Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drei Frankfurter Alzheimer-Forscher von der AFI mit 200.000 Euro gefördert

18.12.2007
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) stellt 480.000 Euro für acht Forschungsprojekte an deutschen Universitäten bereit. Fachbereich Medizin und Klinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt sind mit drei von insgesamt acht geförderten Vorhaben zur Erforschung der Alzheimerkrankheit vertreten

Drei Frankfurter Forschungsprojekte werden von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. mit einem Fördervolumen von 200.000 Euro bedacht. Die Projekte dienen zur Aufklärung der für Alzheimer typischen Veränderungen im Gehirn, erleichtern die Diagnosestellung und bilden den Grundstein für therapeutische Interventionen.

Zwei der drei Frankfurter Projekte befassen sich mit dem Amyloid-Vorläufer-Protein (APP), das eine bedeutende Rolle bei der Alzheimer-Krankheit (AD) spielt. Eine krankhaft veränderte Spaltung dieses Proteins führt zur Bildung von beta-Amyloid. Dieses Eiweiß lagert sich in Form von Plaques im Gehirn und an den Neuronen ab, tötet schließlich diese Zellen und verursacht so die gefürchtete Neurodegeneration.

Priv.-Doz. Dr. Donat Kögel von der Universitätsklinik Frankfurt, Abteilung Experimentelle Neurochirurgie, beschäftigt sich mit der normalen physiologischen Rolle des APP-Gens. Dabei wird unter anderem der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren und Statinen auf die Neuroprotektion untersucht. Das Projekt wird von der AFI mit 80.000 Euro gefördert.

... mehr zu:
»AFI »Alzheimer
Cholesterin stellt ein erhebliches Risiko für die Entstehung der Alzheimer-
Krankheit dar und beeinträchtigt den Stoffwechsel des Amyloid- Vorläufer-Proteins. Dr. Ritva Tikkanen, ebenfalls tätig am Fachbereich Medizin im Institut für Biochemie II, möchte mit ihrem Projekt die Rolle des Cholesterinstoffwechsels bei der Alzheimer- Krankheit weiter entschlüsseln. Die Forscherin erhält 80.000 Euro für ihre Untersuchungen.
Ein weiteres Projekt befasst sich mit der molekularen und genetischen
Grundlage der Alzheimer-Krankheit. Prof. Dr. med. Thomas Deller vom Institut für klinische Neuroanatomie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt erhält für ein weiteres Jahr 40.000 Euro. Die Forschergruppe entdeckte bereits Entzündungsvermittler, die für einige der in der Umgebung von Plaques beobachteten neuropathologischen Veränderungen bei Alzheimer-Patienten verantwortlich sein könnten. Des Weiteren wurden in
Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen neuartige immuntherapeutische
Strategien zur Verstärkung der Reaktion des Immunsystems auf Amyloid eingesetzt. Aus den ersten Ergebnissen ist eine Verringerung der Amyloidbelastung im Gehirn abzulesen, was Anlass zu der Hoffnung gibt, dass sich eine neue experimentelle Behandlungsstrategie für AD herauskristallisiert.
Im Jahr 2007 wurden bei der AFI 32 Forschungsprojekte eingereicht. Sie wurden durch international anerkannte Alzheimer-Experten begutachtet.

Der wissenschaftliche Beirat der AFI unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Konrad Maurer, Universitätsklinikum Frankfurt, traf seine Auswahl aufgrund der Gutachten und nach eingehender Diskussion über den wissenschaftlichen Wert der Projekte. Dieses Jahr kann die AFI mit 480.000 Euro die höchste Summe seit der Gründung des Vereins an Forscher vergeben.

Die AFI ist eine gemeinnützige Organisation, die sich aus Spendengeldern von Privatpersonen finanziert. Seit 1996 unterstützt die Initiative zukunftsträchtige Alzheimer- Forschungsvorhaben. Die AFI hat insgesamt für 66 Forschungsprojekte rund 3,63 Millionen Euro an Spendengeldern bereitgestellt und ist damit der größte private Förderer von Alzheimer-Forschung in Deutschland.

Frankfurt am Main, 17. Dezember 2007

Für weitere Informationen:

Dr. Ellen Wiese
Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Fon (0211) - 86 20 66 21
Fax. (0211) - 86 20 66 11
E-Mail e.wiese@alzheimer-forschung.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Berichte zu: AFI Alzheimer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics