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USA setzen weiter auf Atomenergie

27.09.2004


Seit 30 Jahren: Wieder neue AKWs in Planung



Erstmals seit 30 Jahren sollen in den USA wieder neue Kernkraftwerke errichtet werden. Das meldet die QC-Times unter Berufung auf Meldungen des Energieunternehmens Entergy, Dominion Resources und Exelon, Eigner der Quad City Nuclear Generating Station. Die Unternehmensleitung spricht von einer Renaissance der Kernenergie, die Umweltschützer sprechen von einer drohenden Massenvernichtungswaffe.



Angst vor explodierenden Stromkosten und Versorgungsengpässen lassen die Betreiber der Elektrizitätswerke erneut dazu übergehen auf Kernenergie zu setzen. Michael Wallace, CEO von Constellation Energy und Teil des Exelon-Konsortiums sowie Betreiber von fünf AKWs sieht sich insofern gestärkt, als die Antiatombewegung in den vergangenen acht bis zehn Jahren stark nachgelassen hat. Umweltgruppen wie Greenpeace haben allerdings auf die Pläne der Energiekonzerne prompt reagiert: AKWs seien zu teuer, produzieren zu viel radioaktiven Müll. Darüber hinaus könne es zu gefährlichen Unfällen wie etwa einer Kernschmelze kommen, außerdem sind Kernkraftwerke prädestinierte Angriffsziele von Terroristen.

Umweltgruppen kritisieren vor allem, dass Atomkraft als Argument zur Verhinderung der globalen Erwärmung herangezogen wird. "Wir glauben ernstlich, dass es in den kommenden Jahren zum Bau neuer Anlagen kommen wird", so William Nick Timbers, CEO von USEC, dem weltweit einzigen Anbieter von nuklearen Brennstäben aus der ehemaligen Sowjetunion. Nach Gallup-Untersuchungen zum Thema "Atomkraft" sind angeblich 56 Prozent der Amerikaner dafür, allerdings wollen nur 37 Prozent Atomkraftwerke in ihrer Nähe. Die Energieexperten der internationalen Atomenergiebehörde IAEA haben errechnet, dass die Energiegewinnung für etwa ein Drittel des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Atomenergie soll damit etwa 600 Mio. Tonnen CO2 jährlich verhindern. Atomkraftgegener wenden allerdings ein, dass die Endlagerung der Brennstäbe und anderen radioaktiven Materials immer noch ein riesiges Problem darstellt. 70.000 Tonnen Atommüll lagern in den USA in den Yucca Mountains in Nevada. Dies sorgt seit Jahren für politische Auseinandersetzungen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.qctimes.com

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