Promi-Inflation in der Werbung – je öfter, desto wirkungsloser

Die Solarfabrik des Unternehmers Georg Salvamoser: Hier werden die Photovoltaikmodule im industriellen Maßstab hergestellt.


Immer mehr Unternehmen setzen bei ihrer Werbung in Deutschland auf prominente Gesichter. Verona Feldbusch, Claudia Schiffer, Boris Becker oder Thomas Gottschalk sollen Marken bekannt machen, Images aufpolieren oder den Absatz von Produkten ankurbeln. Doch je größer das Star-Aufgebot in der Werbung wird, desto geringer die Wirkung. Die Folge: Lediglich der Prominente profitiert von der Werbepräsenz, während die Marke gar nicht mehr wahrgenommen wird, berichtet das führende deutsche Marketing-Magazin w&v – werben und verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe.

Rund jeder zehnte Fernseh-Spot flimmert in Deutschland bereits in Promi-Besetzung über den Bildschirm. Einige Stars sind sogar für verschiedene Unternehmen unter Vertrag, so wirbt beispielsweise Verona Feldbusch gleichzeitig für Telegate, Schwartau sowie Iglo und Thomas Gottschalk für die Deutsche Post AG und Haribo. Eine Umfrage von Imas kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Verona Feldbusch mit ihrer Dauerpräsenz auf dem Bildschirm das beworbene Produkt in den Schatten stellt. Zwar assoziierten noch 30 Prozent der Befragten mit ihr die Weltausstellung Expo und rund 13 Prozent die Tiefkühlmarke Iglo. Doch an die Verbindung mit Telegate und Schwartau konnten sich nur zwei Prozent der Befragten erinnern.

Holger Jung von der Werbeagentur Jung v. Matt bringt es auf den Punkt: "Jemand wie Frau Feldbusch wird von Mal zu Mal teurer, aber auch von Mal zu Mal schwächer." In der Promi-Werbung treffen zwei Marken aufeinander, die des Stars und die des Unternehmens. Sie müssen im Urteil der Verbraucher zusammen passen, heißt es in der w&v-Titelgeschichte. "In der großen Beachtung, die man dem Tun und Lassen von Prominenten schenkt, steckt zudem auch die größte Gefahr, die bei ihrem Einsatz in der Werbung droht", umschreibt Imas-Chef Achim von Kirschhofer das Risikopotenzial.

Denn die Zusammenarbeit mit Prominenten kann sich auch negativ auf das Image eines Unternehmens auswirken. Nach dem skandalträchtigen Tod des Münchner Volksschauspielers Walter Sedlmayer erlitt das Image der Biermarke Paulaner, für die Sedlmayer geworben hatte, erhebliche Kratzer. Der Stromkonzern RWE musste die Kooperation mit Fußballtrainer Christoph Daum kurzfristig beenden, nachdem dessen Kokain-Missbrauch bewiesen worden war.

Media Contact

ots

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien

Technische und kommunikationswissenschaftliche Neuerungen, aber auch wirtschaftliche Entwicklungen auf dem Gebiet der medienübergreifenden Kommunikation.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Interaktive Medien, Medienwirtschaft, Digitales Fernsehen, E-Business, Online-Werbung, Informations- und Kommunikationstechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Schutz vor Corona: Erfahrung ist beim Immunsystem nicht immer ein Vorteil

Bei der Corona-Impfung basiert eine gute Impfreaktion auf naiven Immunzellen, bereits existierende Gedächtniszellen sind eher nachteilig, wie ein Forschungsteam des Exzellenzclusters PMI zeigt. Wer viele Infektionen mit gewöhnlichen Erkältungsviren durchgemacht…

Neue bwHealthApp macht die Nutzung von Fitnessarmbändern für ärztliche Behandlung möglich

Mit einer neuen App will die Fakultät Informatik der Hochschule Reutlingen die Diagnose und Therapie in der Medizin verbessern und kostengünstiger machen. Dabei setzen die Informatiker um Prof. Dr. Christian…

Vorklinische Entwicklung des optischen Cochlea Implantats

Das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung bewilligen Forschenden der UMG und des Göttinger Exzellenzclusters Multiscale Bioimaging Mittel über 1 Million Euro aus dem „SPRUNG“ (vormals: „Niedersächsisches Vorab“) zur Entwicklung des…

Partner & Förderer