Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SolarFoods: Die Sonne wärmt gratis

14.01.2014
Die Nahrungsmittelherstellung ist ein Bereich, der vom Einsatz der Solarthermie besonders profitieren könnte. Das Projekt „SolarFoods“, gefördert vom Klima- und Energiefonds, erklärt wie das geht.

Ob im Haushalt oder in der Industrie – den größten Energiebedarf haben Vorgänge, die viel Wärme benötigen. Doch gerade Wärme lässt sich auch auf umweltfreundlichere Weise herstellen, etwa durch Solarthermie, Biogas oder den Einsatz von Biomassebrennstoffen.

Die TU Wien leitete in Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern AEE INTEC, TU Graz, BOKU/IFA-Tulln, TechForTaste.Net und BRAUUNION das Forschungsprojekt „SolarFoods“, in dem aufgezeigt wird, wie die Nahrungsmittelherstellung in Zukunft energieeffizienter werden und vom Einsatz erneuerbarer Energien wie der Solarthermie profitieren kann.

Gefördert wird das Projekt vom Klima- und Energiefonds. „Unsere Partner aus der Wirtschaft schätzen unsere Förderprogramme sehr – wir sind mit ihnen nah an den Bedürfnissen des Marktes und unterstützen so deren unternehmerische Entwicklung nachhaltig“, unterstreicht Klima- und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel. Auch die Innovationsministerin Doris Bures lobt das Projekt: „Unser Ziel ist es, Forschungsergebnisse für österreichische Unternehmen rasch zur Verfügung zu stellen, um so Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Mit diesem Projekt ist dem Klima- und Energiefonds der Brückenschlag zwischen der Energieforschung und der wirtschaftlichen Anwendung im Markt optimal gelungen.“

Solarthermie und Biogas für Nahrungsmittelproduktion besonders geeignet

Sonnenlicht wird in vielen Haushalten eingesetzt, um Warmwasser aufzubereiten und die Raumheizung zu unterstützen. In der Industrie spielt Solarthermie noch eine untergeordnete Rolle. Gerade in der Nahrungsmittelproduktion könnte sich das aber ändern: „Bei der Nahrungsmittelherstellung wird zwar für viele Prozesse Wärme benötigt, im Gegensatz zu anderen Branchen kommt man dort allerdings meist mit Temperaturen von 30-120°C aus“, erklärt Marcus Hummel von der Energy Economics Group (Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe) der TU Wien. Solche Temperaturen lassen sich auch in unseren Breiten gut mit Solarthermie erreichen.

Einen weiteren Beitrag zu erneuerbarer Energieversorgung in der Lebensmittelindustrie kann Biogas liefern: In vielen Bereichen der Herstellung fallen biogene Reststoffe oder Rückstände im Wasser an, die (mittels anaerober Fermentation) in Biogas umgewandelt werden können.

Wie grün kann meine Firma sein?

Eine Reihe von Betrieben wurde von AEE INTEC im Rahmen des Projekts „SolarFoods“ analysiert, um zu untersuchen, wie groß das Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz und für den Einsatz erneuerbarer Energien ist. Die Erkenntnisse daraus stehen nun auch anderen Betrieben gratis zur Verfügung. Als Projektergebnis steht eine Software zur Verfügung, mit der sich für jeden Betrieb einfach und rasch abschätzen lässt, welche Potenziale zur Wärmerückgewinnung und zum Einsatz erneuerbarer Energien vorhanden sind und wie wirtschaftlich eine Umstellung der Energieversorgung ist. Mit der „SolarFoods-Software“ kann man eine bestehende Produktionsanlage abbilden und sich eine erste Potential- und Wirtschaftlichkeits-Abschätzung errechnen. Außerdem wird bewertet, wie die Energieeffizienz der Anlage verglichen mit branchenüblichen Werten einzuschätzen ist.

Aufgrund staatlicher Förderungen kann eine CO2-neutrale Energiebereitstellung für viele Wirtschaftsunternehmen eine attraktive Option sein, ist Marcus Hummel sicher. Einzelne Betriebe könnten sogar 100% der thermischen Energie aus Solarthermie und Biogas bereitstellen, wenn die Prozesse effizient geplant werden. Mittelfristig lassen sich so beträchtliche finanzielle Gewinne erzielen, wenn man verfügbare öffentliche Förderungen mit einberechnet.

Vor allem wenn es einen hohen Energiebedarf bei Temperaturen unter 120°C gibt, lässt sich durch eine zusätzliche Solarthermie-Anlage mittelfristig viel Geld sparen.

Auch andere Technologien der Energiebereitstellung wurden vom Forschungsteam geleitet von der TU Wien untersucht: Biogas, Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung – über eine ganze Palette von Möglichkeiten steht nun Dank des SolarFoods-Projektes Information zur Verfügung.

Wissenschaftliche Basis für wirtschaftliche Entscheidungen

Alternativenergie macht auf Firmen-Ebene also Sinn – doch im Projekt „SolarFoods“ ging man noch einen Schritt weiter: Das Team entwickelte ein Modell, mit dem untersucht werden kann, welche Auswirkung von geänderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den zukünftigen Einsatz erneuerbarer Energien in der Lebensmittelherstellung haben wird. „Unser Modell ermöglicht es, energierelevante Investitionsentscheidungen in produzierenden Betrieben zu simulieren und damit Auswirkungen politischer Maßnahmen zu quantifizieren“, sagt Marcus Hummel. Auf diese Weise lassen sich ganze Branchen abbilden. Das tiefere Verständnis über Alternativenergie-Möglichkeiten wird so auch zur Basis für Handlungsempfehlungen an die Politik. Auf dieser Basis wurde eine Roadmap für die österreichische Lebensmittelherstellung entwickelt, deren Zielsetzung es ist, einen solaren Wendepfad für die Branche bis 2030 aufzuzeigen.

Das Branchenkonzept SolarFoods ist nun in Form eines wiki umgesetzt und frei verfügbar. Es besteht aus den folgenden drei Teilen: Berechnungswerkzeuge, Leitfäden und Roadmap. Zu finden ist es unter www.solarFoods.at/dokuwiki

Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Marcus Hummel
Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe
Technische Universität Wien
Gusshausstraße 25, 1040 Wien
T: +43-1-58801-370325
marcus.hummel@tuwien.ac.at
Aussender:
Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at
Weitere Informationen:
http://www.solarFoods.at/dokuwiki
Projekthomepage

Dr. Florian Aigner | Technische Universität Wien
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Auf dem Weg zu neuen Leistungstransistoren
11.07.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics