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Drei Interreg-Projekte starten an der Saar-Uni – Vorstellung am 7. November

02.11.2012
Die Europäische Union ist inzwischen einer der wichtigsten Drittmittelgeber der Saar-Uni.

Am 7. November werden drei neue Kooperationsprojekte aus dem EU-geförderten Interreg-Programm (INTERREG IV A Großregion) vorgestellt. Die Wissenschaftler arbeiten dabei an effizienten Speichermethoden für Strom, Magnetismus-Anwendungen sowie neuartigen Methoden in der Materialbearbeitung. Das Gesamtvolumen der Projekte beläuft sich auf über 3,5 Millionen Euro.

Redox Flow: Batterien als Solarenergie-Zwischenspeicher für die Elektromobilität

Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, denn das Hauptproblem der Elektrofahrzeuge ist ihre geringe Reichweite. Daher arbeiten derzeit viele Wissenschaftler daran, effizientere Energie-Speicherformen zu entwickeln. Die Arbeitsgruppen um Professor Rolf Hempelmann, Universität des Saarlandes, und Professor Alain Walcarius, Universität von Lothringen, arbeiten bereits seit einiger Zeit, mit der Unterstützung der EU, auf dem Gebiet der Bioelektrochemie. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit regionalen Unternehmen neue stationäre Zwischenspeicher für Elektromobile zu entwickeln. Die benötigte Energie stammt hierbei aus Solarzellen und soll in so genannten Redox-Flow-Batterien zwischengespeichert werden. Somit können die Lithium-Ionen-Batterien der Elektrofahrzeuge mit regenerativ erzeugtem Strom wiederaufgeladen werden. Die Europäische Union fördert die bereits bestehende Kooperation der Universitäten nun für dieses Vorhaben für weitere drei Jahre mit über 560.000 Euro. Ziel ist es, das RFB-Solar-Netzwerk zwischen Wirtschaft und Wissenschaft weiter auszubauen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zu fördern und die Öffentlichkeit für Solarenergie und Elektromobilität zu sensibilisieren. Zudem sollen im Rahmen des Projekts deutsche und französische Schüler die Möglichkeit haben, im Schülerlabore NanoBioLab an der Saar-Uni Grundlagen aus der Elektrochemie kennenzulernen, um selbst kleine Batterien zu bauen und in Betrieb zu nehmen.

Greater Region Magnetism Network: Neues Magnetismus-Netzwerk in der Großregion

Der Magnetismus spielt für viele alltägliche Anwendungen eine wichtige Rolle, etwa in der Kommunikationstechnik, im Auto oder in Maschinen. Auch verschiedene medizinische Diagnoseverfahren und Therapien würden ohne Magnetismus nicht wirken. An den Universitäten in Nancy, Kaiserslautern und an der Saar-Uni beschäftigen sich gleich mehrere Arbeitsgruppen mit magnetischen Phänomenen. Ihre Ergebnisse sind international anerkannt, bisher gab es aber nur vereinzelt eine Zusammenarbeit. Ein neues durch das INTERREG-Programm gefördertes Projekt soll hier Abhilfe schaffen und in der Großregion grenzüberschreitend ein Zentrum der angewandten Magnetismusforschung schaffen. Das „Greater Region Magnetism Network“ (GRMN) will die verschiedenen Aktivitäten bündeln, Synergien nutzen und einen engen Austausch auch in der Lehre initiieren. Außerdem sollen verstärkt Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die umliegende Industrie gelangen. Das Konsortium wird über ein Budget von knapp 1,8 Millionen Euro verfügen. Die Hälfte davon wird im Rahmen des Interreg-Programms von der Europäischen Union finanziert, die andere Hälfte davon bringen die Universitäten selbst auf. Das Projekt ist eingebunden in den Hochschulverbund „Universität der Großregion“, der grenzüberschreitend verschiedene Universitäten in Forschung und Lehre vernetzt. Das Projekt wird geleitet von Professor Uwe Hartmann von der Uni des Saarlandes.

In-PrECISe: Mit Elektrizität Bauteile auf den Tausendstel Millimeter genau formen

Technischer Fortschritt hängt wesentlich davon ab, wie genau einzelne Teile hergestellt werden können und welche Materialien und Werkstoffe dafür verwendet werden können. Die Härte und Festigkeit eines Materials stehen häufig im Widerspruch mit der Fähigkeit, es zu bearbeiten. Eine Möglichkeit, komplex geformte präzise Bauteile aus so genannten hochharten Materialien herzustellen, bietet die moderne Technologie des präzisen elektrochemischen Abtragens. Bei diesem Verfahren nutzt man den elektrischen Strom zwischen einem Werkzeug (Kathode) und dem zu bearbeitenden Werkstück (Anode) mit einem flüssigen Elektrolyten, um zielgenau Material abzutragen und dadurch glatte Oberflächen und genaue Formen zu erzeugen. Mit dieser Methode lässt sich ein Material bis auf einen Tausendstel Millimeter genau bearbeiten. So lassen sich beispielsweise Motorenteile, Teile von Flugzeugtriebwerken und auch medizinische Implantate wirtschaftlich herstellen. In der Initiative PRECISE arbeiten nun unter Federführung der Universität des Saarlandes (Professor Dirk Bähre) weitere Forschungsinstitute, Maschinenhersteller, Technologie-Entwickler und Anwender des Verfahrens aus der Region zusammen, um das Verfahren zu verbessern und Märkte zu gewinnen. Das Projekt wird mit 1,3 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln gefördert. In besonderem Maße setzt das Projekt darauf, die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland noch durchlässiger zu machen und Sprach- sowie Kulturbarrieren zu reduzieren, um im technischen Bereich gemeinsame Innovationen zu schaffen.

Der Start der drei neuen Interreg-Projekte ist auch ein Beispiel für die erfolgreiche und bewährte Zusammenarbeit zwischen der Universität des Saarlandes und der Eurice GmbH im Bereich europäischer Forschungsförderung. Alle drei Projekte wurden maßgeblich von Eurice initiiert und in der Antragsphase betreut. Das Team wird die Koordinatoren darüber hinaus während der gesamten Projektlaufzeit bei Management- und Kommunikationsaufgaben unterstützen.

Die Projekte werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 7. November in Gebäude A23, 1. OG, vorgestellt. Die Feierstunde beginnt um 11 Uhr. Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen bis zum Nachmittag des 6. November formlos per Mail an: presse@uni-saarland.de.

Thorsten Mohr | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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