Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die funktionsfähige Nutzung von Biogas zur Energiegewinnung

06.01.2006


Im Rahmen des auf die kosteneffiziente Anwendung von Biogas aus anaeroben Zersetzungsprozessen in Brennstoffzellen gerichteten AMONCO-Projekts studierte und bestimmte man die Substrate, die in den Fermenter gegeben werden.



Die anaerobe Zersetzung ist ein biologischer Prozess, bei dem organische Abfälle wie Viehdung und Produkte der Nahrungsmittelverarbeitung zur Erzeugung von Biogas verwendet werden, das in erster Linie aus Methan und Kohlenstoffdioxid besteht. Entweder unter natürlichen Bedingungen oder in einer kontrollierten Umgebung werden organische Abfälle in einen Container (Fermenter) gegeben, in dem die Zersetzung des pflanzlichen oder tierischen Materials stattfindet. Nach der Aufspaltung der organischen Materialien in Teile nutzbarer Größe werden diese in organische Säuren umgewandelt, aus denen Methangas gewonnen wird.



Heutzutage werden anaerobe Zersetzungstechnologien weitläufig für Agrarabfälle genutzt, außerdem erkannte man ihr Potenzial zur Herstellung von Biogas-Brennstoffen. Jedoch werden bei der Nutzung von Biogas in Brennstoffzellen zur Strom- und Wärmeerzeugung Spurengase produziert, die die Brennstoffzellen beschädigen können. Deshalb ist der kosteneffiziente Einsatz von Biogas in Brennstoffzellen zur Energiegewinnung zum Scheitern verurteilt, sofern die schädlichen Spurengase nicht vermieden, entfernt oder vermindert werden können.

Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des AMONCO-Projekts umfassende und eingehende Biogasanalysen zur Bestimmung der schädlichen Spurengase durchgeführt. Die Forscher entwickelten moderne Verfahren zur Kontrolle des anaeroben Prozesses und zur kosteneffizienten Biogasreinigung zur Anwendung in Brennstoffzellen. Darüber hinaus soll ein entwickeltes wissensbasiertes Tool zur Entscheidungsunterstützung erwartungsgemäß gesteigerte Funktionen zur Vorhersage von Spurengasen im Verhältnis zu den fermentierten Substraten liefern. Ein entscheidender Faktor zur genauen Prognose der Spurengase ist die Bestimmung der Zusammensetzung des Biogases.

Dazu wurde eine umfassende Analyse der in den Fermenter gegebenen Substrate durchgeführt. Diese umfasste Eingeweide und Innereien von Rind und Schwein sowie sonstige tierische Organe, die in unterschiedlichen Proportionen kombiniert wurden und so zu verschiedenen Mischungen führten. Für alle Substrate und Mischungsparameter wie Gesamtstickstoff, Trockenmasse, organischer Anteil und Fette wurden die flüchtigen Fettsäuren eingehend bestimmt. Es wird ein Joint-Venture-Abkommen mit potenziellen Biogas-/Brennstoffzellenbetreibern, mit Finanzinstitutionen zur Unterstützung möglicher Projekte bzw. mit Energiedienstleistungsunternehmen angestrebt.

Marcos Diaz Prado | ctm
Weitere Informationen:
http://www.biotec.boku.ac.at/H791_projekt.html?project_id=3767&lang=de&L=0

Weitere Berichte zu: Biogas Brennstoffzelle Energiegewinnung Spurengas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Daten „fühlen“ mit haptischen Displays
15.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer
12.11.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics