Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektrochemisch erzeugte Nanostrukturen

13.09.2001


EU-geförderter Intensivkurs an der Universität Ulm

Immer schneller, immer kleiner, immer leistungsfähiger sollen sie werden, die Computerchips. Seit den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich die Rechenleistung der Chips im Mittel alle 18 Monate verdoppelt, eine Regel, die in der Branche als Moore’s Law bekannt ist. Nunmehr aber lässt sich absehen, daß die herkömmliche Produktionstechnik, bei der die Schaltkreise mit Licht auf Halbleiterplättchen geschrieben werden, bald ihre Grenzen erreicht. Deswegen richten sich die Hoffnungen auf die Nanotechnologie, bei der einzelne Atome und Moleküle gezielt manipuliert werden können. Mit ihren Mitteln, so die Prognose, wird man in Zukunft Schaltkreise im atomaren Maßstab produzieren.

Die Nanotechnologie bildet den abschließenden Höhepunkt eines internationalen Intensivkurses zur Elektrochemie, der gegenwärtig an der Universität Ulm abgehalten wird. In diesem von der Europäischen Union geförderten Kurs werden angehende Forscher aus westeuropäischen Ländern von international renommierten Experten in moderne elektrochemische Methoden eingeführt.

Tatsächlich bietet gerade die Elektrochemie interessante Möglichkeiten zur Erzeugung von Nanostrukturen, denn sie kann chemische Prozesse durch Strom- oder Spannungspulse gezielt steuern. Wichtigstes Instrument ist dabei die sogenannte Rastertunnelsonde. Mit ihrer Hilfe lässt sich eine Metallspitze von atomarem Durchmesser so präzise bewegen, dass man winzige Strukturen, die aus wenigen Atomen bestehen, kontrolliert erzeugen kann. An der Universität Ulm arbeiten gleich fünf Forschergruppen um die Professoren Jürgen Behm (Leiter der Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse), Dieter Kolb (Leiter der Abteilung Elektrochemie), Othmar Marti (Leiter der Abteilung Experimentelle Physik), Wolfgang Schmickler (Abteilung Elektrochemie) und PD Olaf Magnussen (Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse) auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet. Die Ulmer Arbeitskreise werden ihre neuesten Ergebnisse den Teilnehmern des Intensivkurses vorstellen.

Neben den Mitgliedern der Universität Ulm gehört auch Prof. Dr. Joachim Walter Schultze, Universität Düsseldorf, derzeitiger Präsident der Internationalen Gesellschaft der Elektrochemiker, als Gastredner zum Kreis der Dozenten. Prof. Schmickler, Leiter der Veranstaltung, ist davon überzeugt, dass derartige Kurse in Zukunft eine zunehmende Rolle bei der sich immer stärker internationalisierenden Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses spielen werden.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Elektrochemie Nanostruktur Oberflächenchemie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Besser lernen: Kurze Bewegungspausen im Unterricht wirken sich positiv auf die Konzentrationsleistung aus
13.02.2020 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

nachricht Fremdsprachen - Das Akzentparadox
10.02.2020 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Schaufenster Bioökonomie: Tropische Wolkenforschung für genauere Klimaprognosen

28.02.2020 | Geowissenschaften

Dem Rätsel der Materie auf der Spur

28.02.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics