Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TechnologieAllianz – Life Sciences an vorderster Front

29.10.2007
Technologietransfer über schutzrechtlich gesicherte Forschungsergebnisse

Die Lebenswissenschaften sind Chefsache – auch bei den deutschen Technologie- und PatentVerwertungsAgenturen. Von Software zur Computersimulation über medizinische Apparaturen bis hin zu neuartigen Wirkstoffen gegen Krebs, Multiple Sklerose oder Herz- und Kreislauferkrankungen.

Es lassen sich viele Beispiele für die Innovationskraft der deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen finden. Und ebenso viele für die Transferleistung der Mitglieder der TechnologieAllianz, dem Verband der Technologie- und PatentVerwertungsAgenturen:

Die Münchener Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung hat beispielsweise im letzten Jahr an die Grafinger Firma CADFEM GmbH die Lizenz für eine Software zur Computersimulation und -prognose von zahnmedizinischen, kieferorthopädischen und mundchirurgischen Behandlungen vermittelt. Die Erfindung ist jenseits der Zahnmedizin auch für andere Anwendungsbereiche, z. B. für die Kopfvermessung oder die Implantation künstlicher Hüftgelenke, von Interesse.

... mehr zu:
»Erfindung »Ozon »Technologie

Die Kaiserslauterer IMG hat im Auftrag der Technischen Universität Kaiserslautern das Patent auf eine Schwingquarzhalterung für die Flüssigkeitssensorik an die Andreas Hettich GmbH & Co. KG veräußert. Die Erfindung ermöglicht eine schnelle und einfache Diagnostik auf der Grundlage eines physikalischen Verfahrens. Das Tuttlinger Unternehmen plant zunächst die Entwicklung eines Geräts für die Blutdiagnostik. Die Ausweitung des Einsatzbereichs ist opportun, da sich die Erfindung für sämtliche Flüssigkeiten nutzen lässt.

Die Berliner ipal hat im Auftrag der Charité-Universitätsmedizin Berlin die weltweiten Rechte an einem neuartigen Chemotherapeutikum zur Behandlung von Tumoren mit multipler Arzneimittelresistenz in Lizenz an ein junges deutsches biopharmazeutisches Unternehmen vergeben. Wissenschaftlicher und Unternehmen setzen auf eine zügige Weiterentwicklung, um Krebspatienten mit multidrug-resistenten Tumoren schnellstmöglich eine adäquate Behandlungsmöglichkeit anbieten zu können.

Die Göttingener MBM ScienceBridge vermittelte zu Jahresbeginn einen Lizenzvertrag für eine neuartige Tumortherapie mit Hilfe natürlicher Killer-Zellen zwischen der Georg-August-Universität Göttingen und dem bayrischen Jungunternehmen multimmune GmbH.

Noch in das letzte Jahr fiel der Abschluss eines Know-how-Vertrages mit der Fumapharm AG, einer Tochtergesellschaft der Biogen Idec Inc. Der Know-how-Vertrag umfasst die am humanmedizinischen Institut für Multiple-Sklerose-Forschung vorgelegten Forschungsergebnisse zu Therapiemöglichkeiten mit Fumarsäurederivaten.

Die Saarbrückener PatentVerwertungsAgentur der saarländischen Hochschulen schloss zu Jahresbeginn einen Optionsvertrag mit einem großen deutschen Pharmakonzern bezüglich der Lizenzierung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen.

Im Frühsommer folgte ein Verwertungsvertrag mit der Max-Planck-Innovation GmbH über eine Software zur Visualisierung und Qualitätskontrolle von DNA-Methylierungsdaten. Erste Lizenzen der im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts des Max-Planck-Instituts für Informatik und des Lehrstuhls für Genetik der Universität des Saarlandes entwickelten Software konnten bereits verkauft werden.

Kürzlich vermittelte sie an einen großen amerikanischen Chemiekonzern einen Intellectual Property (IP)-Kaufvertrag über Patentanmeldungen, die in Zusammenarbeit des US-Konzerns mit dem Lehrstuhl für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie der Universität des Saarlandes entstanden.

Das Karlsruher TLB hat für die Universität Heidelberg eine langfristig angelegte Verwertungsvereinbarung mit einem auf dem Gebiet der Feinchemikalien- und Spezialreagenzien weltweit führenden Unternehmen ausgehandelt. Die Vereinbarung betrifft die Gewinnung verschiedener monoklonaler Antikörper, die in der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten und neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden.

