Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Wassercheck mit DNA-Chip

28.09.2001


Mit dem Aqua-Chip Erreger in Bade- und Trinkwasser identifizieren.

In Europa haben rund 100 Millionen Menschen kein sauberes Wasser. Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) koordinieren ein EU-Projekt zur Entwicklung eines neuen Testsystems für Krankheitserreger in Bade- und Trinkwasser. "Der Aqua-Chip wird die Wasserqualitätskontrolle von der mikrobiellen Steinzeit ins 21. Jahrhundert katapultieren", sagt Dr. Manfred Höfle von der Arbeitsgruppe Mikrobielle Ökologie. In drei Jahren soll der DNA-Chip fertig sein, mit dem die Art und Zahl der bakteriellen Krankheitserreger im Wasser schnell und genau über ihr Erbmaterial bestimmt werden können.

Aqua-Chip im 21. Jahrhundert

Wie alle Lebewesen haben auch Salmonellen, Legionellen oder Cholera-Erreger Gene, die für ihre Art spezifisch sind. Höfle und sein Team suchen für jeden der angegebenen Krankheitserreger nach solchen genetischen Markern. Sie wollen Teile dieser Gene, kurze DNA-Sequenzen, auf einen speziellen Chip aufbringen. Zum Nachweis der Mikroorganismen wird aus den Wasserproben ein DNA-Mix aller darin enthaltenen Erreger isoliert und auf den Chip aufgebracht. Chip- und Bakterien-DNA einer Art reagieren miteinander. Diese Interaktion löst ein Signal aus, das entsprechend stärker wird, je mehr Bakterien in der Wasserprobe sind.

Die bisherigen Nachweisverfahren

Bei bisher verfügbaren Tests müssen die Bakterien aus einer Wasserprobe zunächst vermehrt werden, um ihre Art zu bestimmen. Das ist langwierig, aufwändig und es lassen sich nur schlecht Rückschlüsse auf die Zahl der Krankheitserreger ziehen. Gerade zur Bestimmung der Badewasserqualität ist dies aber notwendig, weil dieses Wasser nie keimfrei ist. Seen, Flüsse und Meere sind die natürlichen Lebensräume von Mikroorganismen. Kritisch für die Menschen wird es meist erst, wenn bestimmte Arten sich übermäßig vermehren und so die Überhand gewinnen.

Für die Entwicklung des Aqua-Chips genehmigte die Europäische Kommission für Lebensqualität und Lebensmanagement Projektmittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Neben der GBF sind noch fünf weitere Partner an dem Projekt beteiligt: CNRS (Centre Nationale de la Recherche Scientifique), Universität Nizza, Genolife S.A., Saint Beauzire (alle Frankreich), Universität Rovira i Virgili, Reus, Spanien, Hydra Institut, Office Wien, Österreich.

Dipl.-Biol./Dipl.-Journ. Thomas | idw

Weitere Berichte zu: Aqua-Chip DNA-Chip Krankheitserreger Mikroorganismus Wasserprobe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Betazellfunktion im Tiermodell wiederhergestellt: Neue Wirkstoffkombination könnte Diabetes-Remission ermöglichen
21.02.2020 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Darmkrebs: Erhöhte Lebenserwartung dank individueller Therapien
20.02.2020 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics