Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Energie kommt aus der Umgebung

24.01.2006


Das zeitraubende Ablesen von Heizungsanlagen könnte bald der Vergangenheit angehören. Künftig werden die gewünschten Daten direkt vom Heizkörper an einen zentralen Rechner im Keller gefunkt. Die Messsysteme brauchen dabei weder Stromanschluss noch Batterien. Als so genannte energieautarke Mikrosysteme beziehen sie ihre Energie aus dem thermoelektrischen Effekt, der durch die unterschiedliche Temperatur am Heizkörper und in der Raumluft entsteht. Auch in Medizin, Automobil, intelligenten Textilien, Luft- und Raumfahrt sowie in Produktion und Logistik werden solche energieautarken Mikrosysteme in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmenprogramm "Mikrosysteme" fördert das BMBF die Entwicklung dieses Zukunftsfeldes mit 15 Mio. Euro. Bis zum 5. Mai 2006 können Unternehmen und Forschungseinrichtungen Ideenskizzen für Verbundprojekte entwickeln.



Bei energieautarken Mikrosystemen handelt es sich um autarke, mobile und leicht nachrüstbare Mikrosysteme, die ihre zum Betrieb sowie zum Daten- und Informationsaustausch erforderliche Energie drahtlos aus dem Umfeld entnehmen. Energiequellen sind u.a. thermoelektrische oder piezoelektrische Effekte.



Viel versprechende Anwendungsfelder eröffnen sich beispielsweise in der Automobilbranche. Reifendrucksensoren sind bislang noch mit Batterien ausgestattet, die regelmäßig gewechselt werden müssen. In Zukunft wird beim Betrieb dieser Sensoren Energie aus einem piezoelektrischen Effekt genutzt.

Bevor die industrielle Fertigung von energieautarken Mikrosystemen beginnen kann, sind jedoch noch einige grundlegende Fragen zu klären. Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht bei den zu verwendenden Energiewandlungsprinzipien, beim Energiemanagement, bei der Miniaturisierung und Systemintegration der einzelnen Komponenten sowie bei der Fertigung.

Mit der Entwicklung neuartiger Konzepte will das BMBF im Rahmenprogramm "Mikrosysteme" die Überwindung dieser Engpässe unterstützen:

o Einsparung von Batterien durch effiziente Energiewandlung

Es sollen alternative Werkstoffe und neue Bauweisen erforscht werden, die eine weitere Miniaturisierung von Energiewandlern ermöglichen, beliebige Formen annehmen und in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen können.

o Entwicklung von energieoptimierten und sicheren Low-Power Übertragungstechnologien

Es gibt bereits heute Ansätze, Low-Power Systeme kabellos mit Energie aus der Umwelt zu versorgen. Dies ist aber immer nur mit sehr hohem Aufwand möglich. Die Prozesse sollen so verändert werden, dass sie möglichst wenig Strom benötigen.

o Mikrosystemtechnik für verbesserte Systemintegration energieautarker Mikrosysteme

Sensorische und aktorische Elemente sollen unauffällig in Kleidung, Geräten und Fahrzeugen eingebettet sein und nach Bedarf mit den Benutzern oder anderen Systemen Informationen austauschen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mstonline.de/foerderung oder beim Projektträger

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Marco Voigt
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Telefon: 030 310078-277; E-Mail: voigt@vdivde-it.de

Wiebke Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.mstonline.de/foerderung
http://www.mstonline.de/foerderung/skizzen/aktuell/detail.html?id=950
http://www.vdivde-it.de

Weitere Berichte zu: Batterie Heizkörper Low-Power Luft- und Raumfahrt Mikrosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht So fließt Energie im Nanobereich
18.10.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Neu entdeckte Materialeigenschaft verspricht Innovationsschub in der Mikroelektronik
17.10.2019 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics