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Haus sanieren - profitieren

05.05.2008
Energetische Gebäudesanierungen sind wirtschaftlich sinnvoll und für den Klimaschutz unverzichtbar. Wie Hausbesitzer verstärkt motiviert werden, ihre Immobilien zu optimieren - das diskutierten heute fünf Vertreter von Informations- und Beratungsinitiativen bei den Berliner Energietagen.

Eingeladen hat das Projektteam der bundesweiten Kampagne "Haus sanieren - profitieren" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Das Forum "Mehrwert statt Mehrkosten - Beratungsprogramme zur energetischen Gebäudesanierung" stieß beim Fachpublikum auf reges Interesse: Knapp 100 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um sich über Initiativen wie "Gut beraten starten!" der Klimaschutzagentur Region Hannover oder den "EnergieSparCheck" des Baden-Württembergischen Handwerkstags zu informieren.

Auch die nordrhein-westfälische Serviceplattform für kommunale Altbauinitiativen "Altbauneu" und die Energieberatungen der Verbraucherzentralen waren Themen beim Forum.

"Wer jetzt saniert, kann auf eine große Bandbreite an Informations- und Beratungsangeboten zurückgreifen", betonte DBU-Projektleiter Martin Fellbaum. So sei das Herzstück der Kampagne "Haus sanieren - profitieren" ein kostenloser Energie-Check für Ein- und Zweifamilienhäuser.

In nur einer halben Stunde könnten extra geschulte Handwerker grob den energetischen Zustand des Gebäudes bewerten. Dabei würden sie die Eigentümer da abholen, wo sie sind: Zuhause. "Der Energie-Check ist ein Einstiegsinstrument. Mit ihm wollen wir vor allem Hausbesitzer zur Sanierung motivieren, die sich bislang noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben", so Fellbaum. Schließlich würden sanierte Häuser Energie sparen und die Umwelt schonen.

"Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir uns verstärkt um Gebäude im Bestand kümmern", so Fellbaum. "Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande." Zusätzliche Dämmungen, neue Fenstern oder eine moderne Heizungsanlage könnten bundesweit jährlich bis zu 135.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Anders als das 2007 gestartete DBU-Projekt kann der EnergieSpar-Check des Baden-Württembergischen Handwerkstages auf neun Jahre Projekterfahrung zurückblicken. "Über unsere Initiative wurden über 30.000 Checks abgerechnet", weiß Projektleiterin Christine Sabbah. Auch bei dieser Kampagne seien Ein- und Zweifamilienhausbesitzer Zielgruppe. "Allerdings geht unser EnergieSpar-Check weiter", so Sabbah. So gehöre nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch eine Analyse der Probleme zur Beratung. "Der Hausbesitzer erhält einen Service im Wert von 300 Euro, zahlt aber dank der Landesförderung nur 100 Euro", betonte Sabbah.

"Haus sanieren - profitieren" könne bestehende Angebote wie die regionale Initiative "Gut beraten starten" der Klimaschutzagentur Region Hannover ergänzen. "Wir ziehen mit unseren Angeboten an einem Strang: Wir wollen Hausbesitzer für das Thema sensibilisieren und bieten kostenlose Erstberatungen an", weiß Marlene Potthoff von der Klimaschutzagentur. "Gut beraten starten!" zeichne sich dadurch aus, dass von Gemeinde zu Gemeinde ganz gezielt Haus-zu-Haus-Beratungen durchgeführt würden. "Durch die geballten Beratungen sensibilisieren wir die Menschen in einem Ort", so Potthoff. Energetische Gebäudesanierungen würden so zum Thema.

Wenn Hausbesitzer sich lieber über das Internet informieren wollen - dann könnte die Serviceplattform für regionale Altbauinitiativen in Nordrhein-Westfalen das richtige Instrument sein. Unter www.alt-bau-neu.de fasst die Firma Gertec Beratungsangebote der Region zusammen. "Knapp 14.000 Besucher informieren sich monatlich auf den Seiten", so Prokurist Andreas Hübner. Werbeflyer, Erfahrungsberichte, Newsletter und Plakate machten zudem auf den Service aufmerksam. "Gute Erfahrungen haben wir auch mit unseren Glückskeksen gemacht: Fünf verschiedene Sprüche zum Thema sind in dem Gebäck versteckt", so Hübner.

Umfassend und so gut wie flächendeckend können die Verbraucherzentralen beraten. "400 unserer Einrichtungen in Deutschland führen jährlich rund 70.000 Energieberatungen durch", erläuterte Dr. Christiane Dudda vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Dies führe zu jährlichen Investitionen von bis zu 80 Millionen Euro. "Wir beraten zu allen Themen rings um Energieeffizienz und erneuerbare Energien", so Dudda. Fragen zur Heizungs- und Regelungstechnik, zur Warmwasserbereitung, zum baulichen Wärmeschutz oder zu Fotovoltaik-Anlagen - die Mitarbeiter der Verbraucherzentralen sind vor Ort und für 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz unter Telefon 09001-3637443 zu erreichen.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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