Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Chemie gegen das Öl im Golf von Mexiko

04.10.2010
Das Bohrloch unter der Ölbohrinsel ist seit Juli geschlossen, doch das ausgetretene Öl treibt noch im Meer und gefährdet dort und an der Küste Tiere und Pflanzen.
Wie Chemikalien dabei helfen, das Öl aus der Umwelt zu entfernen und welche Risiken dabei bestehen, berichten die „Nachrichten aus der Chemie“.

Rohöl besteht überwiegend aus Kohlenwasserstoffen, die keine funktionellen Gruppen aufweisen.

Gerade diese Gruppen nutzen aber Chemiker, wenn sie eine Substanz mit einer anderen reagieren lassen. Ohne funktionelle Gruppen ist es nicht möglich, Öl chemisch direkt abzubauen. Daher unterstützt die Chemie nur die natürlichen Abbaumechanismen im Meer oder hält das Öl von gefährdeten Küstenabschnitten fern.

In der Natur zerkleinern Mikroorganismen das Rohöl. Dispersionsmittel erleichtern ihnen die Arbeit. Diese spülmittelähnlichen Stoffe teilen die auf der Oberfläche schwimmenden Ölteppiche in kleine Tröpfchen, welche die Mikroorganismen schneller angreifen können.

Sind Dispersionsmittel umweltgefährdend? Die Hersteller halten Dispersionsmittel und gelöste Öltröpfchen im Wasser für weniger schädlich als einen Ölteppich an der Küste. Chemiker geben jedoch zu bedenken, dass die abbauenden Mikroorganismen aus Teilen des Rohöls giftige Substanzen erzeugen und dass Bestandteile der Dispersionsmittel in hohen Konzentrationen karzinogen sind. Allerdings zersetzen sich diese Stoffe in der Umwelt schnell, sodass sie selten gefährliche Konzentrationen erreichen.

Dispersionsmittel reinigen sogar das ölverklebte Gefieder von Vögeln. Für verschmutzte Küstenabschnitte verwendet man „Shoreline Cleaner“. Diese Reiniger lösen das Öl nicht im Wasser, sondern entfernen es lediglich von festen Oberflächen. Das Öl wird gesammelt und zur Energieerzeugung zusammen mit den Reinigungsmitteln verbrannt.

Im Kampf gegen die Ölteppiche helfen Verfestigungsmittel, die Öl zu einer gummiartigen Masse umsetzen. Diese sinkt auf den Meeresboden und lagert dort als toxisches Reservoir, da die Umwelt sie nur langsam abbaut. Verfestigungsmittel sind nur eine Notfalllösung, um erste Maßnahmen in besonderen Küstenabschnitten wie Brutgebieten zu ergreifen.

Die „Nachrichten aus der Chemie“ stellen diese Verfahren zur chemischen Bekämpfung von Ölkatastrophen in ihrer Septemberausgabe genauer vor. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Dr. Ernst Guggolz | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten
http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2010/h09_10.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics