehmer sind aufgerufen, ihre Projektskizzen bis zum 31. Dezember 2008 im Detail auszuarbeiten. Die Jury wählt unter diesen Konzepten schließlich bis zu fünf Projekte aus, die bereits ab Mitte 2009 in die Förderung gehen und mit der Projektarbeit beginnen können.

Das Bundesumweltministerium wird allen neuen, aus dem Wettbewerb hervorgegangenen Naturschutzgroßprojekten über einen Zeitraum von bis zu 12 Jahren mehrere Millionen Euro bereitstellen. Hinzu kommen Fördermittel aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium für flankierende Vorhaben der ländlichen und regionalen Entwicklung in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren.

Der Wettbewerb ist Teil einer Optimierungsstrategie für das Bundesförderprogramm für Naturschutzgroßprojekte. Mit diesem Programm unterstützt der Bund seit 1979 ausgewählte Regionen dabei, besonders schützenswerte und gesamtstaatlich repräsentative Teile von Natur und Landschaft großräumig zu sichern. Bundesweit gibt es derzeit 29 laufende und 36 erfolgreich abgeschlossene Naturschutzgroßprojekte. Insgesamt wurden seit 1979 über 370 Millionen Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt.

Weitere Informationen zum Bundeswettbewerb idee.natur -Zukunftspreis Naturschutz sind auf der Website www.idee-natur.de oder telefonisch bei der Geschäftsstelle des Wettbewerbs unter Tel.: 02233 481440 abrufbar.

Hinweis:
Die Bundesregierung setzt sich besonders für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Kampagne zur biologischen Vielfalt durch, um die Öffentlichkeit auf den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen. Weitere Information unter www.naturallianz.de.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturallianz.de
http://www.idee-natur.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 13 neue Graduiertenkollegs
13.05.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Rechenzentrum in Windenergieanlage ausgezeichnet
25.04.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Im Focus: A step towards probabilistic computing

Working group led by physicist Professor Ulrich Nowak at the University of Konstanz, in collaboration with a team of physicists from Johannes Gutenberg University Mainz, demonstrates how skyrmions can be used for the computer concepts of the future

When it comes to performing a calculation destined to arrive at an exact result, humans are hopelessly inferior to the computer. In other areas, humans are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

Chemie – das gemeinsame Element

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Integrierte Zuckermoleküle schonen Zellkulturen

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Erstmals Einsatz von gefäßschützendem Antikörper bei kardiogenem Schock

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Additive Maschinen lernen Superlegierungen kennen

17.05.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics