Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonne kann Lebensmittel kühlen

07.05.2010
Solare Kühlung bis auf den Gefrierpunkt möglich

Technisch ist es kein Problem, die Energie der Sonne zur Kühlung von Lebensmitteln wie etwa Milch und Wein einzusetzen. Das hat nun erstmals ein internationales Forscherteam am Beispiel einer tunesischen Winzerei und einer marokkanischen Molkerei gezeigt.

"Solare Kühlung könnte in Zukunft im Agrarbereich, jedoch auch in der Chemie- und Kosmetikindustrie eingesetzt werden", so Tomas Nunez, Forscher am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, im pressetext-Interview.

Kaltes Abwasser wird genutzt

Technisch nutzt der Prototyp eine Abwandlung einer gasbetriebenen Kältemaschine. Konzentrierende Kollektoren richten dabei Sonnenlicht durch Spiegel auf einen Absorber, in dem sich Wasser auf 200 Grad erhitzt. Diese hohe Temperatur ist nötig, um bei heißem Wetter eine ausreichende Differenz zum Außenklima zu schaffen und eine Kältemaschine anzutreiben. Im Unterschied zu konventionellen Kühlschränken, bei denen man mit Strom Kälte erzeugt, wird hier Heißwasser zur Kälteerzeugung eingesetzt.

Schon bisher wurde in der Gebäudetechnik solare Kühlung eingesetzt. "Während für das Raumklima eine Kältewasser-Temperatur von 15 Grad Celsius reicht, ist die Lebensmittelkühlung anspruchsvoller", erklärt Nunez. Temperaturen von fünf Grad bis zum Gefrierpunkt müssen erreicht werden, weshalb in der Kältemaschine eine Wasser-Ammoniak-Lösung eingesetzt wird. Das Zielprodukt ist ein kaltes Wasser-Glykol-Gemisch, das bei Temperaturen unter Null Grad das Einfrieren vermeidet. Diese Lösung lagert in Kältespeichern und wird durch einen Wärmetauscher gepumpt, in dem die zu kühlende Flüssigkeit - beim Demonstrationsbeispiel Milch oder Wein - lagert.

Nachtstunden erfordern eigene Lösung

Die Kälte steht bei diesem Mechanismus immer dann zur Verfügung, wenn die Sonne scheint. Zur Überbrückung der finsteren Zeiten kann Kälte in einem Kältespeicher gespeichert werden. Ein sehr großer Kältespeicher für längere Schlechtwetterperioden ist allerdings wirtschaftlich oft nicht sinnvoll, so Núñez. "Für die Nachtstunden könnte man entweder die Lebensmittel selbst mit entsprechender Isolierung als Kältespeicher verwenden. Oder man verwendet ein konventionelles Backup-System." Somit müsse die Solaranlage nicht so groß dimensioniert werden.

Wenn somit auch der Nachweis der Eignung der Technik für Lebensmittel erbracht wurde, zählt sie Nunez derzeit noch als Nischenanwendung. "Die Anlage ist noch nicht wirtschaftlich und zahlt sich erst in Jahrzehnten ab, falls Förderungen ausbleiben", so Nunez. Anders sei dies, falls die Nachfrage steige und Serienproduktion ermögliche. Zur Anwendung würde die Technik aufgrund ihrer Kollektoren allein im Industriemaßstab kommen. "Die getestete zwölf-Kilowatt-Anlage war am unteren Größenlimit. Effektiver wäre mindestens die doppelte Kühlleistung."

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ise.fhg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »KaSiLi«: Bessere Batterien für Elektroautos »Made in Germany«
12.11.2019 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt
11.11.2019 | Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

KI-gesteuerte Klassifizierung einzelner Blutzellen: Neue Methode unterstützt Ärzte bei der Leukämiediagnostik

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Faserverstärkte Verbundstoffe schnell und präzise durchleuchten

13.11.2019 | Physik Astronomie

Darmbakterien könnten Entstehung von Multipler Sklerose beeinflussen

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics