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Einstiegsqualifizierung ist wichtiger Türöffner für Jugendliche

25.04.2006


Jugendliche, die eine Einstiegsqualifizierung absolviert haben, haben anschließend bessere Chancen auf eine betriebliche Berufsausbildung als Jugendliche, die eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme durchlaufen haben oder nicht gefördert wurden.



Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse des dritten Zwischenberichts über das EQJ-Programm. Es bewährt sich als Türöffner in Berufsausbildung für Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Von den Absolventen einer Einstiegsqualifizierung machen im Anschluss 56,5 % eine betriebliche Berufsausbildung. Bei der Kontrollgruppe sind es nur 18 %. Maßgeblich für die Unterschiede sind Schulabschluss, Geschlecht und Region, nicht aber das Alter. Nimmt man außerbetriebliche und schulische Berufsausbildung hinzu sind die Quoten mit 65,6 % (28,9 %) noch günstiger.



Mit dem EQJ-Programm soll Jugendlichen mit erschwerten Vermittlungsperspektiven der Zugang in Ausbildung erleichtert werden. Aus der wissenschaftlichen Untersuchung des Programms liegt jetzt der dritte Zwischenbericht der Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung (GIB) vor.

Die Ergebnisse stammen aus der Befragung von 750 Jugendlichen einer Kontrollgruppe mit annähernd identischer Ausprägung (Alter, Geschlecht, Schulabschluss, Wohnort sowie (hier nur annähernd) Migrationshintergrund), 341 Unternehmen, die mindestens einen EQJ-Praktikanten im ersten Programmjahr beschäftigten, 120 Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern und 3 Kammern der freien Berufe sowie 77 Arbeitsagenturen.

Bei den EQJ-Teilnehmern sind 90,4 % aller Übergänge in Ausbildung Übergänge in eine betriebliche Ausbildung, in der Kontrollgruppe sind es nur 75,8 %.

Die durchschnittliche Ausbildungsquote der bereits zuvor ausbildenden Betriebe lag im Oktober 2005 um fast einen Prozentpunkt über der des Vorjahres (2004: 23,88 %; 2005: 24,67 %). Bezogen auf die befragten Unternehmer sind 29,5 % der zuvor nicht ausbildenden Betriebe zu Ausbildungsbetrieben geworden. Dies ist ein Indiz dafür, dass Ausbildungsplätze durch das EQJ-Programm bislang nicht verdrängt worden sind. Da das Ausbildungsverhalten insbesondere von kleinen Unternehmen von Jahr zu Jahr schwankt, ist dies bislang allerdings nur eine Trendaussage. 22,9 % der befragten Betriebe hatten zuvor keine Ausbildungserfahrung.

80 % der Unternehmen geben an, dass sie mit dem EQJ-Programm die Möglichkeit nutzen wollten, einen Jugendlichen über einen längeren Zeitraum in der betrieblichen Praxis kennen zu lernen, ohne sich rechtlich zu binden, sowie dem Jugendlichen zu helfen. Die Unternehmen wählen unter den von Agenturen und Kammern im Rahmen der Nachvermittlungsaktion in EQJ vermittelten Jugendlichen die aus ihrer Sicht Besten aus. Bietet sich kein geeigneter Bewerber an, verzichten die Unternehmen lieber auf die geförderte Beschäftigung eines als ungeeignet eingestuften Bewerbers.

Das EQJ-Programm wurde von der Bundesregierung als Beitrag zum Ausbildungspakt zugesagt. Es startete am 1. Oktober 2004. Als Brücke in die Berufsausbildung wird seitdem die Teilnahme an einer sechs- bis zwölfmonatigen betrieblichen Einstiegsqualifizierung gefördert. Zielgruppe sind junge Ausbildungsbewerber mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven und Jugendliche, die noch nicht in vollem Maße über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen. Das Angebot soll insbesondere Jugendlichen helfen, die auch nach der gemeinsam von den Kammern und den Arbeitsagenturen durchgeführten Nachvermittlungsaktion keine Ausbildungsstelle finden konnten. Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben sich 2004 verpflichtet, für drei Jahre jeweils 30.000 neue Ausbildungsplätze und 25.000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen einzuwerben, um möglichst allen Jugendlichen ein Angebot machen zu können.

Im Paktjahr 2005/2006 haben bis Ende März 27.200 Jugendliche eine Einstiegsqualifizierung begonnen. Das EQJ-Programm mit 25.000 Plätzen ist damit ausgeschöpft. Ab 1. Oktober 2006 stehen wieder 25.000 Plätze für das Paktjahr 2006/2007 zur Verfügung.

| BMAS
Weitere Informationen:
http://www.bmas.bund.de

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