Zudem konnte im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes NGFN II eine Verwertungsvereinbarung über eine gemeinsame Erfindung der Universitäten Heidelberg und Göttingen und des Deutschen Krebsforschungszentrums mit einem europäischen Pharmaunternehmen abgeschlossen werden. Die Verwertungsvereinbarung betrifft ein Toxin aus Pilzen und dessen Wirkung gegen Tumore des Nervensystems.

Die Gießener TransMIT hat im Auftrag der Philipps-Universität Marburg mit einem bayerischen auf die Herstellung von Ozon-, Colon- und Magnetfeld-Therapie-Geräten spezialisierten Kleinunternehmen einen Lizenzvertrag über ein Ozon produzierendes und applizierendes Gerät zur Behandlung von bösartigen Geschwülsten abgeschlossen. Ozon hat bei ausreichender Dosierung eine bakterien- und gewebetötende Wirkung. Die Vorrichtung ermöglicht die Applikation eines Ozon oder ozonisierten Sauerstoff aufweisenden Fluids an beziehungsweise unmittelbar in den Tumor.

Die sieben Technologie- und PatentVerwertungsAgenturen und ihre Verwertungserfolge sind beispielhaft für die Arbeit der Mitglieder der TechnologieAllianz. Weitere hoch interessante Innovationen und Verfahren aus dem Medizintechnikbereich werden die TechnologieAllianz und ihre Mitglieder auf der diesjährigen Medica präsentieren. Als Kooperationspartner der Internationalen IRC Technologiebörse wird die TechnologieAllianz am 15. und 16. November in Halle 4 auf Stand A 59 vertreten sein.

Nahmen die Life Science eine hervorragende Rolle bei den jüngsten Verwertungsaktivitäten ein, so stehen die anderen Technologiegebiete den Innovationen in den Lebenswissenschaften nicht nach. Von der Bautechnik & Architektur über Elektrotechnik & Elektronik, Energie & Umwelt, Information & Kommunikation, Maschinen- & Anlagenbau, Mess- & Mikrosystemtechnik, Prozess- & Automatisierungstechnik, Verkehr & Mobilität bis hin zu Werkstoffen & Werkstofftechnik können die TechnologieAllianz und ihre Mitglieder der deutschen Wirtschaft fortlaufend hochattraktive Technologieangebote vorlegen. Ein besonderer Pluspunkt ist, dass die Forschungsergebnisse bereits schutzrechtlich gesichert und auf ihre ökonomische Relevanz geprüft sind. Das reduziert für die Unternehmen nicht nur das Risiko der Fehlentwicklung, sondern ermöglicht ihnen auch einen Vorsprung im Zeitwettbewerb um innovative Produkte sowie eine wirtschaftliche Vermarktung in Monopolstellung.

Über die TechnologieAllianz

Die 1994 gegründete TechnologieAllianz e.V. ist ein Verbund deutscher Technologie- und Patentvermarktungsgesellschaften. Er wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt und ist ein bundesweites Netzwerk zur Vermarktung von Technologien aus der deutschen Wissenschaft. Die 27 Mitglieder der TechnologieAllianz vertreten über 200 wissenschaftliche Einrichtungen mit mehr als 100.000 patentrelevanten Wissenschaftlern und erschließen Unternehmen das gesamte Spektrum innovativer Forschungsergebnisse deutscher Hochschulen und außeruniversitärer Forschungsstätten. Kooperationen mit Partnerverbänden wie dem BDI oder dem in Brüssel ansässigen Verband der europäischen Wissenstransfereinrichtungen ProTon Europe dienen der Optimierung der Verwertungsinfrastruktur. Eine Auswahl von Technologieangeboten kann unter www.technologieallianz.de eingesehen beziehungsweise auf Nachfrage bei Geschäftsstelle der TechnologieAllianz angefordert werden.

Weitere Informationen:

TechnologieAllianz e.V.
Stefanie Zenk
c/o ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH
Steinstraße 104-106
14480 Potsdam
Tel.: +49 (0) 331 660-38 16
Fax: +49 (0) 331 660-32 02
E-Mail: zenk@technologieallianz.de

| TechnologieAllianz e.V.
Weitere Informationen:
http://www.technologieallianz.de

Weitere Berichte zu: Erfindung Ozon Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Schraubverbindungen mit standardisiertem Ultraschallverfahren

23.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren

23.07.2018 | Studien Analysen

Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics