Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beste Reste - Landwirte und Biotechnologen erschließen Wertschöpfungspotentiale bei Reststoffen

08.06.2012
Bei der Produktion von Lebensmitteln fallen große Mengen Reststoffe an, die häufig ungenutzt bleiben.

Mit der bloßen Entsorgung dieser Nebenprodukte entsteht nicht nur Abfall – der Industrie entgehen zudem Ressourcenpotenziale. Das Forschungsprojekt TRANSBIO will auf Basis von Reststoffen aus der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie wertvolle biogene Produkte produzieren. Der Ressourcenschutz schützt die Artenvielfalt.

Dass in der Bundesrepublik die Hälfte aller produzierten Lebensmittel im Müll landet, ist längst bekannt. Auch Nebenprodukte werden zumeist entsorgt. Wertvolle Inhaltsstoffe gehen so verloren. Das EU-geförderte Forschungsprojekt TRANSBIO (http://www.transbio.eu) hat das Ziel, Reststoffe der Obst- und Gemüseproduktion mit biotechnologischen Verfahren in wertvolle Produkte umzuwandeln. Der Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven ist Partner des EU-Projekts (http://www.ttz-bremerhaven.de).

Nachhaltiges Wirtschaften zählt zu den wichtigsten Säulen für einen dauerhaften Unternehmenserfolg. Für viele lebensmittelverarbeitende Betriebe stellt sich daher die Frage nach der Verwertung ihrer Nebenprodukte. „Die Lebensmittelbiotechnologie bietet vielfältige Chancen für eine nachhaltige und wirtschaftliche Wertschöpfung“, sagt Projektleiterin Jessica Wildner.

Forschungsprojekt TRANSBIO verwertet Reststoffe der Obst- und Gemüseherstellung

In TRANSBIO werden durch mikrobiologische Fermentationsprozesse drei biogene Produkte aus Reststoffen der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie gewonnen: Bernsteinsäure, Enzyme und Polyhydroxybuttersäure (PHB). Bernsteinsäure soll in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt werden. Für die Herstellung der Bernsteinsäure wird zunächst der im Obst und Gemüse enthaltene, vergärungsfähige Zucker durch einen Aufschluss für die Fermentation verfügbar gemacht. Im nächsten Schritt produzieren Bakterien, Hefe und Pilze Bernsteinsäure. Die Säure wird zum Beispiel im Lebensmittel eingesetzt oder dient als Plattformchemikalie. Die gewonnenen Enzyme, vorwiegend Cellulasen, Proteasen und Lipasen, werden Bestandteil natürlicher Waschmittel. PHB ist die Grundlage für vielseitige Kunststoffe, zum Beispiel in der (Lebensmittel-) Verpackungsindustrie.

Kulturelle und natürliche Artenvielfalt durch nachhaltige Produktionsweisen

Hierzu entwickelt TRANSBIO effiziente und nachhaltige Produktions- und Aufreinigungsverfahren und fördert auf diese Weise ganzheitliches und umweltbewusstes Wirtschaften. Denn auch der Erhalt der Diversität biogener Stoffe ist ein Ziel des Projektes. Der Vorrang der Wirtschaftlichkeit wird dabei vom ttz Bremerhaven durch die politische Dimension auf regionaler und europäischer Ebene ergänzt: Im Rahmen des europäischen REVERSE-Projektes (http://reverse.aquitaine.eu/) fördert der Forschungsdienstleister den regionalen Austausch im Bereich der Biodiversität. Am Ende des REVERSE-Projektes steht ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger.

Was genutzt wird, das stirbt nicht aus: Mit seinen Erfahrungen in der Re-Kultivierung alter Nutzpflanzen sowie der Entwicklung neuer Verarbeitungstechnologien für traditionelle Sorten leistet das ttz Bremerhaven einen wichtigen Beitrag zum Know-how-Transfer beim Erhalt von Pflanzenarten durch ihre (Wieder-)Nutzung. Da für die biotechnologischen Prozesse in TRANSBIO Pestizide und andere Gifte zum Teil hinderlich sind, können die Projektergebnisse dem pestizidfreien Landbau Vorschub leisten.

Das TRANSBIO-Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördert. Bei einem Gesamtbudget von 4.026.840 € wird das Projekt von der Europäischen Kommission mit 2.989.465 € gefördert. Wer regelmäßig über die Ergebnisse des Projektes informiert werden möchte, kann sich beim ttz Bremerhaven (http://www.ttz-bremerhaven.de) für einen Newsletter anmelden, der alle 6 Monate erscheint.

Das ttz Bremerhaven ist ein Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.

© Foto: Tecnalia, Javier Larrea

Kontakt:
Christian Colmer
Leiter Kommunikation und Medien
ttz Bremerhaven
Fischkai 1
D-27572 Bremerhaven (Germany)
Phone: +49 (0)471 48 32 -124
FAX: +49 (0)471 48 32 - 129
ccolmer@ttz-bremerhaven.de
http://www.facebook.com/ttzBremerhaven
http://twitter.com/ttzBremerhaven

Christian Colmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biologisch abbaubares Plastik
23.10.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Laser lenkt Zellwachstum in geordnete Bahnen
23.10.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: memory-steel – ein neues Material zur Verstärkung von Bauwerken

Ein neues, an der Empa entwickeltes Baumaterial steht kurz vor der Markteinführung: Mit «memory-steel» lassen sich nicht nur neue, sondern auch bestehende Betonstrukturen verstärken. Erhitzt man das Material (einmalig), spannt es sich wie von selber vor. Das Empa-Spin-off re-fer AG präsentiert das Material mit Formgedächtnis nun in einer Vortragsreihe.

Bislang wurden die Stahl-Armierungen in Betonbauwerken meist hydraulisch vorgespannt. Dazu sind Hüllrohre für die Führung der Spannkabel, Anker zur...

Im Focus: memory-steel - a new material for the strengthening of buildings

A new building material developed at Empa is about to be launched on the market: "memory-steel" can not only be used to reinforce new, but also existing concrete structures. When the material is heated (one-time), prestressing occurs automatically. The Empa spin-off re-fer AG is now presenting the material with shape memory in a series of lectures.

So far, the steel reinforcements in concrete structures are mostly prestressed hydraulically. This re-quires ducts for guiding the tension cables, anchors for...

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer FIT auf der MEDICA & COMPAMED: Von Elektrobenetzung bis Telemedizin

23.10.2018 | Messenachrichten

memory-steel – ein neues Material zur Verstärkung von Bauwerken

23.10.2018 | Architektur Bauwesen

Quantenkommunikation auf Glasfaserbasis - Interferenz mit Lichtquanten unabhängiger Quellen

23.10.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics