Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronenfutter für die Kleinen

08.10.2001


Kleinere und leistungsfähigere mobile Elektrogeräte verlangen nach ebensolchen Stromspeichern. Flexible und wiederaufladbare Folienbatterien hoher Kapazität präsentieren Forscher mehrerer Fraunhofer-Institute auf der diesjährigen "Productronica" in München.

... mehr zu:
»Folienbatterie »ISC

Mobile elektrische Geräte benötigen mobilen Strom. Je kleiner und leistungsfähiger die Sender, Speicher und Empfänger der Informations- und Medizintechnik werden, desto dünnere, leichtere und flexiblere Elektronenspeicher benötigen Hersteller dieser Branchen für ihre Produkte. Eine Lösung sind wiederaufladbare Folienbatterien auf Lithium-Polymer-Basis, die von fünf Fraunhofer-Instituten des Verbunds Mikroelektronik VµE entwickelt werden. Dazu gehören speziell entwickelte Low-Power Bauteile und ein Management der Batterie: Elektronik überwacht das Laden und Entladen und ermittelt ihre jeweilige Kapazität.

"Für das flache Speichermedium SmartCard sind flexible, nur ein zehntel Millimeter dünne Folienbatterien keine Utopie mehr", veranschaulicht Dr. Jochen Schulz vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC den Trend zur Miniaturisierung. "Entsprechend gering wird der Abstand der beiden Elektroden und dies führt zu Problemen: Bei den angestrebten hohen Stromdichten - der Leistung also - erwärmt sich ein flüssiger Elektrolyt beim Be- und Entladen. Dies kann dazu führen, dass der Druck in der Batterie steigt und diese sich aufbläht oder im schlimmsten Fall platzt." Um dem vorzubeugen, setzen die Forscher vom ISC organisch modifizierte Keramiken ein. Das molekulare Netzwerk dieser patentierten ORMOCER®e führt neben der thermischen zu einer verbesserten mechanischen Stabilität, ohne die die Flexibilität der Folienbatterie nicht zu erreichen ist. Ziel ist, bald ganz auf flüssige Elektrolyte verzichten zu können.


Ein weiteres Problem verringerter Elektrodenabstände wird vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT bearbeitet. Denn: Sollten sich die Schichten berühren, käme dies einem Kurzschluss gleich. Hier setzen die Forscher auf ein patentiertes Verfahren, um besonders glatte Kathoden aus Lithium-Cobalt-Oxid zu erzeugen. Neben der Güte der Schicht trägt ihre Porenstruktur wesentlich dazu bei, die Leistung der Folienbatterie zu erhöhen. Die gegenüberliegende Anode schließlich besteht aus Graphit. Sie zu verbessern und weiterzuentwickeln ist die Domäne einer kooperierenden Arbeitsgruppe an der TU Graz.

Die Wissenschaftler des Leitprojekts "Integrierte Energieversorgung" präsentieren ihre bisher entwickelten Folienbatterien, Erfahrungen und Pläne vom 6. bis 9. November auf der Messe Productronica in München in Halle B6 am Stand 504.

Ansprechpartner:
Dr. Jochen Schulz
Telefon: 09 31/41 00-5 51, Fax: 09 31/41 00-5 59,
E-Mail:schulz@isc.fhg.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.smart-power.fhg.de/
http://www.fraunhofer.de/german/press/md

Weitere Berichte zu: Folienbatterie ISC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fit für die industrielle Fertigung? Aluminium-Batterien im Fokus des Verbundvorhabens „ProBaSol“ an der TU Freiberg
21.02.2020 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren
19.02.2020 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics