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Soziale Beziehungen zwischen Wölfen modulieren ihr Heulen

23.08.2013
Wölfe haben ihre eigene Art zu kommunizieren - sie heulen. Entfernt sich ein Wolf vom Rudel, heulen die restlichen Tiere.

Wissenschafter des Messerli Forschungsinstituts an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) fanden nun heraus, dass die Beziehung zwischen den Wölfen von großer Bedeutung für die Intensität des Heulens ist. Emotionaler Stress scheint weniger ausschlaggebend zu sein. Die Resultate veröffentlichten die Forscher vor kurzem im renommierten Journal Current Biology.


Wölfe heulen, um mit Rudelmitgliedern zu kommunizieren. Walter Vorbeck

Welche Funktion Tierlaute haben, wird in der Verhaltensbiologie intensiv erforscht. Eine der Hauptfragen lautet im Moment: Steuern Tiere ihre Lautäußerungen flexibel, oder werden diese eher durch emotionalen Stress ausgelöst? Diese Frage haben die Forscher in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Zürich und der Universität Parma nun bei Wölfen des Wolf Science Center im Wildtierpark Ernstbrunn untersucht.

Wölfe heulen verstärkt, wenn Alphatiere verschwinden

Dass Wölfe eher heulen, wenn sich hochrangige Rudelmitglieder und auch befreundete Partner von der Gruppe entfernen, fanden die Wissenschafter nun heraus. Friederike Range, aus der Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung, erklärt: „Wir untersuchten insgesamt zwei Wolfsrudel. An der Leine sind wir mit einzelnen Tieren vom Rudel wegspaziert und haben dann das Heulverhalten der zurückgebliebenen Tiere beobachtet.“ Während der Trennung haben die Forscher das Heulen der zurückgebliebenen Tiere auf Video und Tonband aufgezeichnet. Verließ ein Alphatier das Rudel, wurde verstärkt geheult. Wurden sozial eng miteinander verbundene Wölfe getrennt, löste dies ebenso starkes Geheul aus.

Stress ist nicht ausschlaggebend für das Heulverhalten

Wie intensiv die Wölfe Heulen ist weniger von ihrem emotionalen Stress abhängig als von der Beziehung zum getrennten Tier. Nach so einem „Heulkonzert“ wurden Speichelproben von den Wölfen genommen und auf Stresshormone untersucht. Die gemessenen Cortisolmengen spiegelten nicht die Intensität des Heulens wider. Die Heulintensität wird also nicht nur über Stress gesteuert. Range erklärt: „Wir vermuten, dass Wölfe zumindest einen Teil ihres Heulens flexibel kontrollieren können.“

Wölfe heulen, wenn sich ihr Rudelmitglied offensichtlich weit entfernt

Die Forscher schickten die Wölfe nicht nur auf lange Spaziergänge, sondern brachten die einzelnen Tiere auch in einem benachbarten Gebäude unter. Die zurückgebliebenen Wölfe konnten in jeder Situation beobachten, wohin der Wolf geführt wurde, in den Wald oder in das Nebengebäude. Die Rudeltiere reagierten entsprechend. Befand sich das Tier im Nebengebäude, wurde nicht geheult und weniger Stresshormone wurden ausgeschüttet. Befand sich der Wolf hingegen auf einem Waldspaziergang, heulten die Wölfe umso länger und intensiver. Auch Stresshormone wurden vermehrt produziert. „Dies deutet darauf hin, dass es stressiger für Wölfe ist, wenn sich ein Rudelmitglied so weit entfernt, dass sie nicht mehr wissen, wo es ist“, erklärt Range.

Der wissenschaftliche Artikel „Wolf howling is mediated by relationship quality rather than underlying emotional Stress“, von Francesco Mazzini, Simon W. Townsend, Zsófia Virányi und Friederike Range, wurde heute im Journal Current Biology veröffentlicht. http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2813%2900823-3

Wissenschaftlicher Kontakt:
Friederike Range, PhD
Messerli Forschungsinstitut – Vergleichende Verhaltensforschung
Veterinärmedizinische Universität Wien
Wolfsforschungszentrum (www.wolfscience.at)
M +43 664 60257 – 6252
friederike.range@vetmeduni.ac.at
Aussenderin:
Dr.rer.nat. Susanna Kautschitsch
Public Relations
Veterinärmedizinische Universität Wien
T +43 1 25077-1153
susanna.kautschitsch@vetmeduni.ac.at

Susanna Kautschitsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetmeduni.ac.at
http://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinfo2013/woelfe-heulen/

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