Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursachen für Grippe-Epidemie von 1918 geklärt

06.02.2004


Virusübertragung von Vogel auf Mensch erforscht



Wissenschaftler des National Institute for Medical Research haben herausgefunden wie das Virus, das die schwerste Grippe-Epidemie in der Menschheitsgeschichte ausgelöst hat, auf den Menschen übertragen wurde. Sie gehen davon aus, dass das Virus 1918 von Vögeln auf den Menschen übergesprungen ist. Die in Science veröffentlichten Forschungsergebnisse sollen es in Zukunft ermöglichen, jene Vogelviren früher zu identifizieren, die eine potenzielle Gefahr darstellen. Das Team betont jedoch, dass Viren nicht am Wechsel zwischen den Arten gehindert werden können. Das Wissen um die Struktur eines Virus reiche nicht aus um seine Ausbreitung zu stoppen.



Das entscheidende erste Infektionsstadium für das Grippevirus ist die Anbindung an jene Zellen, in denen es sich vermehrt. Dabei kommen dornähnliche Moleküle, die so genannten Hämagglutinine (HA), zum Einsatz. Sie binden sich an bestimmte Rezeptoren auf der Zelloberfläche an. Die Hämagglutinine von Menschen und Vögeln interagieren mit verschiedenen Rezeptoren. Daher infizieren Vögelviren Menschen normalerweise nicht. Das Team hat die Hämagglutinine der Spanischen-Grippe-Epidemie von 1918 genau untersucht. Dabei zeigte sich, dass bereits geringe Veränderungen in der Struktur für eine Anbindung an menschliche Zellen ausreichend waren. Dadurch wurde die Übertragung von Vögeln auf Menschen ermöglicht sowie auch jene zwischen Menschen.

Das Team untersuchte Proben des historischen Virus mittels Röntgen-Kristallografie. Mit diesem Verfahren konnte die dreidimensionale Struktur der Hämagglutinine ermittelt werden. Teilweise scheinen die furchtbaren Folgen der Grippe-Epidemie von 1918 darauf zurückzuführen sein, dass die für die Übertragung auf den Menschen notwendigen Veränderungen so gering waren. Kleiner als jene Veränderungen, die bei den Epidemien von 1957 und 1968 erforderlich waren. Der leitende Wissenschaftler Sir John Skehel erklärte gegenüber der BBC, dass die neuen Forschungsergebnisse Wissenschaftlern ermöglichten, Veränderungen des Grippevirus auszuspüren und zu beobachten. Eine Vorhersage zukünftiger Virusformen sei jedoch genauso wenig möglich wie das Verhindern ihres Entstehens.

Michaela Monschein, | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nimr.mrc.ac.uk
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Grippe-Epidemie Hämagglutinine Virus Vögel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues aus der Schaltzentrale
18.07.2018 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze
18.07.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics