Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie viel Strom brauchen Autofahrer im Tank?

15.11.2012
Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz erforscht gemeinsam mit europäischen Partnern, ob eine optimierte Auslegung der Reichweite von Elektrofahrzeugen deren Akzeptanz verbessern kann

"Die begrenzte Reichweite ist eine der Hauptbarrieren für den kommerziellen Erfolg von batterieelektrischen Fahrzeugen. Statistiken zeigen jedoch, dass ein großer Anteil der täglichen Fahrten weit unter der heute üblichen Reichweite liegt", sagt Thomas Franke von der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der Technischen Universität Chemnitz.

Ein Elektroauto mit einer angemessenen Batteriekapazität und einem zusätzlichen "Range Extender" könne daher sowohl die üblichen Fahrten als auch seltenere längere Fahrten ermöglichen und würde dafür weniger Batteriekapazität benötigen. Zu untersuchen, wie der Einsatz solcher Range Extender von den Nutzern akzeptiert wird, ist ein Hauptziel des Projektes "Electric Vehicle with Range Extender as a Sustainable Technology" (EVREST), an der die Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie beteiligt ist. Das Teilprojekt der TU Chemnitz wird dabei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über drei Jahre mit rund 130.000 Euro gefördert.

Ein Range Extender kann ein Verbrennungsmotor sein, der im Bedarfsfall die Akkus des Elektroautos über einen Generator mit Strom versorgt. "Wir wollen untersuchen, wie Elektrofahrzeuge mit Range Extender zu den verschiedenen existierenden Mobilitätsmustern passen und wie die Akzeptanz und die Auswirkungen solcher Lösungen zu beurteilen sind", erläutert Franke. Das Fundament des Projektes EVREST bildet eine Analyse von Mobilitätsprofilen und Nutzererwartungen basierend auf Daten aus verschiedenen europäischen Ländern.

Die Psychologen der TU Chemnitz untersuchen das Mobilitätsverhalten potenzieller Käufer von Elektrofahrzeugen. Dadurch wollen sie Einblicke erhalten, welche Reichweiten der Fahrzeuge die unterschiedlichen Zielgruppen benötigen. Daraus lässt sich dann ableiten, wie viel Batterieleistung das jeweilige Fahrzeug braucht und inwieweit Range Extender aus Sicht der Nachhaltigkeit der gesamten Energiebereitstellung sinnvoll sind. Außerdem untersuchen die TU-Wissenschaftler, ob die im Projektverlauf entwickelten neuen Konzepte zur Reichweitenauslegung von den Nutzern akzeptiert werden.

"Dieses Projekt bringt Forscher unterschiedlicher Disziplinen, wie Ökonomen, Ingenieure und Psychologen, zusammen. Dadurch können wir stark vernetzte Probleme lösen, die sonst oft nur separat betrachtet werden", sagt Franke. Die Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz arbeitet gemeinsam mit Partnern aus drei Ländern. Beteiligt sind in Deutschland die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie. In Österreich arbeitet die Universität für Bodenkultur Wien mit. Kooperationspartner in Frankreich sind das Verkehrsforschungsinstitut IFSTTAR und das Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS sowie das Unternehmen Peugeot Scooters.

Weitere Informationen erteilt Thomas Franke,
Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie,
Telefon 0371 531-37589,
E-Mail thomas.franke@psychologie.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Autos mit Künstlicher Intelligenz optimal laden
04.06.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Alarm bei giftigen Gasen: Sensorsystem soll Arbeitsschutz in der Kunststoffindustrie verbessern
04.06.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sehvermögen durch Gentherapie wiederherstellen

Neuer Ansatz zur Behandlung bislang unheilbarer Netzhautdegeneration

Menschen verlassen sich in erster Linie auf ihr Augenlicht. Der Verlust des Sehvermögens bedeutet, dass wir nicht mehr lesen, Gesichter erkennen oder...

Im Focus: Restoring vision by gene therapy

Latest scientific findings give hope for people with incurable retinal degeneration

Humans rely dominantly on their eyesight. Losing vision means not being able to read, recognize faces or find objects. Macular degeneration is one of the major...

Im Focus: Kleines Protein, große Wirkung

In Meningokokken spielt das unscheinbare Protein ProQ eine tragende Rolle. Zusammen mit RNA-Molekülen reguliert es Prozesse, die für die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien von Bedeutung sind.

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Diese Krankheitserreger besitzen ein sehr kleines Protein,...

Im Focus: Small Protein, Big Impact

In meningococci, the RNA-binding protein ProQ plays a major role. Together with RNA molecules, it regulates processes that are important for pathogenic properties of the bacteria.

Meningococci are bacteria that can cause life-threatening meningitis and sepsis. These pathogens use a small protein with a large impact: The RNA-binding...

Im Focus: Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

Ist die Elektronik, so wie wir sie kennen, am Ende?

Der Einsatz moderner elektronischer Schaltkreise für immer leistungsfähigere Rechentechnik und mobile Endgeräte stößt durch die zunehmende Miniaturisierung in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schutz der neuronalen Architektur

05.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Wie das Gehirn unser Sprechen kontrolliert - Beide Gehirnhälften leisten besonderen Beitrag zur Sprachkontrolle

05.06.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Akute myeloische Leukämie: Größerer Entscheidungsspielraum bei Therapie-Start

05.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics