Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solare Kraftwerke kommen

16.10.2002


In den nächsten Jahren wird über die neue Kraftwerksgeneration in Deutschland entschieden. Der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) zeigt auf seiner Jahrestagung am 14./15. Oktober an der Hochschule für Technik (HfT) in Stuttgart, dass mit solaren Kraftwerken erneuerbare Energien bereits in naher Zukunft das Rückgrat einer nachhaltigen Energieversorgung zu erschwinglichen Preisen bilden können. Aus Sicht des FVS ist in den nächsten Jahren eine Verdoppelung der bisherigen Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten notwendig, wenn die erneuerbaren Energien zu einer tragenden Säule der Stromversorgung in Deutschland werden sollen.



Jahrestagung des ForschungsVerbunds Sonnenenergie (FVS) zum Thema "Solare Kraftwerke"



Der FVS erforscht und entwickelt solare Kraftwerke
Wir können zeigen, dass große Kraftwerke auf der Basis erneuerbarer Energien einen hohen Reifegrad erreicht haben. Die Institute des ForschungsVerbunds Sonnenenergie werden auf der Jahrestagung 2002 die neusten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten präsentieren: neue Technologien und Komponenten für solarthermische Kraftwerke, System- und Kommunikationstechniken für die Vernetzung einer großen Anzahl von dezentralen Anlagen sowie die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Offshore-Windtechnik und photovoltaischer Großanlagen.


Das Kostensenkungspotenzial solarer Kraftwerke ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Durch Forschung und technologische Weiterentwicklungen können die Kosten noch bedeutend gesenkt werden.

Solarthermische Kraftwerke

Die wirtschaftlich und umwelttechnisch attraktivste Möglichkeit zur Herstellung von Strom aus Solarenergie sind bereits heute solarthermische Kraftwerke in sonnenreichen Regionen. Sie entsprechen technisch weitgehend konventionellen Kraftwerken, wobei jedoch die Hochtemperaturwärme nicht durch CO2-erzeugende fossile Brennstoffe, sondern durch Solarkollektoren bereitgestellt wird. Dabei konzentrieren die Kollektoren das direkte Sonnenlicht mit Hilfe von Spiegeln und erzeugen damit Temperaturen von 400°C bis über 1000°C. Die ersten europäischen solarthermischen Kraftwerke mit 50-100 MW Leistung werden in den nächsten Jahren in Spanien errichtet werden und dort Strom für etwa
14 ct / kWh erzeugen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Gestehungskosten für solarthermisch erzeugten Strom innerhalb der nächsten 10-15 Jahre auf etwa 5 ct /kWh reduzieren lassen.

Verteilte Kraftwerke

Neben Windparks, photovoltaischen- und zukünftigen solarthermischen Großanlagen, gibt es bereits heute zehntausende dezentrale Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbarer Energiequellen. So liefern die erneuerbaren Energien mit Sonne, Wind, Wasser und Biomasse in Deutschland schon mehr als 7 % des Strombedarfs bei steigender Tendenz. Allein die Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 10.000 MW könnten mehrere Großstädte mit Strom versorgen.

In Zukunft können sie mit Informations- und Kommunikationstechniken zu einem Netzverbund - einem sogenannten verteilten oder "virtuellen" Kraftwerk - zusammengeschlossen werden. Der Vorteil besteht darin, dass die erneuerbaren Energiequellen dort genutzt werden, wo sie besonders ergiebig sind und im energetischen Verbund optimal in die Energieversorgung integriert werden können.

Photovoltaische Großanlagen

In Deutschland und in den Niederlanden wurden in den vergangenen zwei Jahren mehrere photovoltaische Großanlagen mit Leistungen im Megawattbereich errichtet. Für Großanlagen, integriert in Gebäudedächer oder auf unbebautem Gelände sprechen Kosteneinsparpotentiale. Weitere Kostensenkungen ergeben sich in Zukunft durch die Konzentration der Solarstrahlung auf die (teuren) Photovoltaikflächen mit (billigen) Spiegeln oder Linsen. Hier unterscheidet man schwach konzentrierende Anlagen (ZSW) und hochkonzentrierende Anlagen (Fraunhofer ISE). Mit Tandemsolarzellen z. B. aus III-V-Halbleitermaterialien (später auch aus verschiedenen Kupfer-Indium-Gallium-Schwefel-Selen-Verbindungen) lassen sich heute Solarzellen mit Wirkungsgraden über 30 % herstellen.
PV-Kraftwerke mit solchen Solarzellen und optischer Konzentration des Sonnenlichtes können im Mittelmeerraum Spitzenstrom zu vergleichsweise günstigen Kosten produzieren.

FVS-Forschung und Entwicklung bald in Anwendung

Im August 2002 ist in Spanien eine Einspeisevergütung von zusätzlichen
12,02 ct /kWh für Strom aus solarthermischen Großkraftwerken in Kraft getreten. Damit sind solarthermische Kraftwerke wirtschaftlich. Vier Projektgesellschaften (mit weitreichender deutscher Beteiligung) werden in Kürze in Spanien mit dem Bau solarthermischer Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehr als 100 MW beginnen. Das DLR (Mitgliedsinstitut des FVS) ist an der Planung von drei der vier Solarkraftwerke beteiligt.

Ansprechpartner:

Dr. Gerd Stadermann, FVS-Geschäftsführer, Tel. (030) 670 53-338
Petra Szczepanski, FVS-Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (030) 670 53-337
FVS-Geschäftsstelle
Kekuléstraße 5, D-12489 Berlin
Fax (030) 670 53-333
E-Mail: fvs@hmi.de

Petra Szczepanski | idw
Weitere Informationen:
http://www.FV-Sonnenenergie.de

Weitere Berichte zu: Energieversorgung FVS Großanlage Kraftwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Schlaflos wegen Handy? Neue Displays könnten Abhilfe schaffen
21.06.2018 | Universität Basel

nachricht Sensoren auf Gummibärchen: Team druckt Mikroelektroden-Arrays auf weiche Materialien
21.06.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics