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Gibt es einen Gentransfer von Raps auf Bienen?

03.05.2001


Im Feld werden Insekten mit dem Netz gefangen, die Art bestimmt, zahlenmäßig erfasst und gleich danach wieder freigelassen


Erdhummel auf einer Rapsblüte


Sicherheitsforschung an gentechnisch verändertem Raps

Alle Pflanzen haben Gene. In gentechnisch veränderten Pflanzen sindbesondere Gene eingeführt, die der Pflanze außergewöhnliche Merkmaleverleihen, zum Beispiel die Toleranz gegen ein bestimmtes Herbizid. AmBeispiel von herbizidtolerantem Raps prüft die Biologische Bundesanstaltfür Land- und Forstwirtschaft (BBA), ob ein neu eingefügtes Gen auch inanderen Organismen auftauchen kann. Solche Fragen fallen in dasArbeitsgebiet der Sicherheitsforschung. Bei der BBA in Kleinmachnow wirdin Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft (FAL) diesesJahr untersucht, ob neu eingeführte Rapsgene auf Mikroorganismen übertragenwerden, die im Darm von Insekten leben.

Im Mittelpunkt der Studien, die auf den Dahnsdorfer Versuchsflächen der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) seit fünf Jahren mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt werden, steht die Sicherheitsforschung. Anhand von gentechnisch verändertem Raps, der dadurch ein bestimmtes Herbizid toleriert, untersuchen Dr. Stefan Kühne und seine Arbeitsgruppe grundsätzliche Fragen zur Übertragung von Genen auf andere Organismen.

Beim Raps spielen die Insekten als Pollenüberträger eine maßgebliche Rolle: Die Wissenschaftler zählten 94 Wildbienenarten, 96 Pflanzenwespenarten sowie 49 Arten von Schwebfliegen und waren von der großen Artenvielfalt überrascht. Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten verbreiten nicht nur Pollen, sie fressen ihn auch. Aber was passiert eigentlich, wenn die Bienen den Pollen verdauen? Im Darm der Biene leben unzählige Mikroorganismen, die theoretisch Gene aus der Nahrung aufnehmen können. Jetzt ist die Frage, ob diese Gene auch in Mikroorganismen auftauchen.

In den Kleinmachnower Untersuchungen sammeln Honigbiene, Erdhummel und Mauerbiene unter natürlichen Bedingungen Rapspollen, denn der Bienenkorb bzw. die Nester der Tiere stehen in der Nähe der Felder, auf denen der herbizidtolerante Raps blüht. Wenn die Blüte vorbei ist, wird die Darmflora der Insekten von der Bundesanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig unter die Lupe genommen. Zum einen wird geprüft, ob die Darmflora anders als sonst zusammengesetzt ist; zum anderen wird nach dem Gen für die Herbizidtoleranz gesucht, das möglicherweise auf die Darmflora übertragen wurde.

Untersuchungen, die den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen begleiten, sind im Rahmen der neuen EU-Gentechnikrichtlinie vorgeschrieben. Die BBA begleitet diese Untersuchungen mit eigenen Forschungen, denn die BBA berät die Bundesregierung u.a. zu Fragen der "Grünen Gentechnik". (BBA)

Dr. Alexandra Makulla | idw

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