Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU stimmt über Glühlampenverbot ab

04.12.2008
Öko-Institut bedauert: Zeitplan weniger ambitioniert als ursprünglich vorgeschlagen

Das Zeitalter der Glühlampe geht auch in Europa zu Ende. Am kommenden Montag, 8. Dezember stimmen die EU-Mitgliedsstaaten über ökologische Mindestanforderungen an Haushaltsbeleuchtung ab. Im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie hat die EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, wie Glühlampen nach und nach durch andere Leuchtmittel ersetzt werden sollen. Eine Absicht, die das Öko-Institut grundsätzlich begrüßt, denn inzwischen gibt es hochwertige Alternativen, die wesentlich energieeffizienter sind.

Das Zeitalter der Glühlampe geht auch in Europa zu Ende. Am kommenden Montag, 8. Dezember stimmen die EU-Mitgliedsstaaten über ökologische Mindestanforderungen an Haushaltsbeleuchtung ab. Im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie hat die EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, wie Glühlampen nach und nach durch andere Leuchtmittel ersetzt werden sollen. Eine Absicht, die das Öko-Institut grundsätzlich begrüßt, denn inzwischen gibt es hochwertige Alternativen, die wesentlich energieeffizienter sind.

"Bedauerlich ist allerdings, dass der jetzt zur Abstimmung stehende Zeitplan weit weniger ehrgeizig ist als ursprünglich vorgeschlagen", kritisiert Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut. "Danach werden matte Lampen, die schlechter sind als Energieeffizienzklasse A, sowie klare 100-Watt-Glühlampen zwar ab September 2009 schrittweise aus dem Handel genommen. Klare 60-Watt-Glühlampen, die ein wesentliches Verkaufssegment darstellen, sollen dagegen erst ab September 2011 aus dem Handel. Insgesamt ist bis in Krafttreten der letzten Umsetzungsstufe Zeit bis 2016."

Nach Berechnungen der EU führt der aktuell vorgeschlagene Zeitplan EU-weit zu Stromeinsparungen, die im Jahr 2020 rund 39 Terawattstunden Strom pro Jahr erreichen. Das entspricht rund 17 Millionen Tonnen CO2. "Die zunächst zur Diskussion gestellten Optionen waren dagegen wesentlich ehrgeiziger", sagt die Wissenschaftlerin. "Sie hätten zu geschätzten Stromeinsparungen zwischen 47 und 78 Terawattstunden pro Jahr geführt."

Vor allem Energiesparlampen, zunehmend aber auch Leuchtdioden, können herkömmliche Glühlampen sinnvoll ersetzen. Die Umweltvorteile von Energiesparlampen entstehen durch ihren geringen Stromverbrauch und ihre lange Lebensdauer. Gegenüber konventionellen Glühbirnen verbrauchen Energiesparlampen der A-Klasse dadurch bis zu 80 Prozent weniger Strom und leuchten zwischen fünf und fünfzehn Mal länger. Voraussetzung allerdings ist: Die Wahl fällt auf hochwertige Produkte.

Denn neben solchen Modellen, die eine lange Lebensdauer haben und nur geringe Mengen Quecksilber enthalten, sind auch weniger empfehlenswerte Billigprodukte auf dem Markt. "Es ist also wichtig, Verbraucher umfassend darüber zu informieren, worauf sie beim Kauf und bei der Nutzung von Energiesparlampen achten sollten", sagt Dr. Dietlinde Quack. Eine zuverlässige Orientierung bieten die Empfehlungen der Verbraucherkampagne EcoTopTen des Öko-Instituts im Internet unter http://www.ecotopten.de/produktfeld_lampen.php.

"Mittel- und langfristig müssen aber unbedingt ambitionierte ökologische und qualitative Mindeststandards festgelegt werden, damit minderwertige Billigprodukte nicht mehr in den Verkauf kommen", fordert die Expertin. "Wünschenswert wären zudem einheitliche, an Lampen angepasste Standards zur Messung elektromagnetischer Felder. Und natürlich sollten zügig effektive Rücknahmesysteme für Energiesparlampen aufgebaut werden, damit sicher gestellt ist, dass die Umwelt nicht durch unsachgerechte Entsorgung von alten Energiesparlampen belastet wird. Hier ist auch der Handel in der Pflicht."

Ansprechpartnerin

Dr. Dietlinde Quack
Projektleiterin EcoTopTen
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Telefon 0761/45295-48
E-Mail: d.quack@oeko.de
Weitere Informationen
EcoTopTen-Marktübersicht zu empfehlenswerten Energiesparlampen
http://www.ecotopten.de/prod_lampen_prod.php
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de/mitmachen
http://www.ecotopten.de/prod_lampen_prod.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Auf dem Weg zu neuen Leistungstransistoren
11.07.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

17.07.2018 | Physik Astronomie

Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weltgrößte genetische Studie zu allergischem Schnupfen

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics